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Superlative der Frankreichwahl
International 07.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Präsidentschaftswahlen Frankreich

Superlative der Frankreichwahl

Emmanuel Macron ist der künftige Präsident Frankreichs.
Präsidentschaftswahlen Frankreich

Superlative der Frankreichwahl

Emmanuel Macron ist der künftige Präsident Frankreichs.
FOTO: REUTERS
International 07.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Präsidentschaftswahlen Frankreich

Superlative der Frankreichwahl

Die Präsidentenwahl in Frankreich 2017 zeichnet sich durch eine ganze Reihe von Besonderheiten aus. Eine Auswahl.

(dpa) - Mit 39 Jahren wird Macron der jüngste Präsident Frankreichs. In der nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten fünften Republik war bisher Valéry Giscard d'Estaing der jüngste Amtsinhaber gewesen; der Liberale zog 1974 als 48-Jähriger in den Elysée-Palast ein. Jüngster französischer Präsident aller Zeiten war bisher Louis-Napoléon Bonaparte. Nach der Revolution von 1848 und der Ausrufung der Zweiten Republik gewann der Neffe Napoleons I. im Alter von 40 Jahren die erste französische Präsidentenwahl überhaupt.

Macron ist der erste Präsident seit Jahrzehnten, der nicht den beiden bisher größten politischen Lagern der Sozialisten und Konservativen angehört. Der Sozialist Benoît Hamon und der Republikaner François Fillon waren bereits im ersten Wahlgang zwei Wochen zuvor wie sieben Kandidaten von Kleinparteien gescheitert.

Vor der Präsidentenwahl hat Macron bei keiner Wahl kandidiert. Mit seiner erst im vergangenen Jahr gegründeten Bewegung „En Marche“, die bisher ohne jeden Abgeordneten ist, veränderte der frühere Wirtschaftsminister grundlegend die politische Landschaft Frankreichs.

Mit etwa einem Drittel der gültigen Stimmen hat Marine Le Pen das bisher beste Ergebnis des rechtsextremen Front National erreicht. Bei der Europawahl 2014 landete der FN noch bei 24,9 Prozent der Stimmen. Le Pens Vater Jean-Marie hatte 2002 in der Stichwahl mit 17,8 Prozent gegen den konservativen Präsidenten Jacques Chirac (82,2) verloren.

Beim zweiten Wahlgang 2017 gingen nach ersten Schätzungen von Wahlforschungsinstituten so wenig Franzosen wie nicht seit Jahrzehnten zur Präsidenten-Stichwahl. Es wurde mit einer Beteiligung von 73 bis 74 Prozent gerechnet. 1969 waren es mit 68,9 Prozent noch weniger gewesen. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatten 77,8 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.

Zudem gaben diesmal nach Analyse des Instituts Ipsos 4,2 Millionen Franzosen leere Wahlumschläge oder ungültige Wahlzettel ab. Das sind 8,9 Prozent der mehr als 47 Millionen Wahlberechtigten und so viele wie noch nie in Frankreich.


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