Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Südkoreas Ex-Präsidentin Park zu 20 Jahren Haft verurteilt
International 10.07.2020

Südkoreas Ex-Präsidentin Park zu 20 Jahren Haft verurteilt

Die frühere Präsidentin von Südkorea, Park Geun Hye.

Südkoreas Ex-Präsidentin Park zu 20 Jahren Haft verurteilt

Die frühere Präsidentin von Südkorea, Park Geun Hye.
Song Kyung-Seok/Pool/Pi/Prensa I
International 10.07.2020

Südkoreas Ex-Präsidentin Park zu 20 Jahren Haft verurteilt

Ein Korruptionsskandal brachte die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye vor drei Jahren zu Fall. Auf insgesamt 32 Jahre summierten sich später die Haftstrafen für Park. Ein Teil davon wurde jetzt aufgehoben.

(dpa) - Drei Jahre nach ihrer Amtsenthebung wegen eines Korruptionsskandals ist die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye bei einer Neuverhandlung erneut zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.

Das Obergericht in Seoul reduzierte am Freitag allerdings die Strafen, die sie zuvor schon wegen Korruption und Machtmissbrauchs sowie in einem separaten Prozess wegen Vorteilsnahme im Amt erhalten hatte, um zehn auf insgesamt 20 Jahre.

Park weist die Vorwürfe zurück. Wie zuvor war sie Berichten südkoreanischer Sender zufolge nicht im Gerichtssaal. Dem Hauptverfahren war die 68-Jährige schon seit Oktober 2017 ferngeblieben.


In Seoul protestieren Anhänger von Staatspräsidentin Park gegen die Suspendierung.
Korruptionsskandal: Südkoreas Präsidentin des Amtes enthoben
Gut drei Monate mussten die Südkoreaner warten, was mit ihrer suspendierten Staatschefin passieren würde. Jetzt verliert sie wegen eines Korruptionsskandals endgültig ihr Amt. Die Kandidaten für die nächste Präsidentenwahl stehen bereit.

Park habe ihre von der Verfassung auferlegten Pflichten nicht erfüllt und dabei Verbrechen begangen, wodurch sie ein großes Durcheinander in die Staatsangelegenheiten gebracht habe, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap das Gericht. „Doch berücksichtigte das Gericht, dass sie nur wenige persönliche Vorteile davon hatte und politisch für nahezu bankrott erklärt wurde.“

Park wurde im März 2017 durch eine Entscheidung des Verfassungsgerichts vorzeitig ihres Amtes enthoben. Später wurde sie verhaftet und wegen Machtmissbrauch, Korruption, Nötigung und anderer Vorwürfe angeklagt. In erster Instanz erhielt die konservative Politikerin eine Haftstrafe von 24 Jahren, die im August 2018 um ein Jahr erhöht wurde.

In einem getrennten Verfahren wegen Vorteilsnahme im Amt wurde Park zunächst zu weiteren sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde später auf fünf Jahre verringert. Sie soll während ihrer Amtszeit illegal hohe Summen vom Geheimdienst angenommen haben. Beide Verfahren wurden jetzt in der Neuverhandlung zusammengezogen. Das Oberste Gericht in Seoul hatte im vergangenen Jahr das Urteil der Berufungsinstanz in großen Teilen wegen Verfahrensfehlern aufgehoben und den Fall zurückgewiesen.


Hintergrund der Proteste sind Korruptionsvorwürfe gegen Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye.
Massenproteste in Südkorea: 500 000 Menschen fordern Rücktritt der Präsidentin
In Südkorea nimmt der Druck auf Präsidentin Park Geun Hye weiter zu. In der Hauptstadt Seoul versammelten sich am Samstag 500 000 Demonstranten.

Zudem wurde gegen Park wegen Verstoßes gegen die Wahlgesetze eine weitere Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt. Die Haftstrafen summierten sich damit zunächst auf 32 Jahre.

Die Südkoreaner hatten die Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung Hee Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt. Parks Nachfolger im Präsidentenamt ist der sozialliberale Moon Jae In.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Südkoreas Ex-Präsident Lee Myung Bak verhaftet
Das vierte Mal in der Geschichte Südkoreas wird ein Ex-Präsident verhaftet. Diesmal trifft es Lee Myung Bak. Lee wird Korruption in mehreren Fällen vorgeworfen. Lees Nachfolgerin Park Geun Hye steht derzeit vor Gericht.
Lee wird unter anderem beschuldigt, während seiner Amtszeit als Präsident von 2008 bis 2013 mindestens elf Milliarden Won (8,3 Millionen Euro) vom Geheimdienst sowie von Unternehmen und anderen Organisationen angenommen zu haben.