Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Trotz Schulöffnungen Bildungsrückstand durch Pandemie
International 2 Min. 24.01.2022
Unesco

Trotz Schulöffnungen Bildungsrückstand durch Pandemie

Die Auswirkungen der Schulschließungen auf das Lernen junger Menschen könnten weltweit zu den kostspieligsten Folgen der Pandemie zählen, so die Experten der Unesco.
Unesco

Trotz Schulöffnungen Bildungsrückstand durch Pandemie

Die Auswirkungen der Schulschließungen auf das Lernen junger Menschen könnten weltweit zu den kostspieligsten Folgen der Pandemie zählen, so die Experten der Unesco.
Foto: DPA
International 2 Min. 24.01.2022
Unesco

Trotz Schulöffnungen Bildungsrückstand durch Pandemie

Die pandemiebedingten Folgen für jungen Menschen sind laut der UN-Bildungsorganisation noch nicht ausgebügelt.

(dpa) - Auf kurze Freude darüber schulfrei zu haben, folgten bei den Schulschließungen rund um den Globus in der ersten Phase der Corona-Pandemie oft soziale Isolation, Lernrückstände und Frust. Nun hat die UN-Kultur- und Bildungsorganisation Unesco zum Internationalen Tag der Bildung am Montag eine gute Nachricht parat: Im weiteren Verlauf der Pandemie hat es weltweit einen Strategiewechsel gegeben, in den allermeisten Ländern sind die Schulen trotz der Virusvariante Omikron und neuen Infektionswellen überwiegend geöffnet. Die Bildungsexperten warnen jedoch vor den Langzeitfolgen der überstandenen Schließungen und fordern eine Stärkung der Schulen für folgende Krisen.

„In 135 Ländern sind die Schulen überwiegend geöffnet“, sagt die stellvertretende Unesco-Generaldirektorin für Bildung, Stefania Giannini, in Paris. Nur zwölf Länder hätten sich weiterhin dazu entschieden, die Schulen geschlossen zu halten. Im weltweiten Durchschnitt seien die Schulen an 20 Wochen geschlossen und an weiteren 20 Wochen nur eingeschränkt geöffnet gewesen. Je nach Erdteil sei der Schulkurs unterschiedlich gewesen. „In Uganda haben die Schulen gerade erst nach 80 Wochen Schließung wieder geöffnet.“ Auch in Kuwait, Bangladesch und auf den Philippinen habe es lange Schließzeiten gegeben.

Wichtiger Präsenzunterricht


In Luxemburg waren die Schulen im internationalen Vergleich am längsten geöffnet, dennoch hatte die Krise negative Auswirkungen auf die Leistungen der Schüler.
Die Schule brennt
Die sanitäre Krise hat die Bildungsbranche fest im Griff. Und befeuert eine weitere Krise, die besonders Schwächere trifft.

„Die gute Nachricht ist, dass die Regierungen sich nun entschieden haben, die Schulen offenzuhalten, egal welche Anstrengungen dies erfordert“, sagte Unesco-Expertin Giannini. Dies stehe in einem starken Kontrast zur Situation vor einem Jahr, als die meisten Schulen geschlossen waren. Gründe für den Kurswechsel seien die Impfkampagnen, bessere Hygienepläne für Schulen und ein „Learning-by-doing“-Effekt. Man sei sich auch der Bedeutung des Präsenzunterrichts bewusst geworden. „Es gibt eine globale Anerkennung der Schule als sozialem Ort und als Ort des Austausches.“


Das Bildungsministerium setzt im Kampf gegen das Corona-Virus auf verschärftes Testen in den Schulen.
Die Hoffnung auf ein Wunder
In niederländischen Schulen soll eine Coronawelle mit Luftfiltern gebrochen worden sein. In Luxemburg werden die Forderungen lauter.

Doch es gebe Langfristfolgen der Schulschließungen, sagt Giannini auch. Die Qualität des Lernens habe gelitten, hinsichtlich der Fähigkeiten im Lesen und Verstehen etwa. Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, warnt vor schwerwiegenden Folgen gerade für diejenigen, die es schon davor schwer hatten, im Bildungssystem Fuß zu fassen. „Die Auswirkungen der Schulschließungen auf das Lernen junger Menschen könnten weltweit zu den kostspieligsten Folgen der Pandemie zählen.“ Hunderte Millionen junger Menschen hätten schon zuvor keinen Zugang zu Schulbildung gehabt, die Pandemie drohe weitere Bildungsrückstände hervorzurufen.

Es gelte, nach der Corona-Krise dauerhaft bessere Bildungschancen zu schaffen, erklärte Unesco-Generalsekretärin Audrey Azoulay. „Wir müssen die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit wieder gutmachen und den digitalen Wandel auf Inklusion und Gerechtigkeit ausrichten.“ 

In den meisten Ländern funktionieren die Schuleinrichtungen wieder.
In den meisten Ländern funktionieren die Schuleinrichtungen wieder.
Foto: DPA


Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema