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Taifun stürzt Philippinen in Not - Zahl der Opfer steigt
Ein Hund und eine Ente in den Ruinen eines Hauses nach dem Taifun Mangkhut in der Stadt Alcala, Philippinen.

Taifun stürzt Philippinen in Not - Zahl der Opfer steigt

AFP
Ein Hund und eine Ente in den Ruinen eines Hauses nach dem Taifun Mangkhut in der Stadt Alcala, Philippinen.
International 3 Min. 15.09.2018

Taifun stürzt Philippinen in Not - Zahl der Opfer steigt

Mit Macht trifft der Sturm „Mangkhut“ die Philippinen, löst Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Ist dieser Wirbelsturm gefährlicher als sein Pendant „Florence“ in den USA? Ein Klimaexperte gibt eine eindeutige Antwort.

(dpa) - Der Taifun „Mangkhut“ hat auf den Philippinen große Schäden angerichtet und über zwanzig Menschen getötet. Der Sturm entwurzelte Bäume, zerstörte Häuser und löste Dutzende Erdrutsche aus. Mehr als vier Millionen Menschen waren nach Angaben der Behörden vom Samstag ohne Strom. Helfer und Kinder starben.

„Mangkhut“ zog weiter in Richtung China, wo der Nationale Wetterdienst den Wirbelsturm zunächst am späten Sonntagabend oder in der Nacht zum Montag an der Südküste und auf der Tropeninsel Hainan erwartete. Die Prognose wurde später auf Sonntagnachmittag korrigiert. Auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong bereitet sich auf die Ankunft des Sturms vor. Behörden riefen die die Hongkonger auf, sich „auf das Schlimmste“ einzustellen.

Mehrere Todesopfer auf den Philippinen

Die Folgen des Taifuns in Nähe von Alcala.
Die Folgen des Taifuns in Nähe von Alcala.
AFP

Die Zahl der Taifun-Opfer auf den Philippinen ist zwischenzeitlich auf 25 gestiegen. Das teilten die Behörden am Sonntag mit. 20 der Opfer stammten aus der im Norden des Landes liegenden Region Cordillera, darunter eine sechsköpfige Familie, deren Haus in Baguio City durch einen Erdrutsch verschüttet wurde. Eine vierköpfige Familie wurde in der Provinz Nueva Vizcaya getötet - ebenfalls durch einen Erdrutsch. In der Provinz Kalinga wurde ein Mann von einem herabstürzenden Felsbrocken getötet.


Sea Hawk helicopters attached to Carrier Strike Group 12 and the aircraft carrier USS Abraham Lincoln deployed in the Atlantic Ocean are recalled on September 15, 2018, to Naval Station Norfolk, to provide support in the aftermath of Hurricane Florence. (Photo by Jeff Sherman / Navy Office of Information / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO /  US NAVY / Mass Communication Specialist 3rd Class Jeff Sherman" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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In der Provinz Benguet kamen zwei Helfer, ein 13 Jahre altes Kind und eine vierköpfige Familie ebenfalls bei Erdrutschen ums Leben. Im Großraum Manila ertrank ein Mädchen in einem Hochwasser führenden Fluss.

Die Zahl der Opfer werde vermutlich noch steigen, sagte der Chef des philippinischen Rats für Katastrophenschutz, Ricardo Jalal. Berichte aus betroffenen Regionen erreichten die Behörden nur schleppend, Rettungskräfte hätten viele Gebiete noch nicht erreicht.

Ausläufer erreicht China

Freiwillige helfen Güter in Sicherheit zu bringen. Dies in Erwartung des  Taifuns.
Freiwillige helfen Güter in Sicherheit zu bringen. Dies in Erwartung des Taifuns.
AFP

Erste Ausläufer des Sturms haben China bereits erreicht. Das nationale Wetteramt gab am Sonntag die höchste Taifun-Alarmstufe aus und warnte davor, dass „Mangkhut“ der bisher stärkste Taifun werden könnte, der in diesem Jahr auf die chinesische Küste trifft.  

Der Wirbelsturm wird voraussichtlich ab Sonntagnachmittag oder am Abend mit voller Wucht die Südküste erreichen. Zehntausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht und Schiffe zurück in die Häfen beordert. Auch die Millionenmetropole Hongkong bereitete sich am Sonntag auf den kompletten Stillstand vor und rief die höchste Taifun-Warnstufe der Stadt aus. Fernsehsender zeigten Bilder von starken Regenfällen, die sich über der Stadt entluden. 

Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Nahverkehr eingeschränkt und Bewohner aus tief liegenden Gebieten in Sicherheit gebracht. Das Wetteramt warnte vor Sturmfluten und Überschwemmungen, die noch schwerere Verwüstungen anrichten könnten als Taifun „Hato“ im vergangenen Jahr, für den Hongkong zuletzt die höchste Warnstufe ausgegeben hatte.  

Am Samstagmorgen war der Taifun begleitet von starken Regenfällen mit voller Wucht im Norden der Philippinen auf Land getroffen. Dabei schwächte er sich mit Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde etwas ab. Böen erreichten 260 Kilometer pro Stunde.

5,2 Millionen Menschen vom Sturm betroffen

Insgesamt sollen dort mindestens 5,2 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen sein. Das Rote Kreuz der Philippinen geht aufgrund der Zerstörungskraft sogar von bis zu zehn Millionen Betroffenen aus. Der Taifun bringe ein 900 Kilometer breites Band aus Regenwolken mit sich, erklärte die Wetterbehörde. „Die Schneise von "Mangkhut" ist breiter, das heißt, eine große Fläche wird betroffen sein, und er ist in der Lage, bei den Menschen viel Leid auszulösen“, sagte der Chef des örtlichen Roten Kreuzes.

Gefährlicher als "Florence"


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„Mangkhut“ ist nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re weit gefährlicher für die Bevölkerung als Hurrikan „Florence“ an der US-Ostküste. „Humanitär ist "Mangkhut" das ernstere Ereignis“, sagte Ernst Rauch, Leiter der Klimaforschung des weltgrößten Rückversicherers. „Mangkhut“ werde voraussichtlich eine ganz andere Hausnummer sein, „ein so genannter Supertaifun“. Der Durchmesser sei wesentlich größer und der Sturm mit wesentlich höheren Windgeschwindigkeiten viel intensiver.

Die Philippinen werden jedes Jahr von etwa 20 Taifunen heimgesucht. Einer der stärksten Taifune der vergangenen Jahre war „Haiyan“ im November 2013. Damals starben mehr als 6300 Menschen, mehr als vier Millionen verloren ihr Zuhause.


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