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Trotz Sanktionen: Nordkorea provoziert mit neuem Atomtest
International 09.09.2016

Trotz Sanktionen: Nordkorea provoziert mit neuem Atomtest

Ein Mitarbeiter der südkoreanischen Wetterbehörde zeigt auf das Epizentrum der Erschütterung in Nordkorea.

Trotz Sanktionen: Nordkorea provoziert mit neuem Atomtest

Ein Mitarbeiter der südkoreanischen Wetterbehörde zeigt auf das Epizentrum der Erschütterung in Nordkorea.
Foto: AFP
International 09.09.2016

Trotz Sanktionen: Nordkorea provoziert mit neuem Atomtest

Nordkorea bringt mit einem Atomtest erneut die Weltgemeinschaft gegen sich auf. Frische Sanktionen sind so gut wie sicher. Doch Pjöngjang will weiter machen.

(dpa) - Nur acht Monate nach seinem weltweit verurteilten vierten Atomversuch hat Nordkorea nach eigenen Angaben erneut einen Atomsprengkörper getestet. Ein "Nuklearsprengkopf" sei erfolgreich zur Explosion gebracht worden, berichtete am Freitag das Staatsfernsehen des weithin isolierten Landes. Nordkorea werde den Ausbau seiner Atomstreitmacht vorantreiben. Südkoreas Militär, das den Test bestätigte, sprach von der bisher stärksten Explosion bei einem nordkoreanischen Atomversuch.  

Nordkoreas traditioneller Verbündeter China protestiert gegen den neuen Atomversuch. Die Regierungen in Südkorea und Japan verurteilten das Vorgehen des kommunistischen Regimes in Pjöngjang als Provokation und drohten mit stärkeren internationalen Sanktionen. Das südkoreanische Militär habe seine Alarmbereitschaft verstärkt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul.

Der neue Atomversuch durch Nordkorea, das am Freitag den 68. Staatsgründungstag feierte, erfolgte nach wiederholten Drohungen gegen Südkorea und die USA sowie nach einer Reihe von Tests mit ballistischen Raketen in den vergangenen Monaten. Erst am Montag hatte Nordkorea erneut Mittelstreckenraketen gestartet und damit den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im ostchinesischen Hangzhou belastet. 

Ziel: Reichweite bis in die USA

Ziel des Machthabers Kim Jong Un ist es, Atomraketen zu entwickeln, die die USA erreichen können. UN-Resolution verbieten dem Regime Atomversuche und Tests mit ballistischen Trägerraketen. Nach dem Atomtest im Januar dieses Jahres und einem Raketenstart hatte das UN-Gremium die Sanktionen gegen Pjöngjang noch einmal verschärft. Das Regime hatte daraufhin weitere Atom- und Raketentests angekündigt, die sein souveränes Recht seien.    

Ungewöhnliche seismische Aktivitäten, die am Freitag im Gebiet um das nordkoreanische Testgelände Punggye-ri im Nordosten gemessen wurden, hatten sofort Spekulationen um einen neuen Atomtest ausgelöst. Während offizielle Stellen in Südkorea von einem Beben mit einer Stärke von 5,0 sprachen, berichtete die US-Erdbebenwarte USGS von einer «Explosion» in der Region mit einer Stärke von 5,3. Die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) sprach von einem «unüblichen seismischen Ereignis». 


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