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Terroranschlag von Halle: Anklage fordert Höchststrafe
International 18.11.2020

Terroranschlag von Halle: Anklage fordert Höchststrafe

Der Attentäter wollte in der Synagoge von Halle ein Massaker anrichten, scheiterte aber an der Tür.

Terroranschlag von Halle: Anklage fordert Höchststrafe

Der Attentäter wollte in der Synagoge von Halle ein Massaker anrichten, scheiterte aber an der Tür.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/
International 18.11.2020

Terroranschlag von Halle: Anklage fordert Höchststrafe

Stephan B. erschoss zwei Menschen und verletzte mehrere andere zum Teil schwer, angetrieben von antisemitischen Verschwörungstheorien. Der deutsche Bundesanwalt fordert lebenslänglich.

Magdeburg (dpa) - Der Attentäter von Halle soll in Deutschland nach dem Willen der Anklage für den Rest seines Lebens hinter Gitter.

Die deutsche Bundesanwaltschaft forderte am Mittwoch eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Rechtsextremisten, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie anschließende Sicherungsverwahrung.

Unter anderem wegen Mordes, versuchten Mordes, Volksverhetzung und versuchter räuberischer Erpressung solle er verurteilt werden. Bundesanwalt Kai Lohse bezeichnete die Tat in seinem Schlussvortrag als „Alptraum“ und sprach von einem der „widerwärtigsten antisemitischen Akte seit dem Zweiten Weltkrieg“.


13.10.2019, Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Ismet, Mitarbeiter im Kiez Döner, legt vor dem Schnellrestaurant ein Blumengebinde nieder. Das Bündnis "Halle gegen Rechts" hatte zu einer Demonstration aufgerufen. Die Demo findet zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf die Synagoge in Halle statt. Bei einem Angriff eines rechtsextremen Täters vor einer Synagoge in Halle sind am 09.10.2019 zwei Menschen erschossen worden, einer davon in dem Döner-Restaurant. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Mörder aus dem Kinderzimmer: Der Synagogen-Attentäter vor Gericht
Er wollte so viele Juden töten wie möglich - ab Dienstag steht der Attentäter von Halle vor Gericht.

Der 28-jährige Deutsche Stephan B. hatte in dem Prozess gestanden, dass er am 9. Oktober 2019 versucht hatte, die 51 Menschen zu töten, die in der Synagoge von Halle den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Als er an der massiven Tür scheiterte, erschoss der Täter eine Passantin, später einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss und verletzte weitere Menschen. Balliet begründete die Taten mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien.

Seit Juli läuft der Prozess vor Sachsen-Anhalts Oberlandesgericht Naumburg. Die Verhandlung findet aus Platzgründen in Magdeburg statt. Am Mittwochmorgen hatte die vorsitzende Richterin Ursula Mertens die Beweisaufnahme am 21. Prozesstag des Hauptverfahrens geschlossen.


Ein Polizeifahrzeug vor der Synagoge in Halle.
Das Manifest des Halle-Attentäters: Seitenweise purer Hass
Nach dem Attentat von Halle ist ein Manifest im Internet aufgetaucht, das Ermittler für authentisch halten und dem 27-jährigen Tatverdächtigen zuschreiben. Es ist ein extrem verstörendes Dokument.

Bundesanwalt Lohse sagte in seinem Schlussvortrag, mit der Tat habe der Angeklagte nicht nur Gäste der Synagoge in Halle angegriffen, sondern das jüdische Leben in Deutschland insgesamt. „Damit zielte der Täter auf uns alle, denn das jüdische Leben ist ein unverzichtbarer Teil unseres Landes“, so der Ankläger. Mit dem Anschlag habe der 28-Jährige „seine von Misserfolgen und Versagen geprägte Existenz“ überhöhen und ihr eine besondere Bedeutung verleihen wollen.


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