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Mehrere Häuser in Erftstadt bei Köln weggespült
International 6 1 3 Min. 16.07.2021
Tote zu beklagen

Mehrere Häuser in Erftstadt bei Köln weggespült

Die Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem haben Häuser unterspült und zum Einsturz gebracht.
Tote zu beklagen

Mehrere Häuser in Erftstadt bei Köln weggespült

Die Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem haben Häuser unterspült und zum Einsturz gebracht.
Rhein-Erft-Kreis/dpa
International 6 1 3 Min. 16.07.2021
Tote zu beklagen

Mehrere Häuser in Erftstadt bei Köln weggespült

Nach den Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Toten weiter. In Erftstadt stürzen unterspülte Häuser ein.

(dpa) - Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sind bislang 93 Todesopfer zu beklagen. In Rheinland-Pfalz kamen in den Fluten mindestens 50 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43. Die Zahl dürfte sich angesichts einer hohen Zahl von Vermissten noch erhöhen.

Nach Polizeiangaben würden in Rheinland-Pfalz knapp unter 100 Menschen vermisst, sagte Innenminister Roger Lewentz am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Stundenlanger Starkregen hatte zu den verheerenden Überschwemmungen in mehreren Regionen geführt. Die Regierungen der beiden betroffenen Bundesländer kamen zu Sondersitzungen zusammen.

Dramatisch war die Situation am Freitagvormittag in Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln. Dort wurden Häuser unterspült und stürzten ein. „Es gibt Todesopfer“, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln.

Von der Bezirksregierung verbreitete Luftbilder und Fotos von dpa-Fotografen zeigen Erdrutsche von gewaltigem Ausmaß. Häuser wurden mitgerissen und verschwanden. Autos lagen in neu entstandenen riesigen Erdlöchern neben Betonteilen der ehemaligen Kanalisation.

Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden, hatte die Behörde zuvor mitgeteilt. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

Bilder aus Erftstadt:

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Das dortige Innenministerium sprach am Freitag von 43 Toten. Die Feuerwehr rettete am Donnerstagabend im Kreis Heinsberg drei schwer verletzte Menschen aus dem Fluss Wurm, die zu ertrinken drohten.


15.07.2021, Rheinland-Pfalz, Schuld: Blick in den Ort im Kreis Ahrweiler am Tag nach dem Unwetter mit Hochwasser. Mindestens sechs Häuser wurden durch die Fluten zerstört. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
50 Tote in der Eifel am Freitagmorgen
Die Zahl der Toten im Landkreis Ahrweiler steigt weiter. Insgesamt sind im Westen Deutschlands am Donnerstag mindestens 80 Menschen gestorben.

In Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe. Allein im Dorf Schuld an der Ahr mit 700 Einwohnern wurden mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen, zahlreiche weitere Gebäude teils schwer beschädigt. Erhebliche Schäden gab es auch in weiteren Regionen der Eifel sowie im Landkreis Trier-Saarburg.

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Zur Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz: „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden.“ Die Bergungsarbeiten liefen weiter. Der Kreis Ahrweiler hatte von 1.300 Vermissten im Kreisgebiet gesprochen. Eine Sprecherin erklärte das auch mit dem teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz. Daher gebe es keinen Handy-Empfang; viele Menschen seien nicht erreichbar.

Pegelstände steigen weiter

An den Flüssen und Seen in Baden-Württemberg erwarten die Experten für Freitag steigende Wasserstände. In einigen Regionen wurden erneut Straßen gesperrt, im Allgäu stand ein Wohngebiet unter Wasser. Der Deutsche Wetterdienst warnte bereits vor schnellen Anstiegen vor allem in kleineren Gewässern des Südwestens.

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist der Zugverkehr stark beeinträchtigt. Zahlreiche Strecken seien komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar, teilte die Deutsche Bahn am Freitag mit. „Die Wassermassen haben Gleise, Weichen Signaltechnik, Bahnhöfe und Stellwerke in vielen Landesteilen von NRW und Rheinland-Pfalz stark beschädigt.“ Allein in Nordrhein-Westfalen seien Gleise auf einer Länge von rund 600 Kilometern betroffen. Im Fernverkehr ist unter anderem der Abschnitt Köln-Wuppertal-Hagen-Dortmund derzeit den Angaben zufolge nicht befahrbar.

In Rheinland-Pfalz wurden die Aufräum- und Bergungsarbeiten am Morgen fortgesetzt. Auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind zur Unterstützung in die Hochwasserregionen gekommen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wollte sich am Mittag in Mainz nach einer Kabinettssitzung zur aktuellen Lage äußern. Zuvor besuchte die Ministerpräsidentin die Einsatzzentrale der schwer betroffenen Stadt Trier.

Für den Aufbau der betroffenen Landstriche braucht es aus ihrer Sicht auch die Hilfe des Bundes. „Es ist ganz klar, dass diese Katastrophe nicht allein durch das Land zu stemmen ist, erst recht nicht durch die Kommunen“, sagte sie am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Es werde lange dauern, bis die betroffenen Regionen wieder aufgebaut sein würden.


15.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Hagen: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU, l) bedankt sich bei Hagenern Feuerwehrleuten für ihren Einsatz, nachdem er sich ein Bild von der Lage in der Stadt gemacht hat. Starkregen hatte zu Überschwemmungen in der Stadt geführt. Foto: Roberto Pfeil/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Gummistiefel-Moment von Armin Laschet
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Das nordrhein-westfälische Kabinett beriet ebenfalls in einer Sondersitzung über die Lage und Hilfen für die betroffenen Kommunen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“, es müssten Wege gefunden werden, sehr schnell wieder Straßen, Brücken und andere Infrastruktur in Gang zu setzen. Das Land werde helfen, nötig sei aber auch „eine große nationale Kraftanstrengung, damit schnell die schlimmsten Dinge beseitigt werden“.


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