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Trump droht EU: Ohne Handelsdeal kommen "sehr hohe" Strafzölle
International 2 Min. 22.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump droht EU: Ohne Handelsdeal kommen "sehr hohe" Strafzölle

"She is terrific": Donald Trump traf in Davos mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zusammen.

Trump droht EU: Ohne Handelsdeal kommen "sehr hohe" Strafzölle

"She is terrific": Donald Trump traf in Davos mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zusammen.
Foto: AFP/Jim Watson
International 2 Min. 22.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Trump droht EU: Ohne Handelsdeal kommen "sehr hohe" Strafzölle

Der US-Präsident prangert erneut das Handelsdefizit der USA mit den Europäern an und drängt Brüssel auf ein neues Handelsabkommen.

(dpa/jt) - Nach dem Abschluss des Handelsabkommens mit China will sich US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben jetzt auf Verhandlungen mit der EU konzentrieren. Ohne neues Abkommen mit der US-Regierung drohten den Europäern "sehr hohe Zölle" auf den Import von Autos und anderen Waren, sagte Trump am Mittwoch dem US-Nachrichtensender CNBC. 

Ohne einen Deal "müssen die USA handeln", warnte Trump in dem Gespräch am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Er gehe aber davon aus, dass es zu einer Einigung mit Brüssel kommen werde, sagte Trump weiter. "Sie werden einen Deal machen, weil sie müssen, sie müssen", sagte der Präsident. 

Er habe sich in dem Handelskonflikt bislang zurückgehalten, weil er erst jenen mit China zum Abschluss bringen wollte. Trump beklagte, dass die EU-Staaten deutlich mehr in die USA exportierten als umgekehrt. 

"Es war unmöglich, mit Juncker zu arbeiten"

Der US-Präsident erwähnte im Interview mit CNBC auch den früheren EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker: "Jean-Claude war ein Freund von mir, aber es war unmöglich, mit ihm zu arbeiten." Trump hatte sich nach einem Treffen mit Juncker im Juli 2018 im Weißen Haus zu dem Zugeständnis bewegen lassen, keine Strafzölle auf europäische Autos zu verhängen.


US president Donald Trump delivers a speech at the Congres center during the World Economic Forum (WEF) annual meeting in Davos, on January 21, 2020. (Photo by Fabrice COFFRINI / AFP)
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Abkommen noch in weiter Ferne

Die USA und die EU sind wichtige Handelspartner. Sie haben 2018 Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 1,3 Billionen US-Dollar ausgetauscht. Die Verhandlungen über TTIP, dem transatlantischen Freihandelsabkommen zwischen EU und USA, sind seit der US-Wahl 2016 auf Eis gelegt. Eine Neuauflage wird es wohl nicht in naher Zukunft geben, auch weil beide Seiten bestimmte Wirtschaftsbereiche ausschließen wollen: Die EU etwa will ihre Landwirtschaft schützen, die US-Regierung hingegen den Markt für öffentliche Aufträge.


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 Trumps Regierung hatte der EU bereits 2019 mit Zöllen auf Autoimporte in Höhe von 25 Prozent gedroht. Eine Frist zu deren Verhängung ließ die Regierung aber ohne Angabe von Gründen verstreichen. Solche Zölle würden vor allem deutsche Hersteller treffen. Die EU hat klargemacht, dass sie bei einer Verhängung von Strafzöllen ebenfalls neue Importgebühren einführen würde.


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