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Super Tuesday in den USA: Donald Trump und Hillary Clinton sind kaum noch zu stoppen
International 6 3 Min. 02.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Super Tuesday in den USA: Donald Trump und Hillary Clinton sind kaum noch zu stoppen

International 6 3 Min. 02.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Super Tuesday in den USA: Donald Trump und Hillary Clinton sind kaum noch zu stoppen

Donald Trump und Hillary Clinton gehen aus dem Super-Dienstag als klare Favoriten hervor. Verloren haben die Republikaner, die auf eine Spaltung zusteuern.


Von USA-Korrespondent Thomas Spang

Es fehlte nur das Präsidentensiegel. Ansonsten glich die Kulisse für den Auftritt Donald Trumps in der Wahlnacht die einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Inklusive des Vertrauten, der hinter ihm im Bild stand. Diese Rolle übernahm der Gouverneur von New Jersey Chris Christie ein, der vor kurzem selbst noch Präsident werden wollte.

Am Abend des Super-Dienstags fiel Christie im Trump-eigenen “Mar-a-Lago“-Ressort die Aufgabe zu, “den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten” anzukündigen. Donald Trump genoss den Auftritt in seinem Florida-Palast. Genüsslich sagte er dem Senator des Bundesstaats und Gegenspieler bei den Vorwahlen, Marco Rubio, das nahe Ende voraus. “Marco Rubio ist der große Verlierer der Nacht”, zog Trump über den Senator her. “Ich wusste, dass er ein Leichtgewicht ist”.

Teils zweistellige Siege für Trump

Trump räumte im Süden mit zum Teil zweistelligen Siegen in Alabama, Arkansas, Georgia, Tennessee und Virginia ab. Außerdem siegte er mit deutlichem Abstand in Massachusetts und mit knappen Vorsprung vor dem überraschend starken Kasich in Vermont.

Der Super-Tuesday ist im Kalender der US-Vorwahlen einer der wichtigsten Tage. Es geht um rund 900 Delegierte der Demokraten, etwa 20 Prozent der Gesamtzahl. Bei den Republikanern werden 600 Delegierte vergeben, etwa ein Viertel aller.
Der Super-Tuesday ist im Kalender der US-Vorwahlen einer der wichtigsten Tage. Es geht um rund 900 Delegierte der Demokraten, etwa 20 Prozent der Gesamtzahl. Bei den Republikanern werden 600 Delegierte vergeben, etwa ein Viertel aller.
AFP

Der andere Wahlsieger bei den Republikanern heißt Ted Cruz, der in seinem Heimatstaat Texas, im Nachbarstaat Oklahoma und in Alaska gewann. Die Tee-Party-Ikone forderte die Republikaner auf, “im Gebet zu bedenken”, wie die Partei zusammen kommen könne, um Trump zu stoppen.

Der Fernsehsender NBC projizierte eine klaren Vorsprung des New Yorker Geschäftsmanns bei den Delegierten-Stimmen. Die Republikaner vergaben am Super-Dienstag etwa ein Viertel der Delegierten zum Nominierung-Parteitag in Cleveland. Demnach könnte Trump nach Auszählung aller Stimmen rund 350 Delegierte einstreichen, Cruz 195 und Rubio 115. Benötigt werden für die Nominierung 1.237 Stimmen auf dem Parteitag.

Ich bin ein Versöhner.

Trump verkaufte sich bei der Pressekonferenz in Mar-a-Largo als Kandidat, der die Republikaner größer gemacht und viele Demokraten herübergezogen habe. “Ich bin ein Versöhner”, umwarb er die Parteiführer, den Widerstand gegen seine Kandidatur aufzugeben.

Derweil mehren sich die Stimmen bei den Republikanern, die offen dafür werben, Trump die Nominierung zu verweigern. Der ehemalige Mehrheitsführer der Konservativen im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, warnte in der Wahlnacht vor dem Rechtspopulisten. “Er wird die republikanische Partei zerstören”. Trump sei weder konservativ noch halte er viel von der Verfassung. “Er möchte ein König sein.”

Clinton setzt sich in sieben von elf Staaten durch

Bei den Demokraten setzte sich Hillary Clinton in sieben der elf Vorwahl-Staaten durch. Sie räumte im Süden ab und rang Bernie Sanders einen hart erfochtenen Sieg in Massachusetts ab. Sanders gewann in seinem Heimatstaat Vermont, in Colorado, Minnesota und Oklahoma.

Clinton trat in der Wahlnacht in Miami mit der Aura einer Spitzenreiterin vor ihre Anhänger. Entsprechend richtete sie ihr Augenmerk weniger auf ihren partei-internen Konkurrenten denn auf Trump. “Amerika hat niemals aufgehört, großartig zu sein. Wir müssen es ganz machen,” erklärte Hillary in Anspielung auf den Wahlkampfslogan des Republikaners. Während Trump Mauern bauen wolle, reiße sie Barrieren ein. “Amerika ist stark, wenn wir alle stark sind”. Das Land brauche nicht mehr Uneinigkeit und jemanden, der versuche Gruppen gegeneinander auszuspielen. “Wir können mehr Liebe und Freundlichkeit vertragen.” 

Bernie Sanders will "politische Revolution lostreten"

Für Bernie Sanders ist nach diesem Superdienstag der Pfad zur Nominierung sehr schmal geworden. Angesichts der Spendenrekorde, die ihm seine Anhänger bereiten, wird er aber ein Stachel im Fleisch Clintons bleiben. Seine Fans feierten ihn enthusiastisch mit “Feel the Bern”-Rufen als er gegen 19.30 Uhr als erster Kandidat in der Wahlnacht vor die Kameras trat. Sanders versprach weiterhin “unbequeme Wahrheiten auszusprechen, und diese zu konfrontieren”. Es ginge bei diesen Wahlen nicht nur darum, einen Präsidenten zu wählen, “sondern eine politische Revolution loszutreten”.

In den kommenden beiden Wochen werden Republikaner und Demokraten noch einmal so viele Delegierte vergeben wie an diesem Super-Dienstag. Clinton und Trump gehen mit Rückenwind in die nächsten Rennen, wobei der republikanische Spitzenreiter davon profitiert, dass seine Partei nach diesem Wahltag so gespalten ist wie nie zuvor.

Die Siege Cruz und Rubios, sowie das gute Abschneiden John Kasichs in Vermont, garantieren praktisch, dass Trumps Konkurrenten im Rennen bleiben, und sich die Stimmen weiter aufteilen. Damit ist der Sieger vom Super-Dienstag nach Ansicht vieler Analysten kaum mehr aufzuhalten.

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