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Sturgeon fordert in Brief an Johnson neues Unabhängigkeitsreferendum
International 1 19.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Sturgeon fordert in Brief an Johnson neues Unabhängigkeitsreferendum

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Donnerstag im Bute House in Edinburgh.

Sturgeon fordert in Brief an Johnson neues Unabhängigkeitsreferendum

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Donnerstag im Bute House in Edinburgh.
Foto: AFP
International 1 19.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Sturgeon fordert in Brief an Johnson neues Unabhängigkeitsreferendum

Die Schottische Nationalpartei (SNP) der Regierungschefin Nicola Sturgeon erhielt bei den Parlamentswahlen 48 von 59 schottischen Sitzen. Sturgeon fordert ein erneutes Unabhängigkeitsreferendum im Jahr 2020.

(dpa) - Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat in einem Brief an Premierminister Boris Johnson formell die Erlaubnis für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum eingefordert. "Die Demokratie muss und wird siegen", sagte Sturgeon am Donnerstag vor Journalisten in Edinburgh. Man habe bereits deutlich gemacht, dass Schottland keine von Premierminister Boris Johnson geführte Tory-Regierung wolle, die Schottland aus der EU führe.

Ob eine Volksabstimmung in dem britischen Landesteil stattfinden kann, entscheidet bislang die Zentralregierung in London. Johnson hatte Sturgeons Wunsch bereits mehrfach abgewiesen. Die schottische Regierungschefin will das Referendum 2020 abhalten. Noch am Donnerstag könnte eine Reaktion auf den Brief durch Staatsminister Michael Gove zu erwarten sein, sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in London.

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Rund 55 Prozent der Schotten hatten sich bei einem ersten Referendum im Jahr 2014 gegen eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich ausgesprochen. 


Britain's Prime Minister Boris Johnson (L) and Scotland's First Minister Nicola Sturgeon (R) pose for a photograph before talks at Bute House in Edinburgh during his visit to Scotland on July 29, 2019. - New British Prime Minister Boris Johnson makes his first official visit to Scotland on Monday in an attempt to bolster the union in the face of warnings over a no-deal Brexit. (Photo by Duncan McGlynn / POOL / AFP)
Sturgeon: "Regierung Johnson ist gefährlich"
Die schottische Premierministerin fand nach ihrer Unterredung mit dem neuen britischen Premier überraschend scharfe Worte.

Sturgeon argumentiert jedoch, die Umstände hätten sich durch das Brexit-Referendum von 2016 verändert. Damals stimmte eine knappe Mehrheit der Briten für den EU-Austritt. Die Schotten votierten aber mit 62 Prozent gegen den Brexit.

Bei der britischen Parlamentswahl in der vergangenen Woche hatte Sturgeons Schottische Nationalpartei SNP kräftig zugelegt und 48 von 59 Sitzen in dem Landesteil gewonnen. Die Partei sieht sich daher in ihrem Unabhängigkeitsstreben bestätigt.


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