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Steueroasen und Geldwäsche: Pulitzer-Preis für "Panama Papers"
International 11.04.2017

Steueroasen und Geldwäsche: Pulitzer-Preis für "Panama Papers"

Das dubiose Anwaltsbüro Mossack Fonseca stand im Mittelpunkt der "Panama Papers".

Steueroasen und Geldwäsche: Pulitzer-Preis für "Panama Papers"

Das dubiose Anwaltsbüro Mossack Fonseca stand im Mittelpunkt der "Panama Papers".
Foto: Chris Karaba
International 11.04.2017

Steueroasen und Geldwäsche: Pulitzer-Preis für "Panama Papers"

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Im April 2016 sorgte die Enthüllung der „Panama Papers“ weltweit für Schlagzeilen, ein Jahr später gibt es dafür jetzt den renommierten Pulitzer-Preis. Indirekt ist damit auch ein deutsches Medium ausgezeichnet worden.

(dpa) - Für die Enthüllung der „Panama Papers“ wurde unter anderem das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ) mit dem Pulitzer-Preis geehrt. Unter dessen 190 Mitgliedern aus mehr als 65 Ländern sind auch die Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“, die an der Enthüllung der „Panama Papers“ mitgearbeitet haben.

Indirekt gehöre die Ehrung allen weltweit beteiligten Medien, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, Mike Pride. „Es ist keine Frage, dass dies ein viel größeres Projekt war.“ Die beteiligten Medien auf der ganzen Welt hatten im April 2016 über rund 200 000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

„Glückwunsch an das ganze Team von mehr als 370 Journalisten!“, schrieb das ICIJ beim Kurznachrichtendienst Twitter. An der Recherche war auch ein Team der "Süddeutschen Zeitung" beteiligt. „Das ist fantastisch. Ich habe keine Worte mehr“, schrieb „Süddeutsche“-Journalist Bastian Obermayer.

Neben den „Panama Papers“ stand vor allem die Berichterstattung rund um die Wahl des umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump im Fokus der diesjährigen 101. Pulitzer-Preise. Die Debatten um „Fake News“ habe deutlich gemacht, dass seriöse und fundierte Berichterstattung „wichtiger denn je“ sei, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums Pride.

Reportagen über Trumps Wahlkampf

So gewann der Reporter David Fahrenthold von der „Washington Post“ den Pulitzer-Preis in der Kategorie „Nationale Berichterstattung“. Seine „beharrliche Berichterstattung“ habe ein „positives Beispiel für transparenten Journalismus“ in Wahlkämpfen aufgestellt und gleichzeitig die von Trump immer betonte Großzügigkeit bei Spenden an Wohltätigkeitsorganisationen in Frage gestellt, hieß es in der Begründung.

Peggy Noonan vom „Wall Street Journal“ bekam die Auszeichnung in der Kategorie „Kommentar“ - „für wunderschön zusammengestellte Kolumnen genau zum richtigen Zeitpunkt, die die Leser während eines der spaltendsten Wahlkämpfe in der Geschichte unseres Landes mit den gemeinsamen Werten aller Amerikaner verknüpft haben“.


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