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Tödlicher Angriff in Moskau gibt weiter Rätsel auf
International 2 Min. 20.12.2019

Tödlicher Angriff in Moskau gibt weiter Rätsel auf

Russische Polizisten am Tatort.

Tödlicher Angriff in Moskau gibt weiter Rätsel auf

Russische Polizisten am Tatort.
AFP
International 2 Min. 20.12.2019

Tödlicher Angriff in Moskau gibt weiter Rätsel auf

Mitten in Moskau schießt ein Angreifer an der Zentrale des russischen Inlandsgeheimdienstes auf Sicherheitsleute. Ein FSB-Mitarbeiter stirbt, fünf Menschen werden verletzt. Auch der Täter stirbt - und hinterlässt viele Fragen.

(dpa) - Nach den Schüssen an der Zentrale des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau gibt die Tat weiter Rätsel auf. Der Angriff werde in jedem Detail untersucht, sagte der Chef des staatlichen Ermittlungskomitees, Alexander Bastrykin. Der Vorfall sei eine große Tragödie, schrieb er am Freitag in einer Mitteilung. Offiziell war zu dem Angriff mit mindestens zwei Toten kaum etwas bekannt. Gesicherte Informationen zum Tathergang, dem Angreifer oder dem Motiv gab es zunächst nicht.

Nach unbestätigten Medienberichten handelt es sich bei dem Angreifer um einen 39 Jahre alten Mann, der im Großraum Moskau lebte. Das meldete auch die teilstaatliche Agentur Interfax unter Berufung auf nicht näher genannte Ermittlerkreise. Der Mann soll in seiner Freizeit Schießsport betrieben und in einem Verein auch an Wettbewerben teilgenommen haben.

Am Donnerstagabend war es im Moskauer Stadtzentrum am Lubjanka-Platz zu einer Schießerei zwischen russischen Sicherheitskräften und einem Angreifer gekommen. Der Angreifer soll mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr um sich geschossen haben. Nach Angaben des FSB wurden dabei ein Mitarbeiter des Geheimdienstes und der Angreifer getötet. Das Gesundheitsministerium in Moskau sprach von insgesamt fünf Verletzten.


A Russian soldier of the special forces stands guard a street next to the FSB security service's office in Moscow on December 19, 2019. - Gunfire broke out in central Moscow near an office of the FSB security service on DEcember 19, with armed officers seen running through a busy shopping area, Russian media and footage on social media said. Several videos shot from different vantage points pictured armed men running out of the office as gunfire rang out, with some reports saying there were casualties. (Photo by Dimitar DILKOFF / AFP)
Unbekannter erschießt in Moskau Geheimdienstmitarbeiter
Ein Angreifer mit einem Sturmgewehr hat in der Nähe der Zentrale des Inlandsgeheimdiensts FSB einen Menschen erschossen.

Ein Terrorverdacht wurde zunächst nicht bestätigt. Die russische Tageszeitung „Wedomosti“ schrieb aber unter Berufung auf Sicherheitskreise, es werde überprüft, ob der Täter Verbindungen zu Terroristen und Extremisten aus dem Nordkaukasus oder Syrien hatte. Es sei auch möglich, dass der Angriff als Provokation geplant worden sei, hieß es. Die Attacke auf die FSB-Zentrale ereignete sich nämlich fast zur selben Zeit, als im Kreml der Tag des Mitarbeiters der Sicherheitsorgane gefeiert wurde. Daran nahm auch Präsident Wladimir Putin teil.

Unmittelbar nach dem Angriff wurden die Straßen um den Lubjanka-Platz gesperrt, die Polizei ließ keine Passanten mehr durch. Erst am folgenden Morgen hoben die Sicherheitsbehörden die Absperrungen dort wieder auf. Das teilte die städtische Transportbehörde am nächsten Morgen im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Das Ermittlungskomitee habe ein Strafverfahren wegen Angriffs auf Sicherheitsorgane eingeleitet, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. Medienberichte, nach denen es drei Angreifer und mehr Tote gegeben haben soll, bestätigten die Behörden nicht.

Immer wieder kommt es in Russland zu Terroranschlägen. Vielfach sind auch die Sicherheitsbehörden sowie der Geheimdienst Ziele der Angreifer. 2018 hatte sich ein junger Mann beim FSB in der Hafenstadt Archangelsk im Norden des Landes in die Luft gesprengt. Dabei wurden drei FSB-Beamte verletzt. 2017 gab es einen Angriff auf ein FSB-Büro in Ostsibirien. Ein Bewaffneter erschoss zwei Menschen und wurde anschließend getötet. Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.


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