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Streik: Ryanair sagt rund 400 Flüge ab
Am Boden geblieben: 55.000 Passagiere können wegen des Streiks nicht fliegen.

Streik: Ryanair sagt rund 400 Flüge ab

Foto: AFP
Am Boden geblieben: 55.000 Passagiere können wegen des Streiks nicht fliegen.
International 10.08.2018

Streik: Ryanair sagt rund 400 Flüge ab

Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Das bestätigte am Freitagmorgen ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ (VC).

Mitten in der Urlaubszeit haben die Piloten in Deutschland, Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden ihre 24-stündige Streikaktion abgestimmt. Von insgesamt 2400 geplanten Flügen strich Ryanair angesichts des Arbeitskampfes 400, davon allein 250 in Deutschland. Europaweit sind rund 55.000 Passagiere betroffen, 42.000 in Deutschland. Die Piloten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter.


Die deutsche Gewerkschaft VC schließt sich den bereits für diesen Freitag angekündigten Streiks ihrer Ryanair-Kollegen in Irland, Schweden und Belgien an.
Deutsche Ryanair-Piloten streiken ab Freitag
Bei Ryanair wird es am Freitag Ausfälle und Verspätungen geben - auch auf Routen von und nach Deutschland. Bislang streikten die Piloten nur im kleinen Irland, jetzt muss die Airline 250 weitere Flüge streichen.

Vor allem am frühen Morgen sollte dem Plan zufolge kaum ein Ryanair-Flieger von einem deutschen Flughafen abheben. Im Laufe des Tages sollen dann einige Flüge erfolgen mit Maschinen, die aus anderen, nicht bestreikten Ländern landen und auch wieder starten. Betroffene Kunden konnten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen. Weitere Entschädigungen lehnt Ryanair ab.

Der Ausstand in Deutschland begann um 03.01 Uhr und am Samstag um 02.59 Uhr enden. Weitere Streiks in der Urlaubszeit hat die VC nicht ausgeschlossen, will sie aber mit einer Frist von 24 Stunden vorher ankündigen.

Die abgestimmte Aktion ist der bislang größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas, die erst seit Ende 2017 Gewerkschaften anerkennt.

Gegenseitige Beschuldigungen

Gewerkschaften und Ryanair beschuldigen sich gegenseitig, die seit rund sechs Monaten laufenden Verhandlungen zu blockieren. Die VC will bei der irischen Gesellschaft erstmals ein System aus Vergütungs- und Manteltarifvertrag etablieren und zieht dafür andere Fluggesellschaften als Muster heran. In den Vorschlägen sind zahlreiche Details etwa zu Dienstzeiten, Versetzungen oder Fixanteilen des Gehalts enthalten. Ryanair verweist auf vergleichsweise hohe Endgehälter ihrer Kapitäne und Copiloten. Das Unternehmen will keine Vereinbarungen treffen, die sein Niedrigkostenkonzept in Frage stellen würden.


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