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Tausende nehmen an Trauerzug für iranischen General teil
International 3 Min. 04.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Tausende nehmen an Trauerzug für iranischen General teil

Anhänger des getöteten iranischen General Soleimani nehmen an einem Trauerzug in der irakischen Hauptstadt teil.

Tausende nehmen an Trauerzug für iranischen General teil

Anhänger des getöteten iranischen General Soleimani nehmen an einem Trauerzug in der irakischen Hauptstadt teil.
Foto: dpa
International 3 Min. 04.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Tausende nehmen an Trauerzug für iranischen General teil

Die Tötung eines iranischen Generals durch einen US-Angriff im Irak schürt Sorgen vor einem neuen Krieg im Nahen Osten. Bundeswehr und Nato setzen nun die Ausbildung von Sicherheitskräften im Land aus. In Bagdad machen Tausende bei einem Trauerzug auch ihrer Wut Luft.

(dpa) - Tausende Iraker haben an einem Trauerzug für den bei einem US-Raketenangriff getöteten iranischen General Ghassem Soleimani teilgenommen. Zu der Prozession in Bagdad kamen am Samstag auch der geschäftsführende irakische Regierungschef Adel Abdel Mahdi und weitere hochrangige Politiker. Unterdessen wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Die Bundeswehr und die Nato setzten ihre Ausbildungsmissionen vorerst aus, mehrere Regierungen rieten von Reisen in die Region ab.

Soleimani, Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, war in der Nacht zum Freitag bei einem US-Angriff nahe dem Flughafen von Bagdad getötet worden. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, der Angriff sei auf Anweisung von Präsident Donald Trump erfolgt, um weitere Angriffe auf US-Diplomaten und Einsatzkräfte zu verhindern. 

Ein Mann hält ein Bild des getöteten iranischen General Soleimani bei einem Trauerzug in der irakischen Hauptstadt.
Ein Mann hält ein Bild des getöteten iranischen General Soleimani bei einem Trauerzug in der irakischen Hauptstadt.
Foto: dpa

Militärfahrzeuge fuhren die Särge mit den Leichen Soleimanis und der sieben weiteren Todesopfer durch Bagdad. Angeführt wurde der Zug der Trauernden nach Augenzeugenberichten von Milizionären, die irakische Flaggen sowie Banner von Milizen schwenkten, die vom Iran unterstützt werden. Einige riefen anti-amerikanische Parolen und forderten Vergeltung für den US-Angriff. „Tod für Amerika“, riefen sie. Eine weitere Trauerprozession fand im irakischen Kerbela statt. Auch dort versammelten sich Trauernde und ranghohe schiitische Geistliche.


A picture published by the media office of the Iraqi military's joint operations forces on their official Facebook page shows a destroyed vehicle on fire following a US strike on January 3, 2020 on Baghdad international airport road in which top Iranian commander Qasem Soleimani was killed along with eight others, including the deputy head of Iraq's powerful Hashed al-Shaabi paramilitary force. - Early Friday, a volley of US missiles hit Baghdad's international airport, striking a convoy belonging to the Hashed al-Shaabi, an Iraqi paramilitary force with close ties to Iran. Soleimani was killed in the US strike on the Iraqi capital's airport, according to Hashed, in a dramatic escalation of tensions between Washington and Tehran. (Photo by - / IRAQI MILITARY / AFP) / === RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / HO / IRAQI MILITARY" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS ===
US-Militär tötet hohen iranischen General
Ghassem Soleimani war der wichtigste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland. Seine Tötung durch das US-Militär wird nicht ohne Folgen bleiben.

Soleimanis Leiche soll am Dienstag in seinem Geburtsort Kerman im Südostiran beigesetzt werden. Vorher sind mehrere Trauerzeremonien im Land geplant, erklärte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Ramesan Scharif. An den Veranstaltungen in vier Städten werden seiner Einschätzung nach Millionen teilnehmen. Soleimani war der bekannteste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland.

Truppenausbildung gestoppt

Die Bundeswehr, die im Irak Sicherheitskräfte der Kurden und der Zentralregierung ausbildet, setzte ihren Einsatz vorerst aus. Den Entschluss habe das Hauptquartier der Anti-IS-Koalition zum Schutz der eigenen Kräfte getroffen, teilte das Einsatzführungskommando den Obleuten im Verteidigungsausschuss des Bundestages mit. Die Entscheidung sei für alle beteiligten Partnernationen bindend.

Auch die Nato stoppte ihre Truppenausbildung. Die Mission gehe grundsätzlich weiter, sagte Sprecher Dylan White am Samstag. Mit dem seit Oktober 2018 laufenden Einsatz sollen irakische Streitkräfte ein Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verhindern. Die Bundeswehr ist an diesem Nato-Einsatz nicht beteiligt.


