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Streikfront bröckelt in Frankreich
International 2 Min. 19.01.2020

Streikfront bröckelt in Frankreich

Streikfront bröckelt in Frankreich

Foto:Sadak Souici/Le Pictorium Agency
International 2 Min. 19.01.2020

Streikfront bröckelt in Frankreich

In Frankreich zeichnet sich nach mehr als sechs Wochen Dauerstreiks ein Ende der massiven Behinderungen im Pariser Nahverkehr ab.

In Frankreich wird es keinen Tag X geben, an dem plötzlich alle Streiks gegen die Rentenreform vorbei sind. Dazu mischen viel zu viele Gewerkschaften mit. Eine von ihnen macht jetzt allerdings erstmal eine Verschnaufpause.

Die Bahnen sollen auf einem Großteil der Linien am Montag wieder normal fahren, kündigte die Nahverkehrsgesellschaft RATP am Sonntagabend an. Eine bedeutende Lokführer-Gewerkschaft hatte sich zuvor für eine Streikpause ausgesprochen. Die Streiks und Proteste gegen die Rentenreform lähmen das Land bereits seit Anfang Dezember. Auch am Wochenende gab es wieder Proteste gegen das geplante Projekt - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekam die Wut höchstpersönlich zu spüren.

Auf andere Aktionsformen konzentrieren

Die Situation im Pariser Nahverkehr und im Bahnverkehr hatte sich bereits in der vergangenen Woche spürbar verbessert. Die Metros zahlreicher Linien fuhren auch wieder tagsüber - allerdings weiterhin größtenteils in geringerer Taktung als normal. Die bei den Pariser Verkehrsbetrieben bedeutende Gewerkschaft Unsa hatte am Freitagabend bei einer Versammlung beschlossen, die Streiks ab Montag auszusetzen, hieß es in einer Mitteilung von Unsa-RATP, die mehreren französischen Medien vorlag. Man wolle sich auf andere Aktionsformen konzentrieren und sei weiter entschlossen, gegen die Rentenreform zu kämpfen.

Viele Mitarbeiter müssten jetzt aber erstmal „ihre Batterien aufladen“ und eine „Verschnaufpause“ einlegen, sagte Gewerkschaftsfunktionär Laurent Djebali der Zeitung „Le Parisien“. Die Entscheidung dürfte auch finanzielle Gründe haben. Viele Gewerkschaften haben keine Streikkassen. Wer die Arbeit niederlegt, ist auf Spenden angewiesen - ein großer Teil des Gehaltes geht oftmals verloren. Die Gewerkschaft rief ihre Anhänger aber auf, sich dem nächsten Massenprotest am 24. Januar anzuschließen.

Deutliches Zugeständnis

Frankreichs Regierung hatte zuletzt erneut ein deutliches Zugeständnis an die Gewerkschaften gemacht - seitdem bröckelt die Einheitsfront. Die Unzufriedenheit bei vielen im Land ist allerdings weiterhin groß. Tausende „Gelbwesten“ demonstrierten am Wochenende in der Hauptstadt.

Die Bewegung geht seit mehr als einem Jahr gegen die Politik Macrons auf die Straße. Ihr Ärger richtet sich mittlerweile auch gegen die Rentenreform. Zuletzt waren auch immer wieder Gewerkschaften und „Gelbwesten“ gemeinsam auf der Straße.

Bei der Großdemo in Paris kam es vereinzelt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Es gab Dutzende Festnahmen. Wieder sorgte ein Video von mutmaßlicher Polizeigewalt in sozialen Netzwerken für Aufruhr. Es soll während der Demonstration am Samstag aufgenommen worden sein und zeigt einen Polizisten, der einen verletzten Demonstranten schlägt. Die Behörden untersuchen den Fall.

Für Aufsehen sorgte außerdem ein Vorfall, der sich am Freitagabend im Norden von Paris an einem Theater ereignet hatte. Dutzende Demonstranten versuchten, den Saal zu stürmen - dort sah sich Präsident Macron gerade eine Vorstellung an. Macron musste den Theatersaal für kurze Zeit verlassen, konnte sich die Vorstellung dann aber zu Ende anschauen. Zuvor hatte ein Aktivist auf Twitter verbreitet, dass sich Macron in dem Theater aufhalte.


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TOPSHOT - People take part in a demonstration on December 10, 2019 in Paris as part of the sixth day of massive strike action over government's plans to overhaul the pension system. - Unions have vowed to keep up the fight over the reforms, which are set to be finalised and published on December 11. Another mass demonstration is planned in Paris and other cities today, with teachers and other workers once again expected to walk out alongside transport workers. (Photo by Zakaria ABDELKAFI / AFP)
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