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Streit um Weihnachtsregeln zwischen Belgien und Deutschland
International 3 Min. 29.11.2020

Streit um Weihnachtsregeln zwischen Belgien und Deutschland

„La messe, bien de première nécessité“ oder „Pour nous, la messe c’est vital“: Unter diesen Schlagworten haben vor einer Woche Hunderte Gläubige in Paris für die Zulassung von Messen demonstriert.

Streit um Weihnachtsregeln zwischen Belgien und Deutschland

„La messe, bien de première nécessité“ oder „Pour nous, la messe c’est vital“: Unter diesen Schlagworten haben vor einer Woche Hunderte Gläubige in Paris für die Zulassung von Messen demonstriert.
AFP
International 3 Min. 29.11.2020

Streit um Weihnachtsregeln zwischen Belgien und Deutschland

Rund um die Weihnachtstage dürfen die Deutschen bis zu zehn Menschen empfangen. Zu viele Kontakte, findet der belgische Gesundheitsminister. Derweil muss Frankreich die Regeln für Gottesdienste ändern.

(dpa/mer) - Angesichts der deutschen Festlegung auf vergleichsweise freizügige Besuchsregeln rund um die Weihnachtstage ist ein Streit zwischen Brüssel und Berlin entbrannt. Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke kritisierte die in Deutschland geplanten Lockerungen der Corona-Regeln zum 23. Dezember. „Wenn es etwas gibt, was das Virus mag, dann sind das Feste, vor allem mit wechselnden Teilnehmern, das müssen wir unbedingt vermeiden“, sagte Vandenbroucke am Freitagabend nach einem Bericht der Agentur Belga. „Deshalb finde ich, dass unsere Nachbarländer nicht das tun, was angebracht wäre.“

Ministerpräsident Alexander De Croo hatte von Reisen in rote Zonen im Ausland abgeraten und Kontrollen an den belgischen Grenzen angekündigt, ob Einreisende das vorgeschriebene Formular ausgefüllt haben. Anschließend soll stichprobenartig geprüft werden, ob die Quarantänezeit eingehalten wird. „Wir sehen, dass sich die Zahlen in unserem Land gut entwickeln“, sagte De Croo. „Das Letzte, was wir wollen, ist, das Virus wieder nach Belgien zu importieren.“

Beschränkung auf „Knuffelcontacte“

Belgien hatte sich trotz sinkender Corona-Zahlen entschieden, bis mindestens Mitte Januar und auch über Weihnachten strikte Kontaktbeschränkungen aufrecht zu erhalten. Haushalte dürfen nur eine weitere Person einladen. Nur Alleinstehende dürfen an den Feiertagen zwei Freunde oder Verwandte gleichzeitig empfangen – die sogenannten „Knuffelcontacte“. Das kleine Belgien hatte zeitweise pro Kopf die höchsten Corona-Fallzahlen in Europa und verhängte deshalb Anfang November scharfe Auflagen. Am Freitag einigten sich Regierung und Regionen auf geringfügige Lockerungen: Ab Dienstag dürfen alle Geschäfte wieder öffnen, statt nur Lebensmittelhändler und Läden mit unbedingt notwendigen Waren. Auch Museen und Schwimmbäder dürfen wieder aufmachen. Lokale, Kinos und Veranstaltungssäle bleiben jedoch geschlossen, ebenso Friseure und andere Geschäfte mit Körperkontakt. Über Neujahr gilt ein landesweites Böllerverbot.


22.11.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlässt eine gemeinsame Pressekonferenz mit Bundesfinanzminister Scholz zum virtuellen G20-Gipfeltreffen. Foto: Hannibal Hanschke/Reuters-Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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In Deutschland gilt seit Anfang November ein sogenannter „Lockdown light“, der diese Woche verschärft wurde und vorerst bis zum 20. Dezember gilt. Die Schulen sind offen, ebenso Geschäfte, jedoch mussten die Gastronomie, Freizeit- und Kultureinrichtungen schließen. Zudem wurden private Treffen jüngst auf fünf statt zuvor zehn Personen aus zwei Haushalten begrenzt. Über Weihnachten und Silvester, konkret in der Zeit vom 23. Dezember bis 1. Januar, soll jedoch eine Ausnahme gelten. In fast allen Bundesländern außer in Berlin mit seinen hohen Corona-Fallzahlen sind in diesem Zeitraum Treffen im engsten Familien- und Freundeskreis mit bis zu zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten erlaubt.

Frankreich lockert strenge Corona-Regeln etwas

Während in Luxemburg und Deutschland die Corona-Maßnahmen dieser Tage verschärft wurden, läuft der Trend im westlichen Nachbarland in die entgegengesetzte Richtung. Ob ausgedehnt spazieren, shoppen oder sich die Haare schneiden lassen: Mit den ersten Lockerungen ist in Frankreich einiges seit Samstag wieder erlaubt. Nach knapp einem Monat strikter Ausgangssperren, in denen nicht notwendige Außenaufenthalte auf einen Kilometer rund um die eigene Wohnung beschränkt wurden, dürfen in der ersten Phase des schrittweisen Deconfinement nun auch nicht lebensnotwendige Geschäfte ihre Türen wieder öffnen.


This screen grab made on November 24, 2020 shows French President Emmanuel Macron speaking during a televised address to the Nation on the Covid-19 pandemic and lockdown measures in France as the second virus wave reached its peak last week, French health authorities said, with numbers of new infections, new hospital admissions and new intensive care patients all declining, while death figures have stabilised. (Photo by THOMAS COEX / AFP)
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Dafür gelten allerdings strikte Auflagen. So müssen pro Kunde etwa acht Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen. Auch Friseure können nun wieder Kunden empfangen. Das Verlassen des Hauses ist in Frankreich jedoch auch künftig nur aus triftigem Grund erlaubt – etwa, um zur Arbeit oder einkaufen zu gehen. Dabei ist eine Bescheinigung mitzuführen. Für Sport und Spazieren im Freien wird mehr Zeit eingeräumt. Präsident Emmanuel Macron hat in Aussicht gestellt, die Ausgangsbeschränkungen Mitte Dezember durch nächtliche Ausgangssperren zu ersetzen. Auch Kinos, Theater und Museen könnten dann wieder öffnen.

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