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Studie: Sterberate nicht höher bei britischer Covid-Variante
International 2 Min. 15.04.2021

Studie: Sterberate nicht höher bei britischer Covid-Variante

Die Forscher des University College London untersuchten mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten.

Studie: Sterberate nicht höher bei britischer Covid-Variante

Die Forscher des University College London untersuchten mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten.
Foto: dpa
International 2 Min. 15.04.2021

Studie: Sterberate nicht höher bei britischer Covid-Variante

Die britische Corona-Variante ist ansteckender als die ursprüngliche Form des Virus. Studien sehen jedoch keine Belege für eine erhöhte Sterblichkeit.

(dpa) - Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form. Allerdings fanden die Forscher keine Belege für eine höhere Tödlichkeit der Variante, wie aus zwei separaten Studien hervorgeht, die am Dienstag in den Fachmagazinen „The Lancet Infectious Diseases“ und „The Lancet Public Health“ veröffentlicht wurden.

Bereits zuvor hatten Untersuchungen ergeben, dass die Variante B.1.1.7 sich leichter von Mensch zu Mensch überträgt als die in Wuhan entdeckte Wildform des Virus. Allerdings war in diesen Studien teilweise auch eine höhere Sterblichkeit bei mit B.1.1.7 Infizierten festgestellt worden. 


(FILES) This handout file photograph taken and released by French pharmaceutical subcontracting firm Delpharm on April 7, 2021, shows vials being filled with the Pfizer/BioNTech Covid-19 vaccine on a production line at the Delpharm plant in Saint-Remy-sur-Avre, northern France. - The EU is turning more heavily to BioNTech/Pfizer to make up for suspended Johnson & Johnson vaccine doses and for longer-term needs to fight the mutating coronavirus, European Commission chief Ursula von der Leyen said April 14, 2021. (Photo by - / Delpharm / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / DELPHARM " - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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In einer Mitteilung von „The Lancet“ heißt es nun: „Eine beobachtende Studie von Patienten in Londoner Krankenhäusern legt nun nahe, dass die Variante B.1.1.7 nicht mit schwereren Verläufen und mehr Todesfällen einhergeht.“ Allerdings ist bei der Interpretation zu berücksichtigen, dass die Studie anhand ihrer Stichprobe nur Aussagen über Fälle machen kann, die mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt wurden.

PCR-Tests für Studie ausgewertet

Die Forscher des University College London untersuchten mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten und werteten die in diesem Zeitraum aufgetretenen schweren Verläufe und Todesfälle aus. Bei Infizierten mit der sogenannten britischen Variante stellten sie eine höhere Viruslast fest. Der Anteil der Patienten, die an Covid-19 starben, war jedoch bei der Variante nicht erhöht.

Die andere, in „The Lancet Public Health“ veröffentlichte Studie, wertete Symptome von Covid-19-Patienten aus, die diese über eine App des Gesundheitssystems meldeten. Die Daten setzten sie in Beziehung zur Ausbreitung der Variante in den jeweiligen Regionen, aus der die Meldungen kamen. 


A doctor shows an empty vial of AstraZeneca vaccine against the coronavirus (Covid-19) are seen at a drive-in for vaccinations in Schwelm, western Germany, on April 7, 2021, amid the ongoing pandemic. - Because the appointments at the vaccination centre in the Ennepe-Ruhr district are booked up for weeks, the administration reacted and set up the temporary vaccination drive-in (approx. 500 metres long, two vaccination tents, 40 employees) on the car park of a sports hall on the Easter weekend. (Photo by Ina FASSBENDER / AFP)
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Auch diese Studie stellte keine signifikanten Unterschiede bei der Schwere der Symptome sowie bei nachweisbaren Langzeitwirkungen einer Infektion fest. Die Forscher wiesen jedoch für die britische Variante eine deutliche Erhöhung des R-Wertes nach, der die Entwicklung der Pandemie beschreibt. Das spricht ebenfalls für eine erhöhte Übertragbarkeit der Variante.

Da die Studien beide im vergangenen Winter in London und Südengland durchgeführt wurden, wo sich die Variante B.1.1.7 zu dieser Zeit rapide ausbreitete, hatten die Forscher eine gute Vergleichbarkeit beider Varianten. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass bisherige Studien teilweise zu anderslautenden Ergebnissen gekommen seien und zusätzliche Forschung nötig sei.

Experten weisen zudem darauf hin, dass es kein Grund zum Aufatmen ist, dass eine Corona-Variante nicht tödlicher ist als die Wildform, wenn sie dafür ansteckender ist. Das lässt sich damit erklären, dass bei einer höheren Übertragbarkeit des Virus letztlich mehr Menschen sterben, weil sich - unter sonst gleichen Bedingungen - um ein Vielfaches mehr Menschen infizieren, von denen dann ein kleiner Anteil einen tödlichen Verlauf hat.


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