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Tag 1: Kanonensalven für das großherzogliche Paar
International 27 2 Min. 24.04.2012 Aus unserem online-Archiv

Tag 1: Kanonensalven für das großherzogliche Paar

International 27 2 Min. 24.04.2012 Aus unserem online-Archiv

Tag 1: Kanonensalven für das großherzogliche Paar

Zum Auftakt der dreitägigen Staatsvisite in der Bundesrepublik Deutschland wurde das großherzogliche Paar gam Montag in Berlin vom neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck mit militärischen Ehren empfangen.

von Eric Hamus aus Berlin

Zum Auftakt der dreitägigen Staatsvisite in der Bundesrepublik Deutschland wurde das großherzogliche Paar gam Montag in Berlin vom neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck mit militärischen Ehren empfangen. Mit dem Luxemburger Staatsoberhaupt reisten auch der Erbgroßherzog, vier Regierungsmitglieder sowie eine beträchtliche Wirtschaftsdelegation nach Berlin. Der Staatsvisite beim wichtigsten Handelspartner Luxemburgs wird nämlich eine große wirtschaftliche, aber auch kulturelle Tragweite beigemessen, wie ein Blick auf das gestrige Programm beweist.

Nach der Landung am Militärflughafen von Berlin-Tegel wurden Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa von Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt auf Schloss Bellevue mit militärischen Ehren empfangen. Auf dem Rollfeld des Berliner Flughafens Tegel wurden zuvor 21 Kanonensalven zu Ehren des großherzoglichen Paares abgefeuert, nachdem die vier Abfangjäger der deutschen Luftwaffe, die das Flugzeug nach Berlin begleitet hatten, nochmals über die Köpfe der hohen Gäste hinweg gedonnert waren.

Wirtschaftliche und kulturelle Tragweite

Das Luxemburger Staatsoberhaupt wird begleitet von Erbgroßherzog Guillaume, Wirtschaftsminister Etienne Schneider, Finanzminister Luc Frieden, Außenminister Jean Asselborn, Kulturministerin Octavie Modert und einer beträchtlichen Wirtschaftsdelegation. Der dreitägigen Staatsvisite – übrigens die erste des Luxemburger Monarchen in der Bundesrepublik Deutschland – wird nämlich eine starke wirtschaftliche und kulturelle Tragweite beigemessen.

So standen bereits gestern etliche bilaterale Gespräche und Abkommensunterzeichnungen am Rande des Staatsbesuches auf dem Programm. Während Finanzminister Luc Frieden und Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble das Abkommen zur Doppelbesteuerung erneuerten, schloss Kulturministerin Octavie Modert mit ihrem deutschen Amtskollegen Bernd Neumann eine Vereinbarung zur stärkeren Zusammenarbeit von Bibliotheken und Archiven beider Länder (siehe nebenstehende Artikel).

Empfang am Brandenburger Tor

Für das großherzogliche Paar stand nach dem Besuch auf Schloss Bellevue zunächst aber eine kleine Berliner Stadtrundfahrt mit dem regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auf dem Programm. Der charismatische Stadtvater hatte das Paar vor dem Brandenburger Tor empfangen, das mehr denn je als Symbol für die deutsche Wiedervereinigung gilt. Vom Brandenburger Tor ging es in der Polizeieskorte zum Schloss Charlottenburg, wo der regierende Bürgermeister zum Mittagessen eingeladen hatte.

Bei dieser Gelegenheit unterstrich Wowereit seine Freude, das großherzogliche Paar in Berlin begrüßen zu dürfen. Schließlich fühlten sich mehr als 400 Luxemburger in Berlin zu Hause, viele davon Kunstschaffende und Studierende. Großherzog Henri bedankte sich für die Einladung und lud den regierenden Bürgermeister im Gegenzug nach Luxemburg ein.

Nach der zeremoniellen Kranzniederlegung an der zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in der Neuen Wache stand für Großherzog Henri ein Empfang in der Staatsbibliothek in Berlin auf dem Programm, die derzeit für rund 375 Mio. Euro renoviert wird. Dort nahm der Großherzog ein Facsimile des Mercator-Atlas' sowie die digitalisierten Kopien der Pläne der Festung Luxemburg entgegen.

Nach einem bilateralen Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert wurde das großherzogliche Paar mitsamt der Delegation in Schloss Bellevue zum Galadinner von Bundespräsident Joachim Gauck eingeladen.


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