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„The Telegraph“: Vollzug des EU-Austritts nicht überstürzen
Die Briten haben sich für ein "Out" aus der EU entschieden. Einige scheinen jedoch mit dem Austritt keine Eile zu haben.

„The Telegraph“: Vollzug des EU-Austritts nicht überstürzen

Foto: AFP
Die Briten haben sich für ein "Out" aus der EU entschieden. Einige scheinen jedoch mit dem Austritt keine Eile zu haben.
International 27.06.2016

„The Telegraph“: Vollzug des EU-Austritts nicht überstürzen

Die EU drängt darauf, den Austritt Großbritanniens aus der EU möglichst schnell in die Wege zu leiten. Die britische Zeitung "The Telegraph" hingegen rät, es langsam angehen zu lassen.

(dpa) - Zur Debatte über die praktische Umsetzung des Brexit-Votums meint die Londoner Zeitung „The Telegraph“ am Montag: 

„Wenn sich der Staub erstmal gelegt hat, gibt es potenziell eine große Dividende des Brexits, die erschlossen werden muss. Natürlich wird es nicht leicht sein, eine 43 Jahre alte Beziehung mit Europa aufzulösen. Doch es wird Chancen geben, nicht nur für Großbritannien, sondern auch für Europa, wenn dessen Führer die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Geschehenen ziehen. Sollten sie denken, es sei allein in Großbritannien zu einem Zerwürfnis gekommen, würden sie damit ignorieren, was in ihren eigenen Ländern vor sich geht. 

Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, dass ein Land, das eine schon lange nur noch halberzige politische Beziehung gekappt hat, nicht aufblühen sollte - es sei denn, wir reden uns jetzt selbst in eine Krise hinein oder es wird uns eine Krise aufgezwungen. 

Die Beamten in Brüssel würden den Austritt Großbritanniens gern beschleunigen. Aber ihnen wurden die Hände gebunden durch gewählte Regierungschefs wie Angela Merkel, die erkennen, welche Gefahren von überstürzten Aktionen für das gesamte europäische Projekt ausgehen. (...) Es liegt im Interesse Großbritanniens, die Sache langsam anzugehen und den EU-Austrittsartikel 50 erst zu aktivieren, nachdem dafür in informellen Gesprächen der Boden bereitet wurde. Aber das entspricht auch dem Interesse Europas.“ 

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