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Tausende Israelis demonstrieren gegen Netanjahu
International 09.08.2020

Tausende Israelis demonstrieren gegen Netanjahu

Die Polizei musste Straßensperren auflösen.

Tausende Israelis demonstrieren gegen Netanjahu

Die Polizei musste Straßensperren auflösen.
Foto: AFP
International 09.08.2020

Tausende Israelis demonstrieren gegen Netanjahu

Tausende Israelis haben am Samstagabend erneut gegen den rechtsorientierten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu demonstriert.

(dpa) - Rund 15.000 Menschen hätten sich zu Protesten in der Nähe des Amtssitzes von Netanjahu in Jerusalem versammelt, berichtete das israelische Fernsehen am Sonntag. Nach Polizeiangaben wurden nach vereinzelten Konfrontationen drei Demonstranten festgenommen.

Die Demonstranten prangerten Korruption an und forderten Netanjahus Rücktritt. „Korrupte, wir haben genug von Euch“, stand unter anderem auf Schildern, die sie mit sich trugen. Auch an anderen Orten in Israel, auf Brücken und Straßenkreuzungen, kam es zu Demonstrationen.

Spannungen im Regierungsbündnis


(FILES) A file photo taken on February 9, 2020 shows Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu chairing the weekly cabinet meeting in Jerusalem. - A new page in Israeli history opens Sunday as Prime Minister Benjamin Netanyahu becomes the first sitting premier to face criminal charges, accused of a string of corruption allegations he denies. After more than 500 days of electoral deadlock in which he fought for his political survival Netanyahu is to take his seat in the Jerusalem District Court for a new battle -- to stay out of prison and avoid a stain on his legacy. (Photo by RONEN ZVULUN / POOL / AFP)
Erstmals ein israelischer Regierungschef vor Gericht
Zigarren, Schmuck und rosa Champagner: Der Hang Netanjahus und seiner Frau zum Luxus ist kein Geheimnis. Doch nun wird Israels Regierungschef der Prozess gemacht.

Zahlreiche Kundgebungen begleiten den Korruptionsprozess gegen den Regierungschef. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Zuletzt wurde Netanjahu auch wegen seiner Handhabung der Corona-Krise kritisiert. Der 70-Jährige räumte unter anderem vorschnelle Lockerungen ein. Die Arbeitslosigkeit in Israel liegt bei mehr als 20 Prozent.

Unterdessen stiegen die Spannungen innerhalb der israelischen Regierung. Eine für Sonntag angesetzte Kabinettssitzung wurde vor diesem Hintergrund abgesagt. Das Mitte-Bündnis Blau-Weiß von Verteidigungsminister Benny Gantz warf Netanjahus Likud vor, sich nicht an das Koalitionsabkommen zu halten. Gantz soll Netanjahu laut der Vereinbarung im Herbst kommenden Jahres als Regierungschef ablösen. Sollte es binnen zwei Wochen aber keine Einigung auf einen Haushalt geben, wird mit einer Neuwahl im November gerechnet. Es wäre die vierte Parlamentswahl binnen eineinhalb Jahren.    

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