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Syrer nach IS-Angriff mit fast 300 Toten unter Schock
International 26.07.2018

Syrer nach IS-Angriff mit fast 300 Toten unter Schock

In Suwaida fand am Donnerstag eine Gedenkzeremonie für die Opfer des mörderischen Anschlags statt.

Syrer nach IS-Angriff mit fast 300 Toten unter Schock

In Suwaida fand am Donnerstag eine Gedenkzeremonie für die Opfer des mörderischen Anschlags statt.
AFP
International 26.07.2018

Syrer nach IS-Angriff mit fast 300 Toten unter Schock

Syriens Regierungstruppen konnten den überraschenden IS-Angriff im Süden des Landes nach stundenlangen Gefechten zurückschlagen. Getroffen worden ist vor allem die religiöse Minderheit der Drusen.

(dpa) - Nach dem IS-Angriff mit mehr als 300 Toten auf die Provinz Al-Suwaida trauern die Syrer um die vielen Opfer. Bei Beerdigungsfeiern im Süden des Landes wurden die Toten am Donnerstag zu Grabe getragen. „Die ganze Provinz steht unter völligem Schock“, sagte Abu Umar, ein Bewohner der gleichnamigen Stadt. „Das war ein Massaker an der Gemeinschaft der Drusen.“ Die Drusen sind eine religiöse Minderheit, die im Süden Syriens ein Zentrum haben. Sie stehen im Bürgerkrieg mehrheitlich an der Seite der Regierung.

Das Auswärtige Amt erklärte, der Angriff sei „zutiefst schockierend“ und ein Beleg dafür, dass vom IS weiter eine ernste Gefahr ausgehe. Um ihn nachhaltig zu besiegen, müsse eine Friedenslösung für ganz Syrien gefunden werden, die dem Terrorismus den Boden entziehe.

Der IS hat mit dem jüngsten Anschlag bewiesen, dass er immer noch eine Gefahr darstellt.
Der IS hat mit dem jüngsten Anschlag bewiesen, dass er immer noch eine Gefahr darstellt.
AFP

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte am Mittwoch bei einem der blutigsten Angriffe seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als sieben Jahren versucht, auf die von der Regierung kontrollierte Stadt Al-Suwaida vorzurücken. Es kam zu stundenlangen Gefechten. Zeitweise konnte der IS Dörfer im Umland einnehmen.


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Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Donnerstag, unter den Opfern seien 135 Zivilisten und 111 regierungstreue Kämpfer. Demnach kamen zudem 56 IS-Anhänger ums Leben. Sieben Extremisten hätten sich selbst in die Luft gesprengt.

Im Internet verbreitete der IS Bilder, auf denen gefangene syrische Soldaten getötet werden. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht überprüfen. Der sunnitische IS sieht in den Drusen, die aus dem schiitischen Islam hervorgegangen sind, Ungläubige.


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Die Terrormiliz hat in einer Botschaft mitgeteilt, der Attentäter sei ein "Soldat des Islamischen Staates" gewesen. Doch der Täter hatte wohl langwierige psychische Probleme.

Die Terrormiliz hat den größten Teil ihres früheren Herrschaftsgebiets in Syrien verloren. Sie ist aber noch in mehreren Regionen des Landes aktiv. Syriens Regierung bekämpft derzeit einen IS-Ableger, der westlich von Al-Suwaida das Jarmuk-Tal an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen kontrolliert.

Dort hätten sich beide Seiten auch am Donnerstag wieder heftige Gefechte geliefert, meldeten die Menschenrechtsbeobachter. Der IS breche dort mehr und mehr zusammen.


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