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Täter bezeichnet Mord an Lübcke als "Fehler"
International 3 1 2 Min. 28.06.2019

Täter bezeichnet Mord an Lübcke als "Fehler"

Ein bewaffneter Polizist steht auf das Gelände des Bundesgerichtshofs. Im Mordfall Lübcke hat die Bundesanwaltschaft zwei weitere Personen festnehmen lassen.

Täter bezeichnet Mord an Lübcke als "Fehler"

Ein bewaffneter Polizist steht auf das Gelände des Bundesgerichtshofs. Im Mordfall Lübcke hat die Bundesanwaltschaft zwei weitere Personen festnehmen lassen.
Foto: Silas Stein/dpa
International 3 1 2 Min. 28.06.2019

Täter bezeichnet Mord an Lübcke als "Fehler"

Der mutmaßliche Täter hat im Falle des ermordeten Regierungspräsidenten ein umfassendes Geständnis abgelegt.

(SC/dpa) - Stephan E., der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU), bezeichnete den Mord in seinem Geständnis einem "Spiegel"-Bericht zufolge als "einen Fehler". Er bedauere nach eigenen Angaben seine Tat.


Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) wurde am 2. Juni 2019 erschossen.
Stephan E. gesteht Mord an CDU-Politiker Lübcke
Der Tatverdächtige im Fall Lübcke sagt, er habe alleine den Entschluss gefasst, den Regierungspräsidenten zu töten. Innenpolitiker fragen sich, ob das stimmt, oder ob er womöglich Komplizen schützen will.

Die vermeintliche Reue des Täters kann jedoch in Frage gestellt werden. Stephan E., ein Mitglied der rechtsextremen Szene, gab in seinem Geständnis an, den Mord an dem CDU-Politiker schon länger geplant gehabt zu haben. Als Auslöser für seine Tat nannte er eine Aussage, die Lübcke im Jahr 2015 auf einer Bürgerversammlung machte. Lübcke war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. Als Regierungspräsident hatte er eine Art Mittelbehörde zwischen dem Land und den Kommunen geleitet.

25.06.2012, Hessen, Kassel: Walter Lübcke (CDU), Regierungspräsident von Kassel, spricht bei einer Pressekonferenz.
25.06.2012, Hessen, Kassel: Walter Lübcke (CDU), Regierungspräsident von Kassel, spricht bei einer Pressekonferenz.
Foto: Uwe Zucchi/dpa

Der Täter saß im Raum, als Lübcke sagte bei der Versammlung in der Nähe von Kassel ein paar Störenfrieden aus dem rechten Lager konterte, Hilfe für Menschen in Not basiere auf christlichen Werten: "Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen." 

Seit Mitte Juni sitzt der Tatverdächtige nun schon in Untersuchungshaft. Bereits in der Vergangenheit war er wegen seiner Gewaltbereitschaft aufgefallen und auch der deutsche Verfassungsschutz hatte den vorbestraften Rechtsextremist zeitweilig auf dem Schirm.

Im Fall Lübcke wird neben Stephan E. noch gegen zwei weitere Personen ermittelt, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten. Dem mutmaßlichen Waffenlieferanten Elmar J. und dem Zwischenmann Harkus H. wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen.


03.06.2019, Hessen, Wolfhagen: Absperrband mit der Aufschrift "Polizeiabsperrung" ist vor dem Haus des verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) zu sehen. Lübcke ist in der Nacht zum Sonntag unerwartet im Alter von 65 Jahren gestorben. Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
CDU-Politiker wurde in den Kopf geschossen
Der 65-jährige hessische CDU-Politiker Walter Lübcke ist tot. Seine Leiche weist eine Schussverletzung auf, eine Waffe wurde nicht gefunden.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni gegen 0.35 Uhr von Angehörigen auf der Terrasse seines Anwesens gefunden worden. Der CDU-Politiker wies eine Kopfschussverletzung auf. Reanimierungsversuche waren erfolglos, zwei Stunden nach dem Fund konnte im Krankenhaus nur noch sein Tod festgestellt werden.  

Deutscher Politiker verteidigt Verhalten der AfD nach Mord an Lübcke

Ein Mitglied der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) hat die umstrittenen Reaktionen zweier Parteikollegen auf den Mordfall Walter Lübcke verteidigt.

Armin-Paul Hampel reagierte damit auf zwei Vorkommnisse in dieser Woche: Am Mittwoch war der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Müller bei einer Gedenkrede im Landtag für den mutmaßlich von einem Rechtsextremisten ermordeten Regierungspräsidenten Lübcke sitzen geblieben. Er gab später an, in ein Dokument vertieft gewesen zu sein.

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Am Dienstag hatte der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann erklärt, hätte es den von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu verantwortenden "Massenzustrom an Migranten nicht gegeben, würde Walter Lübcke noch leben".

Der AfD-Politiker Hampel wies darauf hin, dass die Vorsitzende der deutschen Christdemokraten, Annegret Kramp-Karrenbauer, der AfD vorgeworfen hatte, zum Teil das geistige Klima zu schaffen, in dem Lübcke ermordet worden sei. Dies sei unerhört, sagte Hampel am Freitag im Deutschlandfunk. Wenn man anfange, den politischen Gegner quasi als geistigen Wegbereiter eines solchen Falls darzustellen, dann habe man Reaktionen wie die seiner Parteifreunde.


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