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Sutherland Springs: Der Terror nach dem Terror
International 1 2 Min. 15.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Sutherland Springs: Der Terror nach dem Terror

Mit einem Kreuz für jedes Opfer gedachten die Menschen in Texas der Opfer des Massakers.

Sutherland Springs: Der Terror nach dem Terror

Mit einem Kreuz für jedes Opfer gedachten die Menschen in Texas der Opfer des Massakers.
AFP
International 1 2 Min. 15.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Sutherland Springs: Der Terror nach dem Terror

Die Menschen in Sutherland Springs können nicht in Ruhe um ihre 26 Toten des Kirchenmassakers vom November 2017 trauern. Sie werden von Verschwörungstheoretikern belästigt, die behaupten, die Massenschießerei im November habe nie stattgefunden.

(KNA) - Robert Ussery bietet auf seiner Website "Side Thorn Journalist" (deutsch sinngemäß: "Der Stachel im Fleisch") 100.000 Dollar Belohnung für "den Beweis eines Todesfalls in einem dieser gestellten Ereignisse". Gefolgt von einer Liste mit 32 Massenschießereien und Terroranschlägen der vergangenen Jahre: dem Massaker an der Schule in Parkland, Florida; der Sandy Hooks Elementary School; schließlich dem Blutbad in Sutherland Springs. Ussery erklärt, nichts von alledem habe je stattgefunden; die Ereignisse seien allesamt nur inszeniert worden. Die Toten und Verwundeten? Angeheuerte "Krisen-Schauspieler". 


TOPSHOT - Police block a road in Sutherland Springs, Texas, on November 5, 2017, after a mass shooting at the the First Baptist Church (rear).
A gunman went into the church during Sunday morning services and shot dead some two dozen worshippers, the sheriff said, in the latest mass shooting to shock the US. "Approximately 25 people" were dead, including the shooter, Wilson County Sheriff Joe Tackitt told NBC News. At least 10 people were wounded. The motive was not immediately known, he added.
 / AFP PHOTO / SUZANNE CORDEIRO
26 Tote in Texas: Motiv hinter dem Kirchenmassaker gibt Rätsel auf
Kurz nach dem Massaker in Las Vegas sorgt in den USA wieder ein Blutbad für Entsetzen. Diesmal eröffnet ein Mann das Feuer in einer Kirche. Viele Gläubige sterben. Was trieb den Schützen zu seiner Tat?

Fast besessen scheinen Ussery und seine Partnerin Jodi Mann, die im Internet als die "Verschwörungs-Oma" bekannt ist, von dem strahlend weißen Holzkirchlein der "First Baptist Church" von Sutherland Springs, Texas. Es ist die einzige Kirche in dem 350-Seelen-Ort gleich hinter der Kreuzung des Highway 87 und der Farm Road 539. Dort tauchten Ussery und Mann kürzlich persönlich auf. Mit einer handgemalten Tafel und der Aufschrift: "Die Wahrheit macht euch frei". Die Botschaft war an jene Gemeinde gerichtet, die im November 26 Angehörige verlor, als ein Massenmörder in die Kirche kam und das Feuer auf die Gläubigen eröffnete. Pfarrer Frank Pomeroy verlor seine 14-jährige Tochter Annabelle.    

Psychoterror statt Mitgefühl

Statt Mitgefühl gaben Ussery und Mann dem trauernden Vater wahren Psychoterror. Er möge doch mit der Geburtsurkunde seiner Tochter beweisen, dass es die Teenagerin überhaupt gegeben habe. Er stehe in dringendem Verdacht, mit dem Heimatschutzministerium gemeinsame Sache für einen Fake gemacht zu haben. Ziel sei es, so die Verschwörungstheoretiker, rechtstreuen Amerikanern, ihr verfassungsmäßiges Recht zu nehmen, Waffen zu tragen. 

Auch andere Gemeindemitglieder gerieten ins Visier Usserys und Manns, die sie über das Internet monatelang tyrannisierten. Pfarrer Pomeroy stellte die beiden vor dem Gotteshaus zur Rede. Das Gespräch eskalierte zu einem handfesten Streit. Ussery drohte, er werde den Pfarrer "an einen Baum hängen" und seinen Leichnam schänden. Gemeindemitglieder beobachten die Auseinandersetzung und riefen die Polizei. Die Beamten führten die beiden wegen Hausfriedensbruchs in Handschellen ab. Nun teilten sie auf ihrer Website mit, sie seien "zu 100 Prozent unschuldig" - denn alles, was sie sagten, sei wahr. "Das waren Übungen mit Krisendarstellern, die der Öffentlichkeit für wahr verkauft worden seien. Keine Toten. Keine Verwundeten."


Ein schwer erträgliches Bild: Trauer um 26 Opfer des Massakers von Sutherland Springs.
Kommentar: Entwaffnet Euch!
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Wer wissen will, was los war, braucht eigentlich nur Johnnie Langendorff zu fragen. Er hatte mit seinem Truck den ganz in Schwarz gekleideten Attentäter verfolgt. Dieser rannte mit einer Pistole aus der Kirche Richtung Auto; hinter ihm her ein anderer mit einem Gewehr. Der Flüchtende sprang in einen SUV und raste davon. Kurz darauf stand der Verfolger des Attentäters mit dem Gewehr neben Langendorff, berichtete von dem Massaker in der Kirche. Die beiden Fremden jagten im Truck mit 150 Stundenkilometern hinter dem mutmaßlichen Mörder her. Während der Verfolgsjagd hielt Johnnie via Notruf Kontakt mit der Polizei.   

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Dank dem beherzten Eingreifen der beiden konnte der Täter gestellt werden - doch vor dem Zugriff nahm er sich selbst das Leben. Tot, ebenso wie seine 26 Opfer im Alter von 5 bis 72 Jahren, die er in dem Gotteshaus niedermetzelte. Pastor Pomeroy fehlen noch immer die Worte, wie jemand diese Tragödie ernsthaft abstreiten kann. Hinnehmen will die Gemeinde den Psychoterror nach dem Terror nicht mehr. Die Menschen in Sutherland Springs wollen endlich in Ruhe trauern dürfen.  


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