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Mehrere Menschen mit Pfeil und Bogen getötet
International 3 Min. 13.10.2021
Norwegen im Schock

Mehrere Menschen mit Pfeil und Bogen getötet

Polizisten ermitteln im Zentrum von Kongsberg.
Norwegen im Schock

Mehrere Menschen mit Pfeil und Bogen getötet

Polizisten ermitteln im Zentrum von Kongsberg.
Foto: Håkon Mosvold Larsen/NTB/dpa
International 3 Min. 13.10.2021
Norwegen im Schock

Mehrere Menschen mit Pfeil und Bogen getötet

Zehn Jahre nach den Breivik-Anschlägen werden in einer Kleinstadt Menschen angegriffen. Die genaue Opferzahl ist noch unbekannt. Ein 37-jähriger Däne wurde verhaftet.

(dpa) - Bei einer Gewalttat im südnorwegischen Kongsberg sind mehrere Menschen verletzt und getötet worden. Das teilte die norwegische Polizei am Mittwochabend mit. Der mutmaßliche Einzeltäter sei gefasst worden. Die Tat ereignete sich demnach gegen 18.15 Uhr im Zentrum der Stadt Kongsberg, die rund 80 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Oslo liegt. Der Täter sei mit Pfeil und Bogen bewaffnet gewesen – ob er auch andere Waffen bei sich trug, blieb bis zur Nacht offen. Man gehe von einem Einzeltäter aus. Nach weiteren Tätern werde nicht gesucht. Die Lage sei unter Kontrolle.

Die Polizei könne leider bestätigen, dass es mehrere Verletzte und auch Tote gegeben habe, sagte der zuständige Polizeichef Øyvind Aas. Die Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden. Eine genaue Zahl von Opfern nannte er zunächst nicht. Medienberichten zufolge sollen mindestens vier Menschen getötet worden sein.

Verdächtiger war polizeibekannt

Später am Abend veröffentlichte die Polizei Details über den festgenommenen Verdächtigen. Bei ihm handele es sich um einen 37-jährigen Dänen, der aber in der südnorwegischen Kleinstadt Kongsberg lebe, teilte die Polizei am frühen Donnerstagmorgen mit. Er sei angeklagt worden. Die Hintergründe der Tat blieben jedoch zunächst unklar. Auch ein terroristisches Motiv konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden.

Der Mann habe in einem Verhör in der Nacht Angaben zur Tat gemacht, sagte sein Verteidiger im Anschluss der Presse. Die Staatsanwältin sagte dem norwegischen Sender TV2, der Mann habe die Taten zugegeben. Er sei der Polizei zuvor bekannt gewesen. Sie bestätigte, dass er mehrfach mit dem norwegischen Gesundheitswesen in Kontakt gewesen war.

Die Angriffe ereigneten sich nach Angaben der Polizei an mehreren Orten in der Stadt. Der Täter habe sich über ein größeres Gebiet hinweg bewegt, teilten die Ermittler mit. Der Vorfall ereignete sich am Vorabend des Regierungsantritts des neuen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre.

An mehreren Orten angegriffen

Polizeichef Øyvind Aas.
Polizeichef Øyvind Aas.
Foto: DPA

Der Polizei sei um 18.13 Uhr von mehreren Personen gemeldet worden, dass sich ein Bewaffneter durch die Stadt bewege und mit Pfeil und Bogen auf Menschen schieße, sagte Aas. Die Tat habe sich an mehreren Orten im Zentrum von Kongsberg ereignet. Mehrere Medien berichteten von einem Supermarkt als einem Ort des Geschehens.

Eine Einwohnerin von Kongsberg sagte der Nachrichtenagentur NTB, sie habe gehört, wie der Alarm in einem Supermarkt losgegangen sei. Dabei habe sie sich nicht viel gedacht. Dann jedoch habe sie auch Polizeiautos und Rettungswagen gehört. Die Polizei habe am Abend mit Taschenlampen Garagen und Hinterhöfe im Stadtzentrum abgesucht.

„Das ist eine Tragödie für alle Betroffenen. Mir fehlen die Worte“, sagte Kongsbergs Bürgermeisterin Kari Anne Sand der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“. Auch die scheidende Ministerpräsidentin Erna Solberg und Justizministerin Monica Mæland wollten sich äußern.

Wegen des Vorfalls wurde die Polizei vorübergehend bewaffnet, wie das Polizeidirektorat am späten Abend mitteilte. Es handele sich um eine Bereitschaftsmaßnahme – vorläufig gebe es keine Hinweise für eine Änderung der Bedrohungslage im Land. Auch der norwegische Geheimdienst PST wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.    

Düstere Erinnerungen

Norwegen hat vor zehn Jahren den schwersten Terroranschlag seiner modernen Geschichte erlebt. Am 22. Juli 2011 hatte der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel eine in einem weißen Transporter versteckte Bombe gezündet und dabei acht Menschen getötet.


(FILES) In this file photo taken on August 05, 2015 The memorial reading the names of the slaughtered Norwegian Labour party youth (AUF) activists is seen on the Utoya island some 40 km west of Oslo on August 5, 2015, ahead of their first summer camp since the bloody rampage in 2011. - Norway was plunged into horror on July 22, 2011, when right-wing extremist Anders Behring Breivik killed dozens in a bomb attack in central Oslo and a shooting spree on the island of Utoya. (Photo by Odd ANDERSEN / AFP)
Die offenen Wunden nach dem Massaker von Utøya
Auch zehn Jahre nach den Terroranschlägen in Norwegen sind die schmerzhaften Erinnerungen noch immer allgegenwärtig.

Daraufhin fuhr er zur etwa 30 Kilometer entfernten Insel Utøya, wo er sich als Polizist ausgab und das Feuer auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jährlichen Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei eröffnete.

69 Menschen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, kamen auf Utøya ums Leben. Breivik nannte rechtsextreme und islamfeindliche Motive für seine Taten. Er wurde im August 2012 zu einer langen Haftstrafe verurteilt.    

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