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Tödliche Schussattacken in den USA: "Genug ist genug"
International 1 3 Min. 05.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Tödliche Schussattacken in den USA: "Genug ist genug"

Bei einer Schießerei vor einem Einkaufszentrum in El Paso kamen 20 Menschen ums Leben.

Tödliche Schussattacken in den USA: "Genug ist genug"

Bei einer Schießerei vor einem Einkaufszentrum in El Paso kamen 20 Menschen ums Leben.
Foto: AFP/Mark Ralston
International 1 3 Min. 05.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Tödliche Schussattacken in den USA: "Genug ist genug"

30 Menschen starben am Wochenende bei zwei Schussattentaten in den USA. Donald Trump sagt, Hass habe keinen Platz in den USA. Doch für die Demokraten trägt der Präsident eine Mitverantwortung an den Morden.

(dpa) - Nach der Bluttat im texanischen El Paso mit 21 Toten sieht sich US-Präsident Donald Trump verstärkt Vorwürfen ausgesetzt, er befeuere Rassismus im Land. Mehrere prominente Demokraten beschuldigten den Republikaner am Sonntag, er ebne mit seiner Rhetorik den Weg für Hassverbrechen. 

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Trump selbst sprach den Menschen in El Paso und in Dayton, wo sich ein weiteres Massaker mit neun Toten ereignet hatte, sein Mitgefühl aus. „Hass hat keinen Platz in unserem Land, und wir werden uns darum kümmern“, sagte er vor Journalisten. 

„Hass hat keinen Platz in unserem Land, und wir werden uns darum kümmern“, sagte US-Präsident Donald Trump.
„Hass hat keinen Platz in unserem Land, und wir werden uns darum kümmern“, sagte US-Präsident Donald Trump.
Foto: AFP/Nicholas Kamm

Die Bluttat von El Paso behandeln die Ermittler als Fall von inländischem Terrorismus. Ein 21-Jähriger wird verdächtigt, in einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt das Feuer eröffnet und 20 Menschen getötet zu haben. 26 weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Schütze hatte sich ergeben. 

"Terroranschlag auf mexikanisch-amerikanische Gemeinde"

Die Ermittler prüfen, ob er vor der Tat ein „Manifest“ verfasste, das im Internet gefunden wurde. El Pasos Polizeichef Greg Allen sagte am Sonntag, es sehe mehr und mehr danach aus, dass der Mann es geschrieben habe. In dem Pamphlet heißt es unter anderem: „Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas.“  


Ein Schütze hat in einem Einkaufszentrum in El Paso mindestens 20 Menschen getötet.
21 Tote bei Massaker in Einkaufszentrum in Texas
Zum dritten Mal in einer Woche werden Menschen in den USA zum Opfer eines Todesschützen, dieses Mal in der Grenzstadt El Paso. Die Behörden ermitteln nicht nur wegen Mordes - es gibt Hinweise, dass es sich um ein Hassverbrechen handeln könnte.

Mexiko erwägt inzwischen ein Auslieferungsgesuch gegen den mutmaßlichen Schützen. „Wir werten diese Tat als einen Terroranschlag auf die mexikanisch-amerikanische Gemeinde und die mexikanischen Landsleute in den Vereinigten Staaten“, sagte Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard am Sonntag. Unter den 20 Todesopfern waren nach Angaben des mexikanischen Außenministeriums auch sechs Mexikaner. 

Kritiker werfen Trump seit längerem vor, mit seiner Rhetorik den Rassismus im Land zu befeuern. Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff erklärte am Sonntag auf Twitter: „Wenn der Präsident und andere Führungspersönlichkeiten sich einer rassistischen und entmenschlichenden Sprache bedienen, um Einwanderer und Muslime als Eindringlinge zu beschreiben, dann hören wütende und einsame Männer mit Waffen zu. Und sie schreiten zur Tat.“ 

Beto O'Rourke spricht nahe des Tatorts in El Paso zu Reportern.
Beto O'Rourke spricht nahe des Tatorts in El Paso zu Reportern.
Foto: Mario Tama/Getty Images/AFP

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke, der aus El Paso stammt, sagte dem Sender CNN, neben einem Verbot kriegsartiger Waffen müsse man auch den Hass und den offenen Rassismus ansprechen, der von Fox News und dem Präsidenten komme. „Er ermutigt es. Er toleriert es nicht nur, er ermutigt es“, sagte O'Rourke mit Blick auf Trump. 

Die ranghöchste Demokratin Nancy Pelosi forderte die Republikaner im Senat auf, sich Bemühungen anzuschließen, um die Waffengesetze im Land zu verschärfen. „Genug ist genug“, erklärte sie. 

Bemühungen um schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere – vor allem, weil Trumps Republikaner dagegen sind. Die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft vehement jeden Versuch, Waffenbesitz stärker zu regulieren. Auch Trump ist dezidiert gegen eine Einschränkung des Rechts auf Waffenbesitz, das in der US-Verfassung verankert ist. 

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Auf die Frage, ob er etwas gegen die Waffenprobleme im Land tun werde, sagte Trump am Sonntag, seine Regierung habe bereits viel getan. Aber vielleicht müsse mehr geschehen. Er fügte hinzu, dass es bei Taten wie denen vom Wochenende auch um ein Problem psychischer Erkrankungen gehe. „Das sind Menschen, die sehr, sehr ernsthaft psychisch krank sind“, erklärte er. Der Republikaner kündigte an, sich am Montag noch einmal äußern zu wollen. 


This videograb taken from the Twitter account of Derek Myers on August 4, 2019 shows police officers walking behind police cordon following a mass shooting in the popular bar and nightlife Oregon district in Dayton, Ohio. - Nine people were killed in a mass shooting early on August 4 in Dayton, Ohio, police said, adding that the assailant was shot dead by responding officers. (Photo by Derek MYERS / @DerekMyers Twitter account / AFP)
Nach Massaker in Texas: Schütze tötet neun Menschen in Dayton
In Dayton im US-Bundesstaat Ohio hat ein Schütze neun Menschen getötet und mindestens 26 weitere verletzt.

Unterdessen herrschte über das mögliche Motiv des Schützen in Dayton (Ohio) Rätselraten. „Wir haben darauf noch keine Antwort“, sagte der stellvertretende Polizeichef Matt Carper dem Sender CNN. Der 24-jährige Weiße soll nahe einer Bar im Zentrum das Feuer eröffnet und neun Menschen getötet haben, darunter seine eigene Schwester. Polizisten erschossen den Angreifer. Die Opfer waren 22 bis 57 Jahre alt. Die Schwester des Mannes ist demnach die jüngste unter ihnen. Sechs der Toten waren Afroamerikaner. Nach Angaben von Bürgermeisterin Nan Whaley trug der Täter dunkle, schusssichere Schutzkleidung. Er habe eine Waffe mit vielen zusätzlichen Patronenmagazinen benutzt. 

Die Ermittler gehen davon aus, dass das schnelle Eingreifen der Polizei Schlimmeres verhinderte. Einsatzkräfte hätten ihn rund 30 Sekunden nach Beginn seiner Tat gestoppt, sagte Daytons Polizeichef Richard Biehl. 


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