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Trump baut sein Kabinett: Islamkritiker als Sicherheitsberater
International 18.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Trump baut sein Kabinett: Islamkritiker als Sicherheitsberater

Der 57-jährige Flynn ist wegen seiner radikalen Haltung zum Islam nicht unumstritten.

Trump baut sein Kabinett: Islamkritiker als Sicherheitsberater

Der 57-jährige Flynn ist wegen seiner radikalen Haltung zum Islam nicht unumstritten.
AFP
International 18.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Trump baut sein Kabinett: Islamkritiker als Sicherheitsberater

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Trump stellt sich seine Mannschaft zusammen. Nach chaotischem Beginn scheint Ordnung in den Prozess zu kommen. Erste Namen werden bekannt, alle aus dem Bereich von Sicherheit, Recht und Ordnung.

(dpa) - Der designierte US-Präsident Donald Trump hat nach übereinstimmenden Berichten erste Entscheidungen für zentrale Positionen seiner Regierung getroffen. Der ehemalige General Michael Flynn soll nationaler Sicherheitsberater werden. Als Chefankläger und Justizminister gilt Alabamas Senator Jeff Sessions als ausgemacht. CIA-Direktor soll der Abgeordnete Mike Pompeo (Kansas) werden.

Sollte Flynn den Posten annehmen, würde er den Präsidenten bei allen Fragen der nationalen und der internationalen Sicherheit beraten. Er legt dem Präsidenten dessen Reaktion auf Krisen nahe. Da Trump selber auf diesen Gebieten keine Erfahrung in Außen- und Sicherheitspolitik hat, käme dem Drei-Sterne-General enormer Einfluss zu.

Radikaler Islamkritiker

Flynn beriet Trump bereits während des Wahlkampfs.
Flynn beriet Trump bereits während des Wahlkampfs.
Foto: AFP

Flynn (57) ist vor allem wegen seiner radikalen Haltung zum Islam umstritten. Er hält ihn für eine politische Ideologie, nicht für eine Religion.

Er war von 2012 bis zu seiner Entlassung 2014 Direktor des Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency.

Flynn tritt wie Trump für eine Entspannung mit Russland ein. Er ist mehrmals im staatlichen russischen TV-Sender Russia Today aufgetreten. Nach Angaben der „New York Times“ hat seine Beratungsfirma Flynn Intel Group Verbindungen zu Ländern im Mittleren Osten und ist als Lobbyistin für die türkische Regierung in Erscheinung getreten. Flynn muss nicht vom Senat bestätigt werden.

Flynn beriet Trump bereits während des Wahlkampfs. Ehemalige Mitarbeiter beschreiben ihn als verwirrt, Ex-Außenminister Colin Powell nannte Flynn einen verrückten Rechten.

Giuliani weiter im Gespräch

Keine Klarheit gibt es bisher für die zentralen Posten des Außen- und des Verteidigungsministers. Als Außenminister hoch gehandelt wird weiterhin New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani.

Am Wochenende verlässt Trump New York und trifft Mitt Romney, der 2012 als Präsidentschaftskandidat Barack Obama unterlegen war. Romney hatte Trump im Wahlkampf kritisiert. Es gibt widersprüchliche Berichte zu der Frage, ob das Treffen lediglich der Versöhnung dienen soll, oder ob Trump Romney den Posten des Chefdiplomaten anbietet.

Der voraussichtlich neue Justizminister und Chefankläger Sessions ist laut „National Journal“ einer der fünf konservativsten US-Senatoren. Seit 20 Jahren Senator, hat er sich wiederholt gegen jede Form der Einwanderung gewandt, bezweifelt den Klimawandel und hatte sich wiederholt Vorwürfen des Rassismus zu erwehren. Er würde Loretta Lynch nachfolgen.


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