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Transgender dürften künftig wieder im US-Militär dienen
International 2 Min. 25.01.2021

Transgender dürften künftig wieder im US-Militär dienen

Biden beim Unterschreiben des Dekrets-

Transgender dürften künftig wieder im US-Militär dienen

Biden beim Unterschreiben des Dekrets-
Foto: AFP
International 2 Min. 25.01.2021

Transgender dürften künftig wieder im US-Militär dienen

Der neue US-Präsident Joe Biden hat eine kontroverse Anordnung seines Vorgängers Donald Trump zum Ausschluss von Transgender aus den Streitkräften aufgehoben.

(dpa) - Der Demokrat unterzeichnete am Montag eine Verfügung, wonach „alle Amerikaner, die qualifiziert sind, in den Streitkräften der Vereinigten Staaten zu dienen, dies auch tun können sollen“, wie das Weiße Haus in Washington mitteilte. „Präsident Biden glaubt, dass Geschlechtsidentität kein Hindernis für den Militärdienst sein sollte und dass die Stärke Amerikas in der Vielfalt liegt.“

Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich nicht - oder nicht nur - mit dem Geschlecht identifizieren, das bei ihrer Geburt notiert wurde. Biden hat als Staatssekretärin im Gesundheitsministerium erstmals eine Transgender-Frau für einen derart hohen Posten in der US-Regierung nominiert.


Trump verkündete die Entscheidung am Mittwoch per Twitter.
Am Mittwoch: Trump schließt Transgender vom Militärdienst aus
Es war ein wichtiges Anliegen der Obama-Regierung: Transgender sollten nicht mehr aus dem Militär ausgeschlossen werden dürfen. Trump macht das rückgängig und befriedigt wieder einmal seine erzkonservative Basis.

Der Republikaner Trump hatte den Ausschluss von Transgender aus den Streitkräften im Juli 2017 angekündigt. Mit zwei entsprechenden Anordnungen machte er eine Entscheidung seines Vorgängers Barack Obama rückgängig. Trump führte zur Begründung für den hochumstrittenen Schritt an, dass das Militär nicht mit den „enormen medizinischen Kosten“ belastet werden könne, die mit dem Dienst von Transgender einhergingen. Trump hatte damals mehr Studien gefordert, um sicherzustellen, dass Transgender nicht die militärische Effektivität hemmten, den Zusammenhalt zerstörten oder die militärischen Ressourcen belasteten.

Inklusive Streitkräfte erwünscht

Das Weiße Haus teilte nun mit: „Allen qualifizierten Amerikanern zu erlauben, ihrem Land in Uniform zu dienen, ist besser für das Militär und besser für das Land.“ Die Streitkräfte seien effektiver, wenn sie inklusiv seien. „Um es einfach auszudrücken, es ist der richtige Weg, und es ist in unserem nationalen Interesse.“ Der neue Verteidigungsminister Lloyd Austin teilte mit, er unterstütze Bidens Anweisung voll und ganz. Sein Ministerium werde sofort Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass Personen, die sich als Transgender identifizierten, in ihrem selbst identifizierten Geschlecht in die Streitkräfte eintreten und dort dienen könnten.

Trumps Entscheidung hatte landesweite Proteste ausgelöst.
Trumps Entscheidung hatte landesweite Proteste ausgelöst.
Foto: AFP

Bundesgerichte hatten Trumps Vorhaben zunächst gestoppt. Der Supreme Court verfügte aber im Januar 2019, dass das Verbot bis zur Entscheidung von Berufungsgerichten in Kraft treten kann. Zu den Klägern gegen Trumps Vorhaben gehörte die Bürgerrechtsbewegung ACLU, die Bidens Entscheidung am Montag begrüßte. „Das ist ein unglaublicher Sieg für unsere Mandanten und sendet die Botschaft, dass Transgender nicht nur in unsere Streitkräfte gehören, sondern auch in unser Land“, schrieb die ACLU auf Twitter.


An zahlreichen Orten der USA waren die Menschen wegen der Transgender-Haltung der Regierung Trump auf die Straßen gegangen.
Vom 1. Januar an: US-Militär muss Transgender aufnehmen
Nach einem Gerichtsentscheid muss das US-Militär mit Beginn des nächsten Jahres Transgender aufnehmen. Eine Bundesrichterin in Washington lehnte am Montag einen Antrag der Regierung von Präsident Donald Trump ab.

Die Bürgerrechtsbewegung Human Rights Campaign dankte Biden für die Maßnahme. Die US-Streitkräfte würden damit wieder „Qualifikation über Diskriminierung“ stellen, hieß es in einer Mitteilung. 

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