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Stormy Daniels nahm Schweigegeld "aus Angst"
International 3 Min. 26.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Stormy Daniels nahm Schweigegeld "aus Angst"

Im Vordergrund der Affäre steht die Frage, ob mit der Schweigegeldzahlung Gesetze zur Wahlkampffinanzierung gebrochen wurden - und ob Trump selber dabei eine Rolle spielte.

Stormy Daniels nahm Schweigegeld "aus Angst"

Im Vordergrund der Affäre steht die Frage, ob mit der Schweigegeldzahlung Gesetze zur Wahlkampffinanzierung gebrochen wurden - und ob Trump selber dabei eine Rolle spielte.
Foto: AFP
International 3 Min. 26.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Stormy Daniels nahm Schweigegeld "aus Angst"

Nicht nur die Russland-Affäre verfolgt Donald Trump, sondern auch eine angebliche Affäre mit Pornostar Stormy Daniels. Konkret geht es um ein Schweigegeld - kurz vor der US-Wahl. Nun schlägt ein Interview hohe Wellen.

(dpa) - Pornostar Stephanie Clifford, alias Stormy Daniels, beharrt darauf, dass sie 2006 eine Affäre mit Donald Trump hatte - kurz nachdem seine Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt brachte. In einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders CBS schilderte die heute 39-Jährige weiter, dass sie wenige Tage vor der US-Präsidentenwahl 2016 "aus Angst" ein Schweigegeld von Trumps persönlichem Anwalt Michael Cohen angenommen habe.

Sie sei Jahre zuvor von einem Unbekannten unter Androhung von Gewalt aufgefordert worden, nichts über die Affäre verlauten zu lassen, sagte Clifford. Sie habe daher weiter um ihre Sicherheit und die ihrer Familie gefürchtet.


(FILES): This combination of file pictures created on February 14, 2018 shows US President Donald Trump speaking during a meeting with bipartisan members of Congress on infrastructure in the Cabinet Room of the White House on February 14, 2018 in Washington, DC; and adult film actress/director Stormy Daniels as she hosts a Super Bowl party at Sapphire Las Vegas Gentlemen's Club in Las Vegas, Nevada, February 4, 2018. 

Porn star Stormy Daniels will go to court on July 12 in a bid to dissolve an agreement stopping her discussing an affair she says she had with President Donald Trump, according to court papers published on March 14, 2018. Lawyer Michael Avenatti filed a lawsuit on behalf of Daniels last week seeking to toss out the confidential settlement she signed just days before the November 2016 election.The lawsuit alleges that Daniels, whose real name is Stephanie Clifford, began an "intimate relationship" with Trump in the summer of 2006 that continued well into 2007.
 / AFP PHOTO / GETTY IMAGES NORTH AMERICA AND AFP PHOTO / MANDEL NGAN AND Ethan Miller
Trump schaltet sich in Rechtsstreit um Stormy Daniels ein
Ist Pornodarstellerin Stormy Daniels zum Schweigen verpflichtet oder kann sie freizügig über ihre angebliche Affäre mit Donald Trump plaudern? Bisher hat sich der Präsident vom juristischen Gerangel darüber ferngehalten. Aber nicht mehr länger.

Die in ihrer Branche über Jahre hinweg äußerst erfolgreiche Pornodarstellerin und -regisseurin betonte zugleich, dass sie nur einmal Sex mit Trump gehabt habe - und das völlig freiwillig, auch wenn sie sich nicht zu ihm hingezogen gefühlt habe. Sie sei kein Opfer gewesen.

Trump bestreitet die Affäre. Ob sich der jetzige Präsident das Interview in der Sendung „60 Minutes“ anschaute, wurde nicht bekannt. Er war am Sonntagabend allein von einem Familienwochenende auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida ins Weiße Haus zurückgekehrt. First Lady Melania hält sich mit Sohn Barron, der zurzeit Schulferien hat, weiter dort auf - „der Tradition entsprechend“, wie das Weiße Haus betonte.

Das Interview war mit großen Fanfaren angekündigt worden, nachdem das „Wall Street Journal“ unlängst über die Schweigevereinbarung berichtet hatte. Seitdem ist das Thema immer wieder hochgekocht. Cohen ist darin tief verwickelt. Er hat zugegeben, Clifford rund eine Woche vor der US-Wahl 130 000 Dollar im Gegenzug für ihr Schweigen bezahlt zu haben - aus eigener Tasche und ohne Wissen von Trump, wie er sagt. Die Zahlungen erfolgten nach Medienberichten über eine Scheinfirma, die er zuvor gegründet hatte.

Um dieses Schweigegeld geht es in den derzeitigen Schlagzeilen primär und weniger um die angebliche Affäre: Berichte darüber hatte es schon in der Vergangenheit gegeben. Im Vordergrund steht vielmehr die Frage, ob mit der Schweigegeldzahlung Gesetze zur Wahlkampffinanzierung gebrochen wurden - und ob Trump selber dabei eine Rolle spielte.

Öffentlich am Kochen bleibt das Thema, weil Clifford kürzlich vor ein kalifornisches Gericht gezogen ist. Sie argumentiert, dass die Schweigeübereinkunft nie gültig gewesen sei, da Trump persönlich sie nicht unterzeichnet habe. Cohen seinerseits hat ihr mit massiven Schadensersatzforderungen gedroht - eine Million Dollar für jeden vermeintlichen Vertragsbruch. Zusammen mit Trump will er zudem erreichen, dass der Rechtsstreit nicht in einem öffentlichen Prozess, sondern in einem Schlichtungsverfahren hinter geschlossenen Türen entschieden wird.

In dem Interview schilderte Clifford, 2011 sei im Beisein ihrer kleinen Tochter ein Mann an sie herangetreten - kurz, nachdem sie mit einem Magazin vereinbart gehabt habe, ihre Geschichte zu erzählen.

Er sagte mir, lass Trump in Ruhe. Vergiss die Geschichte. (...) Und dann schaute er meine Tochter an und sagte, das ist ein hübsches kleines Kind. Es wäre eine Schande, wenn ihrer Mutter etwas geschehen würde.“ Daran, so Clifford, habe sie sich erinnert, als sie die Schweigevereinbarung mit Cohen unterzeichnet habe.

Sie wies darauf hin, dass sie im Laufe der Zeit Magazin-Angebote erhalten habe, die ihr weitaus mehr Geld hätten einbringen können als die 130 000 Dollar. „Ich habe nicht einmal verhandelt“, sagte sie über die von Cohen angebotene Summe. Das allein schon beweise, dass sie aus Angst und nicht Opportunismus oder Geldgier gehandelt habe.

Auf die Frage von Starreporter Anderson Cooper, warum sie denn überhaupt jetzt alles an die Öffentlichkeit bringen wolle, antwortete sie unter anderem: „Es ist nicht o.k. für mich, als Lügnerin dargestellt zu werden.“ Sie wolle sich verteidigen.


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