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Tausende Menschen an der Côte d'Azur evakuiert
International 2 Min. 17.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Feuer bei Cavalaire und St-Tropez

Tausende Menschen an der Côte d'Azur evakuiert

Die Feuerwehren waren während der Nacht um Schadensbegrenzung bemüht.
Feuer bei Cavalaire und St-Tropez

Tausende Menschen an der Côte d'Azur evakuiert

Die Feuerwehren waren während der Nacht um Schadensbegrenzung bemüht.
Foto: AFP
International 2 Min. 17.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Feuer bei Cavalaire und St-Tropez

Tausende Menschen an der Côte d'Azur evakuiert

Um Cavalaire und Saint-Tropez wüten Waldbrände. Auch viele luxemburgische Urlauber mussten ihre Häuser verlassen.

(AFP/TJ) - Wegen mehrerer Waldbrände im Hinterland von St. Tropez mussten in der Nacht zum Dienstag Tausende Menschen, darunter zahlreiche Campingtouristen, in Sicherheit gebracht werden. Besonders in den Ortschaften Grimaud und la Môle im Hinterland von Cavalaire und Saint Tropez mussten Einwohner und Touristen evakuiert werden. Sechs Campingplätze sind betroffen. Noch könne niemand in seine Unterkunft zurückkehren, betonte die Präfektur.

Die Menschen wurden in Gemeindebauten in der Umgegend - hauptsächlich in Bormes-les-Mimosas untergebracht. Es erging ein Aufruf, unnötige Autofahrten zu unterlassen, um die Straßen für die Rettungsdienste freizulassen. Alles in allem sind 750 Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge im Einsatz. 

19 Menschen erlitten eine Rauchgasvergiftung und drei weitere wurden leicht verletzt, berichtete der Sender France bleu unter Verweis auf eine vorläufige Bilanz des Präfekten. Innenminister Gérald Darmanin wollte am Dienstag die betroffene Region besuchen.   

Löschflugzeuge nutzen die Buchten von Port Grimaud und Saint-Tropez zum Wasserfassen.

„Gegen 2.30 Uhr mussten wir raus“

Unter den Personen, die ihre Bleibe verlassen mussten,  befanden sich auch zahlreiche Luxemburger, die ihren Urlaub im Süden von Frankreich verbringen: „Wir wurden gegen 2.30 Uhr in der Nacht evakuiert“, berichtet Marc Ruppert, der seine Ferien in der Gegend zwischen Cavalaire und La Croix Valmer verbringt. Ein Teil der Leute wurde in einem nahe liegenden Centre culturel untergebracht, andere mussten wie Ruppert  zum Strand. „Zum Glück ist niemandem etwas passiert. Die Feuerwehr hat eine sehr gute Arbeit geleistet“, so der Luxemburger auf Nachfrage des „Luxemburger Wort“. Gegen 6 Uhr morgens konnten dann alle wieder in ihre Häuser.  Allerdings gelte es weiter wachsam zu bleiben, denn das Feuer sei noch nicht ganz gelöscht.

Das Problem war die Geschwindigkeit, mit der sich das Feuer wegen des starken Windes ausgereitet hat: „Am Abend waren die Flammen noch etwa 25 Kilometer weit weg. Wir haben uns also noch keine Sorgen gemacht.“ In der Nacht wurde er dann wach, weil es im Haus nach Rauch roch. Dann  ging es schnell. Alle mussten ihre Häuser verlassen. Auch der Camping-Platz in der Nähe wurde evakuiert. 

Hohe Temperaturen und Mistral

Die Feuer waren am Dienstagmorgen noch nicht unter Kontrolle, so ein Sprecher der Feuerwehr. Wegen der Hitze und starkem Mistral-Wind breiten die Flammen sich weiter aus. „Normalerweise geschieht dies mit einem Kilometer pro Stunde, aktuell sind es vier Kilometer“, so der Sprecher. Tausende Hektar Land sind bislang betroffen, eine genaue Einschätzung der Schäden sei derzeit noch nicht möglich.

Seit Montag haben die Flammen sich über 22 Kilometer vorgefressen, so die Feuerwehr aus dem Département Var in einer auf Twitter veröffentlichten Einschätzung. Auch das Naturschutzgebiet Plaine des Maures ist betroffen, nach ersten Einschätzungen ist es zur Hälfte verbrannt.

Frankreich war von den großen Bränden, die in der Mittelmeerregion während der vergangenen Wochen wüteten, weitgehend verschont geblieben. Das aktuelle Feuer - so die Brandexperten - drohe zu einem der verheerendsten der Sommersaison zu werden.


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