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Syrien: Türkei fliegt weiter Luftangriffe gegen Kurden
International 28.01.2018

Syrien: Türkei fliegt weiter Luftangriffe gegen Kurden

Die kurdische Miliz YPG kontrolliert entlang der syrisch-türkischen Grenze große Gebiete. Die Türkei will eine langfristige kurdische Kontrolle der Grenzgebiete verhindern.

Syrien: Türkei fliegt weiter Luftangriffe gegen Kurden

Die kurdische Miliz YPG kontrolliert entlang der syrisch-türkischen Grenze große Gebiete. Die Türkei will eine langfristige kurdische Kontrolle der Grenzgebiete verhindern.
Foto: AFP
International 28.01.2018

Syrien: Türkei fliegt weiter Luftangriffe gegen Kurden

Michel THIEL
Michel THIEL
Die Militäroffensive der türkischen Armee im Norden Syriens dauert unvermindert an. In der Nacht zum Sonntag bombardierte die Luftwaffe Stellungen der Kurdenmiliz YPG.

(dpa) - Die türkische Luftwaffe hat erneut Stellungen kurdischer Milizen in Syrien bombardiert. In der Nacht zum Sonntag, und damit eine Woche nach Beginn des Militäreinsatzes der Türkei in Nordwestsyrien, hätten die Angriffe Verstecken und Waffenlagern der kurdischen Volksschutzeinheiten YPG gegolten, teilten die Streitkräfte mit.

Der Staatssender TRT meldete, am Sonntag habe die Luftwaffe zudem Stellungen der YPG am Berg Bursaya nahe der türkischen Grenze beschossen. Auch Artilleriefeuer sei eingesetzt worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London bestätigte verstärkte Bombardements am Sonntag.

Seit Beginn der Offensive am Samstag vor einer Woche seien 484 gegnerische Kämpfer „neutralisiert“ worden, hieß es weiter. Mit „neutralisiert“ ist in der Regel getötet gemeint, der Begriff kann aber auch verletzt oder gefangen genommen bedeuten. Die kurdischen Milizen bestätigten das zunächst nicht.

Die YPG ist mit den USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbündet. Für das Nato-Mitglied Türkei ist die YPG der verlängerte Arm der kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation.

Die Türkei hatte die Offensive am 20. Januar zunächst mit Luftangriffen begonnen und rückte einen Tag später unterstützt von der Freien Syrischen Armee (FSA) mit Bodentruppen in Nordwestsyrien vor. Nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wurden seit Beginn des Einsatzes 20 Soldaten und verbündete FSA-Kämpfer getötet.

Die kurdische Miliz YPG kontrolliert entlang der syrisch-türkischen Grenze große Gebiete. Die Türkei will eine langfristige kurdische Kontrolle der Grenzgebiete verhindern.


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