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Syrische Regierung ruft Kurden zum gemeinsamen Kampf gegen Türkei auf
International 4 30.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Syrische Regierung ruft Kurden zum gemeinsamen Kampf gegen Türkei auf

Baschar al-Assad ist seit dem Jahr 2000 Syriens Staatspräsident (Archivfoto).

Syrische Regierung ruft Kurden zum gemeinsamen Kampf gegen Türkei auf

Baschar al-Assad ist seit dem Jahr 2000 Syriens Staatspräsident (Archivfoto).
Foto: AFP
International 4 30.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Syrische Regierung ruft Kurden zum gemeinsamen Kampf gegen Türkei auf

Nachdem US-Truppen Anfang Oktober überraschend aus Nordsyrien abgezogen waren, suchen die Kurden nun in Moskau und in Damaskus nach Unterstützung gegen türkische Angriffe.

(dpa) - Die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat die Kurdenmilizen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zum gemeinsamen Kampf gegen die Türkei im Norden des Landes aufgerufen.

"Wir stehen in Syrien einem gemeinsamen Feind gegenüber", teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge mit. Kurden und Araber müssten sich angesichts der "türkischen Aggression" vereinen, um "jeden Zentimeter der geliebten syrischen Gebiete wiederherzustellen".

Die Türkei war am 9. Oktober in Nordsyrien einmarschiert und hatte mit Hilfe von Verbündeten die Kurdenmiliz YPG angegriffen, die sie als Terrororganisation betrachtet. Russland, als Schutzmacht Assads, und die Türkei hatten sich vergangene Woche dann darauf verständigt, die Grenzgebiete zur Türkei gemeinsam zu kontrollieren. Syrische Grenztruppen und die russische Militärpolizei übernahmen am Dienstag die Kontrolle, die Türkei will dort nach Aussagen von Präsident Recep Tayyip Erdogan ab Freitag zusammen mit Russland patrouillieren.

Der Aufruf der Regierung in Damaskus an die von den YPG angeführten SDF scheint auch ein Versuch zu sein, in der Region wieder Fuß zu fassen. Assad hatte seine Truppen im Jahr 2012, in der Frühphase des syrischen Bürgerkriegs, aus den Kurdengebieten zurückgezogen, um andernorts im Land gegen Rebellen zu kämpfen. Seitdem verwalteten die Kurden die Region weitgehend selbst, Assad hatte dort faktisch keine Macht mehr. Im Zuge der türkischen Angriffe hatten die Kurden dann aber Damaskus und Moskau um Unterstützung gebeten.


A Syrian man receives treatment on October 20, 2019, in the Syrian border town of Tal Abyad which was seized by Turkey-backed forces last week. (Photo by Bakr ALKASEM / AFP)
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Das syrische Innenministerium erklärte sich bereit, für die Anwohner der Region "alle für zivile Angelegenheiten benötigten Dienste" bereitzustellen. Worum es sich bei diesen Diensten genau handelt, blieb unklar. Viele Kurden in Syrien sind staatenlos. Assads Vater und Amtsvorgänger Hafis hatte Zehntausenden Kurden im Nachgang einer Volkszählung 1962 die Staatsangehörigkeit aberkannt. 2011 dürfte die Zahl der staatenlosen Kurden im Land bei über 300.000 gelegen haben.


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