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Tanzclub in Istanbul: IS bekennt sich zu Anschlag in der Türkei
International 2 Min. 02.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Tanzclub in Istanbul: IS bekennt sich zu Anschlag in der Türkei

Die türkische Polizei fahndet noch immer nach dem Attentäter.

Tanzclub in Istanbul: IS bekennt sich zu Anschlag in der Türkei

Die türkische Polizei fahndet noch immer nach dem Attentäter.
AFP
International 2 Min. 02.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Tanzclub in Istanbul: IS bekennt sich zu Anschlag in der Türkei

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Das Ziel des Terrorangriffs in Istanbul in der Silvesternacht war ein mondäner Tanzclub, die Bluttat trug die Handschrift der Terrormiliz IS. Deren Anführer hatte zuvor bereits zu Anschlägen in der Türkei aufgerufen. Nun erklärt der IS: Wir waren es.

(dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Verantwortung für den verheerenden Angriff auf eine Silvesterfeier in einem Nachtclub in Istanbul übernommen. Ein „Soldat des Kalifats“ sei für die Tat in der türkischen Millionenmetropole verantwortlich, hieß es in einer am Montag im Internet verbreiteten Erklärung des IS.

Der IS hat in Teilen des Iraks und Syriens ein Kalifat ausgerufen. Die Echtheit des Bekennerschreibens ließ sich zunächst nicht überprüfen.

Bei dem Terrorangriff auf eine Silvesterparty in dem bekannten Club Reina waren 39 Menschen getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer. Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern. Zwei in Deutschland wohnende Türken sind darunter, sie kamen beide aus Bayern.

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte wahllos das Feuer auf Hunderte Feiernde eröffnet. Von dem Täter fehlt weiterhin jede Spur. Die Tatsache, dass der Angriff einem mondänen Club galt, in dem auch Ausländer verkehren, hatten Beobachter in der Türkei als Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund gewertet.

Zwei der Todesopfer des Silvester-Anschlags in Istanbul kamen nach Angaben des Auswärtigen Amtes aus Deutschland. „Wir gehen davon aus, dass zwei der Todesopfer aus Deutschland kamen, das heißt also hier ihren festen Wohnsitz hatten“, sagte ein Sprecher am Montag in Berlin. Einer habe sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit. „Bei dem anderen gehen wir derzeit davon aus, dass er nur türkischer Staatsangehöriger ist.“ Beide hätten in Bayern gewohnt.

"Operation gegen die Türkei"

In dem Bekennerschreiben hieß es: „In Fortsetzung der gesegneten Operationen des Islamischen Staates gegen die Beschützerin des Kreuzes, die Türkei, hat einer der heldenhaften Soldaten des Kalifats gegen den berühmten Nachtclub zugeschlagen, wo die Nazarener (Christen) ihr polytheistisches Fest feiern. Er hat sie mit Handgranaten und seiner automatischen Waffe angegriffen und ihre Feiern in Trauer umgewandelt.“

Der Angreifer hatte das Feuer mit einer automatischen Waffe eröffnet. Von einem Einsatz von Handgranaten bei dem Angriff ist von offizieller Seite bislang nichts bekannt.

Nach dem türkischen Einmarsch im August in Syrien hatte der IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi im November zu Anschlägen in der Türkei aufgerufen. Türkische Truppen liefern sich in der nordsyrischen Region um die Stadt Al-Bab seit einiger Zeit heftige und verlustreiche Gefechte mit IS-Kämpfern. Der IS beherrscht Al-Bab.

Verbindungen zu Anschlag auf Flughafen?

Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete am Montag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, es gebe Hinweise darauf, dass der Angriff auf den Club von derselben IS-Zelle ausgeführt worden sei wie der Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen.

Bei dem Angriff auf den größten Flughafen des Landes hatten sich im Juni Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Sie rissen 45 Menschen mit in den Tod. Die türkische Regierung machte den IS dafür verantwortlich, der sich nicht dazu bekannte.


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