Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Trump: Einreisestopp für Europäer soll verlängert werden
International 3 1 3 Min. 31.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump: Einreisestopp für Europäer soll verlängert werden

US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence.

Trump: Einreisestopp für Europäer soll verlängert werden

US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence.
Foto: AFP
International 3 1 3 Min. 31.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump: Einreisestopp für Europäer soll verlängert werden

In den USA steigt die Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter an. Die Verlängerung der Schutzmaßnahmen wird auch Reisende aus Europa betreffen.

(dpa) - Der zunächst auf einen Monat begrenzte Einreisestopp der USA für Besucher aus Europa zur Bekämpfung des Coronavirus soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump verlängert werden. Diese und ähnliche Beschränkungen würden in Kraft bleiben und möglicherweise sogar verschärft werden, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. Er ließ offen, bis wann der Einreisestopp, der eigentlich Mitte April auslaufen sollte, andauern soll. Die USA sind, gemessen an der Zahl der bestätigten Infektionen, inzwischen weltweit am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

Trump hatte am Sonntag bekannt gegeben, dass die restriktiven Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in den USA bis Ende April verlängert werden sollen. Seit Mitte März können Menschen aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland nicht mehr in die USA reisen. Ausgenommen davon sind US-Amerikaner, bestimmte Diplomaten und Europäer, die eine langfristige Arbeitsgenehmigung in den USA haben, eine sogenannte Green Card. Auch deren Angehörige sind ausgenommen. Die Regelung sollte zunächst für 30 Tage gelten. 

Im Kampf gegen das Coronavirus haben die USA inzwischen nach Trumps Angaben mehr als eine Million Menschen auf den Erreger getestet. "Heute haben wir einen wichtigen Meilenstein im Krieg gegen das Coronavirus erreicht", sagte Trump. "Wir haben bei weitem mehr Tests ausgeführt als jedes andere Land auf der Welt." Das stimmt in absoluten Zahlen, aber nicht gemessen an der Bevölkerungszahl. So hat beispielsweise Südkorea pro Kopf mehr Menschen getestet als die USA.

Trump als Südkorea-Experte?

Beim Thema Südkorea leistete sich Trump am Montagabend einen Lapsus. Als ihn eine Reporterin auf den Pro-Kopf-Vergleich der Tests zwischen den beiden Ländern ansprach, sagte er: "Ich kenne Südkorea besser als jeder andere. (...) Wissen Sie, wie viele Menschen in Seoul sind? Wissen Sie, wie groß die Stadt Seoul ist? 38 Millionen Menschen. Das ist größer als alles, was wir haben." Tatsächlich leben in der Hauptstadt Seoul nach Angaben der südkoreanischen Regierung 9,7 Millionen Menschen - im ganzen Land sind es knapp 52 Millionen.


A health worker (R) wearing a protective suit prepares a swab for a motorist (L) at a drive-through testing centre for the COVID-19 coronavirus in Seoul on March 7, 2020. - South Korea has the biggest number of COVID-19 coronavirus cases outside China, with over 6,000 infections and 42 deaths, prompting the country to extend school breaks by three weeks. (Photo by Ed JONES / AFP)
Corona-Virus: Südkoreas Erfolgsstrategie
Früherkennung und radikale Transparenz: Südkorea beweist, dass der Kampf gegen das Virus zu gewinnen ist.

Auch wenn die Tests in den USA deutlich zugenommen haben, herrscht immer noch ein Mangel. In einem am Montag online veröffentlichten Gastbeitrag für die "Washington Post" schrieben Marylands Gouverneur Larry Hogan - der wie Trump den Republikanern angehört - und Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer (Demokraten): "Es gibt einfach nicht genug Tests, medizinisches Material und andere lebensrettende Geräte, um das Ausmaß dieser Pandemie zu bewältigen."

Spitzenreiter bei Corona-Infektionen

Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 stieg in den USA unterdessen auf mehr als 3000. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor, die am Montagabend (Ortszeit) 3008 Todesfälle verzeichnete. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 in den USA stieg demnach auf mehr als 163 000. Damit gibt es in den USA weiterhin mehr bekannte Infektionen als in jedem anderen Land der Welt, noch vor Italien, Spanien und China. Bei der Zahl der Toten liegen die USA hinter Italien, Spanien, China und Frankreich.


NEW YORK, NY - MARCH 26: A taxi drives down Times Square on March 26, 2020 in New York City. Most cabdrivers are fearful of being exposed to the coronavirus that they prefer to stay home with no way to pay bills, while across the country schools, businesses and places of work have either been shut down or are restricting hours of operation as health officials try to slow the spread of COVID-19.   Eduardo Munoz Alvarez/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==
New York mutiert zur Geisterstadt
Die mit fast neun Millionen Menschen am dichtesten besiedelte Metropole der USA droht von der COVID-19-Pandemie überwältigt zu werden.

Die Verbreitung der Coronavirus-Epidemie in den USA hat sich zuletzt dramatisch beschleunigt. So hatte etwa die Zahl der bekannten Infektionen erst am Freitag die Marke von 100.000 überschritten. Bis zu dem Zeitpunkt waren rund 1500 Tote gemeldet gewesen. Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Trump hatte die Amerikaner am Sonntag auf dramatische Opferzahlen in der Coronavirus-Krise vorbereitet. Wenn es gelingen sollte, die Todeszahl durch Eindämmungsmaßnahmen auf 100.000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht", sagte Trump. Trump zeigte sich optimistisch, dass bis zum Sommer das Schlimmste überstanden sein könnte. "Wir können davon ausgehen, dass wir bis zum 1. Juni auf dem Weg der Erholung sind."


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die USA schienen zunächst vom Corona-Virus verschont zu bleiben. Doch jetzt steigen die Fallzahlen rapide an. Mit Blick auf die Todeszahlen in Europa geht die Angst um.
EAST MEADOW, NEW YORK, - MARCH 21: A man wears a mask at Eisenhower Park on March 21, 2020 in East Meadow, New York. It has been encouraged that people keep a social distance of six feet or more to curtail the spread of the coronavirus. Yesterday New York Governor Andrew Cuomo announced he was putting the state on "pause" meaning non essential workers should stay home at all times except for critical travel due to the coronavirus pandemic. The World Health Organization declared coronavirus (COVID-19) a global pandemic on March 11th.   Al Bello/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==