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Streik in Frankreich geht weiter: „keine Waffenruhe“
International 14.12.2019

Streik in Frankreich geht weiter: „keine Waffenruhe“

Neun Pariser Metrolinien blieben am Samstag ganz geschlossen.

Streik in Frankreich geht weiter: „keine Waffenruhe“

Neun Pariser Metrolinien blieben am Samstag ganz geschlossen.
Foto: AFP
International 14.12.2019

Streik in Frankreich geht weiter: „keine Waffenruhe“

Geschlossene Metro-Linien und gestrichene Hochgeschwindigkeitszüge: In Frankreich hält der Aufstand gegen die Rentenreform unverändert an. Gewerkschaften wollen auch über Weihnachten streiken.

(dpa) - Im Kampf gegen die Rentenreform ist es in Frankreich am Samstag erneut zu massiven Behinderungen im öffentlichen Verkehr gekommen. Laut Angaben der Staatsbahn SNCF fuhr landesweit nur jeder vierte TGV-Hochgeschwindigkeitszug.

Von den Einschränkungen im Nahverkehr war vor allem wieder Paris betroffen. Neun Metro-Linien blieben komplett geschlossen; starke Beeinträchtigungen gab es auch bei der Pariser RER mit nur wenigen S-Bahnzügen zwischen 12 und 18 Uhr. Der Busverkehr war zu 60 Prozent gesichert. Trams hingegen fuhren in fast normaler Taktung. Es war der zehnte Streiktag in Folge.

Ein Ende scheint nicht in Sicht. Einige der Gewerkschaften haben bereits angedeutet, dass sie auch an Weihnachten den Streik nicht aussetzen würden. Es werde „keine Waffenruhe“ während der Festtage geben, drohte der Eisenbahngewerkschafter Laurent Brun. Der neue SNCF-Chef, Jean-Pierre Farandou, rief die streikenden Eisenbahner am Freitag auf, während der Weihnachtsfeiertage eine „Pause“ einzulegen.

Notfahrplan soll veröffentlicht werden

Die Festtage seien ein wichtiger Moment für Familientreffen, erklärte er. Denn viele Bürger wollten den Zug nehmen, um ihre Eltern, Kinder und Freunde wiederzusehen. Die SNCF-Managerin Rachel Picard versprach in der Tageszeitung „Le Parisien“, fünfzig Prozent der Reisenden würden einen Zug haben. Ziel sei es, dass so viele Franzosen wie möglich in Urlaub fahren können.

In der kommenden Woche wird die Staatsbahn einen Notfahrplan für den Fall eines Streiks über die Weihnachtstage veröffentlichen. Auch Frankreichs Umwelt- und Verkehrsministerin Élisabeth Borne hatte die Angestellten der Verkehrsbetriebe aufgefordert, ihren Streik gegen die geplante Rentenreform zu beenden.


French Prime Minister Edouard Philippe stands before unveiling the details of a pension reform plan before the CESE (Economic, Social and Environmental Council) on December 11, 2019 in Paris, as hundreds of thousands of people demonstrated the day before on the sixth day of a general strike. (Photo by Thomas SAMSON / POOL / AFP)
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Für den kommenden Dienstag (17. Dezember) haben die Gewerkschaften erneut landesweit zu Protesten aufgerufen. Bereits am vergangenen Dienstag gingen Hunderttausende in ganz Frankreich auf die Straße.


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