31.12.2019, Irak, Bagdad: Ein Demonstrant hält bei einer Demonstration gegen die US-Luftangriffe einen Militärschuh auf das Gesicht von US-Präsident Trump. Mehrere hundert Demonstranten haben die US-Botschaft in der Hauptstadt Bagdad attackiert. Foto: Ameer Al Mohmmedaw/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
An der Schwelle des Krieges: Trump unter Druck
Die Tötung von Irans Top-General könnte die USA in einen Krieg schlittern lassen. Die Demokraten kritisieren das Handeln Trumps scharf - und stellen bereits sehr unbequeme Fragen.

Die iranische Führung hatte nach dem Angriff Vergeltung angekündigt. Ajatollah Ali Chamenei schrieb in einem Beileidsschreiben, die Urheber des Angriffs erwarte „eine schwere Rache“. Die USA wiederum bezeichneten Soleimanis Tötung als Akt der Selbstverteidigung. Die USA wollten keinen Regimewechsel im Iran erreichen, er wolle auch keinen Krieg mit Teheran, sagte US-Präsident Trump am Freitagabend. „Wir haben (...) gehandelt, um einen Krieg zu beenden. Wir haben nicht gehandelt, um einen Krieg zu beginnen.“ Die USA strebten nach Frieden und Harmonie. „Wir sind eine friedliebende Nation.“

Die Überreste eines von Raketen getroffenen Fahrzeugs vor dem Flughafen von Bagdad: Die USA haben nach eigenen Angaben den Raketenangriff in der Nacht zum Freitag  im Irak ausgeführt, bei dem einer der höchsten iranischen Generäle getötet worden war.
Die Überreste eines von Raketen getroffenen Fahrzeugs vor dem Flughafen von Bagdad: Die USA haben nach eigenen Angaben den Raketenangriff in der Nacht zum Freitag im Irak ausgeführt, bei dem einer der höchsten iranischen Generäle getötet worden war.
Foto: dpa

In der Region wuchs die Befürchtung, der Konflikt könne eskalieren. In Israel will sich am Sonntag der engste Kabinettskreis um Regierungschef Benjamin Netanjahu nach Medienberichten mit möglichen Racheangriffen des Irans auf israelische Ziele befassen. Seit dem US-Angriff in Bagdad ist Israel in erhöhter Alarmbereitschaft. Nach einem Bericht des israelischen Fernsehens sollen die USA Israel über den Angriff auf Soleimani mehrere Tage vorher informiert haben.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani erklärte, über die Gefahr einer Eskalation mit US-Außenminister Mike Pompeo gesprochen zu haben. Er habe in dem Telefonat betont, „dass afghanischer Boden nicht gegen ein Drittland oder in regionalen Konflikten eingesetzt werden darf“, schrieb Ghani bei Twitter. In Afghanistan sind derzeit rund 12.000 US-Soldaten stationiert.


HANDOUT - 01.01.2020, Irak, Bagdad: Zwei Soldaten der US-Armee beobachten von einem Posten aus die Proteste vor der Botschaft der Vereinigten Staaten. Foto: Spc. Ryan Swanson/Planetpix/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Reaktionen auf Angriff: Teheran droht mit Rache
Mit der gezielten Tötung des Generals Soleimani habe US-Präsident Trump „eine Stange Dynamit in ein Pulverfass geworfen“, sagt der frühere US-Vizepräsident Joe Biden.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf den USA vor, mit dem tödlichen Angriff auf Soleimani gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben. Das Vorgehen der Amerikaner führe zu einer Eskalation der Lage im Nahen Osten, sagte Lawrow seinem Ministerium zufolge nach einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschwad Sarif. In Russland wurden Stimmen laut, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit dem US-Raketenangriff befassen sollte. Frankreich und China riefen den Iran nach Angaben des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian auf, neue Verstöße gegen das Wiener Atomabkommen zu vermeiden.


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Iranians demonstrate against American crimes in the capital Tehran on January 3, 2020 following the killing of Iranian Revolutionary Guards top commander Qasem Soleimani in a US strike on his convoy at Baghdad international airport. - The Pentagon said US President Donald Trump had ordered Soleimani's "killing" after a pro-Iran mob this week laid siege to the US embassy in the Iraqi capital. Iran's supreme leader Ayatollah Ali Khamenei swiftly vowed "severe revenge" for Soleimani's death, the biggest escalation yet in a feared proxy war between Iran and the US on Iraqi soil. (Photo by ATTA KENARE / AFP)