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Trump feuert Sicherheitsberater Bolton
International 10.09.2019

Trump feuert Sicherheitsberater Bolton

Bolton soll seinen Rücktritt am Morgen eingereicht haben.

Trump feuert Sicherheitsberater Bolton

Bolton soll seinen Rücktritt am Morgen eingereicht haben.
Foto: AFP
International 10.09.2019

Trump feuert Sicherheitsberater Bolton

Ein neuer Paukenschlag in Trumps Regierung. Wieder muss jemand aus dem engsten Umfeld des Präsidenten gehen. Und er geht in offenem Streit.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hat überraschend seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton entlassen. Trump schrieb auf Twitter, er habe Bolton am Montagabend zum Rücktritt aufgefordert. Dieser habe am Dienstagmorgen seinen Rückzug erklärt. Trump begründete den Schritt mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. „Ich war mit vielen seiner Vorschläge nicht einverstanden, wie auch andere in der Administration, und deshalb habe ich ihn gebeten zurückzutreten.“ In der kommenden Woche werde er einen Nachfolger benennen.

Erst am Dienstagmorgen hatte das Weiße Haus einen Presseauftritt Boltons gemeinsam mit Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin für die Mittagszeit angekündigt.

Bolton meldete sich auf Twitter selbst zu Wort und widersprach Trumps Darstellung offen. „Ich habe gestern Abend meinen Rücktritt angeboten und Präsident Trump sagte: 'Lass uns morgen darüber sprechen'.“

Bolton war seit April 2018 Nationaler Sicherheitsberater Trumps. Er folgte auf General H.R. McMaster.

Bolton war gegen Taliban-Treffen

Bolton gilt als Hardliner und als Befürworter eines Regimewechsels im Iran. US-Medien hatten berichtet, Differenzen zwischen Trump und Bolton habe es auch beim Thema Afghanistan gegeben. Bolton sei gegen ein von Trump für vergangenen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern in Camp David gewesen, dem Landsitz des US-Präsidenten. Trump hatte das Treffen am Samstagabend abgesagt. Als Grund hatte er einen Taliban-Anschlag am vergangenen Donnerstag in Kabul angeführt, bei dem zwölf Menschen getötet worden waren, darunter ein US-Soldat. Die USA verhandeln seit Monaten mit den Taliban über ein Abkommen, das den Weg zu einem Abzug der US-Truppen und zu Frieden in dem Land bereiten soll.


(FILES) This file photo taken on February 22, 2018 shows former US Ambassador to the United Nations John Bolton speaking during CPAC 2018 in National Harbor, Maryland. 
Former United States Ambassador to the United Nations John R Bolton will replaces HR McMaster as national security advisor is was announced on March 22, 2018. / AFP PHOTO / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Alex WONG
Ein „neokonservativer Kampfhund“ als Sicherheitsberater
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In den vergangenen Monaten war Trump mehrfach mit Nachfragen konfrontiert gewesen, ob er mit Boltons Arbeit zufrieden sei. Er hatte Bolton bis dato stets verteidigt und etwa gesagt, er wisse um dessen Rolle als Hardliner, habe aber auch andere Berater, die einen weniger harten Kurs verfolgten.

Seit dem Amtsantritt Trumps hat es im Apparat der US-Regierung ungewöhnlich viele Rauswürfe, Personalwechsel und Rücktritte gegeben.



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