Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Todesfall "kein Anlass" auf Taser zu verzichten
Die Elektroschockpistolen können eine tödliche Wirkung erzielen.

Todesfall "kein Anlass" auf Taser zu verzichten

Foto: AFP
Die Elektroschockpistolen können eine tödliche Wirkung erzielen.
International 2 Min. 22.01.2019

Todesfall "kein Anlass" auf Taser zu verzichten

Elektroschockpistolen sind für die Polizei in bestimmten Fällen das Mittel der Wahl, um Situationen auch ohne Schusswaffen zu entschärfen. So zuletzt in Pirmasens und Schifferstadt. Laut Regierung überwiegen insgesamt die positiven Erfahrungen.

(dpa/lrs) - Rheinland-Pfalz sieht derzeit keinen Anlass, bei Polizeieinsätzen in bestimmten Gefahrensituationen auf den Einsatz von Elektroschockpistolen zu verzichten. Bisher gebe es positive Erfahrungen mit dem sogenannten Taser - auch als Einsatzmittel, um den Schusswaffengebrauch zu vermeiden, teilte das Innenministerium am Dienstag in Mainz mit.

Ob ein bei einem Einsatz am vergangenen Freitag eingesetzter Taser möglicherweise für den Tod eines 56-Jährigen in Pirmasens mitverantwortlich gewesen sei, sei noch unklar. Das Ergebnis der rechtsmedizinschen Untersuchung werde das Innenministerium abwarten, hieß es.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zweibrücken hatten die Polizisten in Pirmasens mit dem Einsatz des Tasers auf massiven Widerstand des Mannes gegen die Beamten reagiert.


In den USA, zwischen 2001 und 2007, 277 Personen bei Taser-Einsätzen durch die Polizei getötet worden sein.
Keine Elektroschockwaffen für die Polizei
Die Luxemburger Polizei plant derzeit nicht, ihre regulären Streifenpolizisten mit so genannten "Tasern", also Elektroschockwaffen, auszurüsten. Die CSV wünscht deren Einführung, obschon die "weniger letalen" Waffen umstritten sind.

Der Mann sollte vom Ordnungsamt in die Psychiatrie gebracht werden. Nach dem Vorfall kollabierte er auf dem Weg zum Krankenhaus und starb in der Notaufnahme an einem Herzinfarkt. Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte jüngst mitgeteilt, dass alle 72 Polizeiinspektionen in Rheinland-Pfalz bis 2021 einen Taser erhalten sollen. Derzeit seien bereits landesweit 37 Geräte im Streifendienst im Einsatz.

Eines davon ist am Dienstag in Schifferstadt eingesetzt worden. Dort machten Spezialkräfte der Polizei einen aggressiven Mann mit dem Elektroschocker unschädlich. Der Asylbewerber sollte von städtischen Mitarbeitern in eine andere Unterkunft verlegt werden. Der alkoholisierte Mann habe das abgelehnt, sich ein Messer an den Hals gehalten und auch die hinzugerufenen Polizisten bedroht, teilten die Behörden mit. Spezialkräfte mit Taser überwältigten den 30-Jährigen und ließen ihn ärztlich untersuchen. Der Mann sei nicht verletzt, hieß es. Er wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Bei einem Pilottest bei der Polizei Trier von März 2017 bis März 2018 hatten sich die Elektroschockwaffen laut Ministerium bewährt. In dem Zeitraum wurde der Taser bei 30 Einsätzen eingesetzt. In 21 der 30 Fälle genügte bereits die Androhung, den Taser einzusetzen, um die Situation zu deeskalieren, hieß es. Meist habe es sich um Vorfälle mit gewalttätigen und aggressiven Personen gehandelt.

Luxemburg wartet zunächst ab

In Luxemburg verfügen derzeit nur die Beamten der Polizei-Spezialeinheit über Elektroschockpistolen. Allerdings kommen diese nur äußerst selten zum Einsatz. Noch sei nicht angedacht, alle Polizisten mit Taser-Waffen auszurüsten, heißt es beim Ministerium für Innere Sicherheit. Man will zunächst die Erkenntnisse und Erfahrungen verfolgen, die in den Nachbarländern Deutschland und Belgien gesammelt werden.


Bei der Luxemburger Polizei: Elektroschockpistolen nur selten im Einsatz
Elektroschockpistolen ermöglichen es den Sicherheitskräften, eine verdächtige Person für kurze Zeit außer Gefecht zu setzen. In Luxemburg verfügt nur die Spezialeinheit über solche Waffen. Dies soll auch so bleiben.

Mit der Elektroschockpistole wird ein Täter mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht. Zwei mit Drähten verbundene Pfeile werden in den Brustbereich gezielt - über die Drähte werden elektrische Impulse auf den Körper übertragen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Arlon testet Polizei-Taser
Während in Luxemburg der Einsatz eines Tasers nur den Polizeispezialeinheiten vorbehalten ist, werden diese demnächst jenseits der belgischen Grenze als reguläre Polizeiausrüstung eingeführt – für eine sechsmonatige Versuchsphase.
Taser übertragen Stromschläge von rund 50 000 Volt.