Trotz Drohungen aus Moskau: Nato startet Verhandlungen mit Montenegro
(dpa) - Trotz Drohungen aus Russland hat die Nato die Beitrittsverhandlungen mit dem Balkanstaat Montenegro eröffnet. Bei den am Montag begonnenen Gesprächen gehe es um politische, militärische und rechtliche Fragen, teilte das Militärbündnis in Brüssel mit. Sie seien für beide Seiten die Gelegenheit, noch offene Punkte zu klären.
Die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit dem nur rund 600 000 Einwohner zählenden Balkanstaat war von der Nato im vergangenen Dezember beschlossen worden. Russland kritisiert die Entscheidung als konfrontativen Schritt, der zur weiteren Destabilisierung der euroatlantischen Sicherheit beitragen könne. Die „Expansion der Allianz“ schade Russland und zwinge Moskau zu „entsprechenden Reaktionen“, hatte das russische Außenministerium im Dezember mitgeteilt.
Im Anschluss an die jetzt begonnen Gespräche mit Montenegro wollen die Alliierten ein Beitrittsprotokoll unterzeichnen, das dem Land die Möglichkeit eröffnen wird, als Beobachter an Bündnistreffen teilzunehmen. Der offizielle Beitritt kann erst nach Ratifizierung des Protokolls durch alle 28 Nato-Staaten erfolgen. Dies wird voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen.