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Studio in Amsterdam nach Drohungen gegen TV-Sender geräumt
International 3 11.07.2021
Nach Anschlag auf Reporter

Studio in Amsterdam nach Drohungen gegen TV-Sender geräumt

Polizei steht vor dem Studio von RTL Boulevard am Leidseplein, das evakuiert wurde.
Nach Anschlag auf Reporter

Studio in Amsterdam nach Drohungen gegen TV-Sender geräumt

Polizei steht vor dem Studio von RTL Boulevard am Leidseplein, das evakuiert wurde.
Foto: Evert Elzinga/ANP/dpa
International 3 11.07.2021
Nach Anschlag auf Reporter

Studio in Amsterdam nach Drohungen gegen TV-Sender geräumt

Erst ein Mordanschlag, dann Drohungen gegen ein Fernsehstudio. Es wirft die Frage auf, ob niederländische Medien gar von der Armee beschützt werden sollten.

(dpa) - Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf den niederländischen Kriminalreporter Peter R. de Vries ist in Amsterdam eine Fernsehsendung wegen Drohungen abgesagt worden. Das Studio im Zentrum der niederländischen Hauptstadt sei am Samstag aus Sicherheitsgründen geräumt worden, teilte der Sender RTL mit. De Vries war am Dienstagabend vor dem Studio auf offener Straße niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden, nachdem er in der Live-Sendung „RTL Boulevard“ aufgetreten war.

Ein Behördensprecher erklärte, es sei eine ernstzunehmende Drohung gegen die Sendung eingegangen. Justizminister Ferd Grapperhaus sagte, es seien „sichtbare und auch unsichtbare Maßnahmen“ ergriffen worden. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Polizei steht vor dem Studio von RTL Boulevard am Leidseplein, das evakuiert wurde. Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf den niederländischen Kriminalreporter de Vries ist am Samstag eine Fernsehsendung wegen Drohungen abgesagt worden.
Polizei steht vor dem Studio von RTL Boulevard am Leidseplein, das evakuiert wurde. Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf den niederländischen Kriminalreporter de Vries ist am Samstag eine Fernsehsendung wegen Drohungen abgesagt worden.
Foto: AFP

Der mit De Vries befreundete Rechtsanwalt Peter C. Schouten, schrieb in einer Reaktion auf Twitter: „Vielleicht wird es Zeit, Einheiten der Armee oder der Königlichen Gendarmerie einzusetzen, um Medienunternehmen vor Psychoterror zu schützen.“ Der Anwalt steht in einem großangelegten Prozess gegen eine Drogenbande dem Kronzeugen bei, den De Vries bislang als Vertrauensperson beriet.


Bystanders including security personnel look at a display of flowers, candles and messages of support for Peter R. de Vries in the Lange Leidsedwarsstraat, central Amsterdam on July 7, 2021, after the crime reporter was seriously injured after an attempt on his life late July 6. - Prominent Dutch crime reporter Peter R. de Vries was fighting for his life in a Dutch hospital on July 7, 2021, after being shot multiple times, including in the head, in what the EU chief described as  "an attack on our values." Amsterdam police chief Frank Paauw said three people had been arrested, among them the suspected shooter, but gave no details on the possible reasons for the attack. (Photo by Koen van Weel / ANP / AFP) / Netherlands OUT
Die Spur führt in das Drogenmilieu
Der Mordanschlag auf einen bekannten Reporter hat die Niederlande geschockt. Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft.

Zum Gesundheitszustand des Reporters hieß es in Medienberichten, er sei weiterhin kritisch. Derweil bekam dessen Sohn Royce de Vries nach der Veröffentlichung eines älteren Familienfoto, das ihn mit seinem Vater zeigt, großen Zuspruch: Tausende Menschen markierten das am Samstag auf Twitter veröffentlichte Bild mit „Gefällt mir“. Bereits einen Tag danach stand der Zähler auf rund 36.000 Likes, zudem wurde das Foto mehr als eintausend Mal weitergeleitet.

Kurz nach dem Anschlag waren zwei Männer festgenommen worden. Ein 21-jähriger Rotterdamer soll der Schütze sein. Ein 35 Jahre alter Pole mit Wohnsitz im Dorf Maurik im Südosten der Niederlande soll das Fluchtauto gefahren haben. Die Untersuchungshaft der beiden Tatverdächtigen wurde am Freitag um zunächst zwei Wochen verlängert.

Die Polizei nannte bislang keine Einzelheiten über Hintergründe oder Motive des Anschlags. Weithin wird in den Niederlanden das organisierte Verbrechen dafür verantwortlich gemacht.



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