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Tödlicher Messerangriff auf Abgeordneten war Terrorakt
International 2 Min. 16.10.2021
England in Trauer

Tödlicher Messerangriff auf Abgeordneten war Terrorakt

Im Rahmen der Ermittlungen gebe es auch Durchsuchungen an zwei Orten in London.
England in Trauer

Tödlicher Messerangriff auf Abgeordneten war Terrorakt

Im Rahmen der Ermittlungen gebe es auch Durchsuchungen an zwei Orten in London.
Foto: AFP
International 2 Min. 16.10.2021
England in Trauer

Tödlicher Messerangriff auf Abgeordneten war Terrorakt

Die Bestürzung in Großbritannien über den gewaltsamen Tod des Abgeordneten Amess in Großbritannien ist riesig. Für die Polizei ist inzwischen klar, dass es sich um einen Terrorakt handelt.

(dpa) - Der britische Tory-Abgeordnete David Amess ist nach ersten Ermittlungen der Polizei Opfer eines Terrorakts geworden. Für die Behörden stand nach stundenlangen Ermittlungen fest, dass es sich bei der Messerattacke eines 25-Jährigen um einen Terrorakt handelt, wie die britische Agentur PA in der Nacht zum Samstag berichtete. Die Anti-Terror-Einheit hatte die Ermittlungen bereits unmittelbar nach der Tat aufgenommen.


Wreath and flowers have been laid by a commemorative plaque set outside the Bataclan concert venue during ceremonies across Paris marking the fourth anniversary of the terror attacks of November 2015 in which 130 people were killed on November 13, 2019 in Paris. (Photo by STEPHANE DE SAKUTIN / AFP)
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Erste Untersuchungen hätten „eine mögliche Motivation in Verbindung zu islamistischem Extremismus“ ergeben, heißt es in der Mitteilung der Polizei weiter. Im Rahmen der Ermittlungen gebe es auch Durchsuchungen an zwei Orten in London. Der 25-jährige Angreifer befinde sich in Gewahrsam in einer Polizeistation in Essex. Nach Dafürhalten der Ermittler gilt er als Einzeltäter. Weitere Verdächtige werden nicht gesucht.

Der 69 Jahre alte konservative Abgeordnete David Amess wurde am Freitag in seinem Wahlkreis in der englischen Grafschaft Essex während einer Bürgersprechstunde zum Opfer einer Messerattacke. Amess erlitt mehrere Stichverletzungen und starb noch vor Ort.

Fahnen in England auf halbmast

Der Vorfall löste Entsetzen und große Betroffenheit über die Parteigrenzen hinweg aus. Die Fahnen am Regierungssitz Downing Street und dem Parlament wurden auf halbmast gesetzt.

Premierminister Boris Johnson äußerte sich zunächst nicht zu den möglichen Hintergründen der Tat. „Unsere Gedanken sind vor allem mit seiner Familie, seiner Frau und seinen Kindern und für alles Weitere müssen wir die Polizei ihre Ermittlungen machen lassen“, sagte der Premier. Die Herzen seien nun voller Schock und Traurigkeit, so Johnson. Oppositionschef Keir Starmer von der Labour-Partei sprach von einem „dunklen und schockierenden Tag“ und rief angesichts der „grauenhaften Ereignisse“ zur Einheit auf.

Betroffen zeigten sich auch Prinz William und Herzogin Kate. „Wir sind schockiert und traurig über den Mord an Sir David Amess, der 40 Jahre seines Lebens dem Dienst an der Gemeinschaft geopfert hat“, teilten die beiden am Freitagabend per Twitter mit. Ihre Gedanken und Gebete seien bei der Familie, den Freunden und Kollegen des getöteten Abgeordneten, so das Paar weiter.

Auch Unterhauspräsident Lindsay Hoyle zeigte sich „schockiert und zutiefst getroffen“. Der Vorfall werde „Schockwellen durch die parlamentarische Gemeinschaft und das ganze Land senden“, so Hoyle auf Twitter. Er kündigte zudem an, es müsse in den kommenden Tagen „eine Debatte geben über die Sicherheit von Abgeordneten und zu ergreifende Maßnahmen“.

Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen  

Innenministerin Priti Patel ordnete eine umgehende Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen für Abgeordnete an. Die konservative Ministerin verurteilte die Attacke als „sinnlosen Angriff auf die Demokratie selbst“.


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Amess hinterlässt eine Frau und fünf Kinder. Der Katholik galt als erzkonservativer Brexit-Befürworter, der sich gegen das Recht auf Abtreibung und für Tierrechte einsetzte. Er war auch ein entschiedener Gegner der Fuchsjagd. Amess saß seit 1983 für die Tories im britischen Parlament, zuerst für den Wahlkreis Basildon, später für Southend West.

Der Fall erinnert an den Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox 2016. Cox wurde bei einer Bürgersprechstunde in ihrem Wahlkreis von einem Rechtsextremisten mit einer Schusswaffe und einem Messer angegriffen. Sie starb kurz darauf an ihren Verletzungen. Der Mord an Cox ereignete sich nur wenige Wochen vor dem Brexit-Referendum.


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