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Starke Schneefälle legen Norden von Italien lahm
International 6 3 Min. 28.12.2020

Starke Schneefälle legen Norden von Italien lahm

Ein Spaziergänger mit seinem Hund trotzt dem Schnee in Mailand.

Starke Schneefälle legen Norden von Italien lahm

Ein Spaziergänger mit seinem Hund trotzt dem Schnee in Mailand.
Foto: AFP/Miguel Medina
International 6 3 Min. 28.12.2020

Starke Schneefälle legen Norden von Italien lahm

In Mailand fielen mehr als 20 Zentimeter Schnee, zahlreiche Verkehrswege sind blockiert. In Sardinien gilt eine Sturmflutwarnung – und in Frankreich sitzen tausende Einwohner im Dunkeln.

(dpa/AFP/jt) - Starke Schneefälle haben im Norden Italiens für zahlreiche Probleme gesorgt. In den Regionen Lombardei, Piemont und Ligurien seien die Einsatzkräfte mehr als 150 Mal ausgerückt, teilte die Feuerwehr am Montagvormittag auf Twitter mit. Bäume wurden entwurzelt, zahlreiche Straßen waren blockiert. Polizei und Zivilschutzbehörde mahnten zur Vorsicht und rieten dazu, das Autofahren möglichst zu vermeiden oder mit reduzierter Geschwindigkeit zu fahren.

Mailand erwachte am Montag in einem weißen Kleid. Mehr als 20 Zentimeter Schnee fielen in der norditalienischen Metropole. Ein 76-jähriger Obdachloser, der am Montagmorgen im Schnee gefunden wurde, starb im Krankenhaus. Drei weitere Menschen erlitten beim Schneeräumen vor ihren Häusern einen Herzinfarkt. Laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa wurde zudem eine Frau in Mailand von einer umstürzenden Stange verletzt. Die örtlichen Behörden setzten Dutzende von Schneepflügen in Bewegung, um die Hauptverkehrsadern freizuräumen, aber viele Nebenstraßen sind nach wie vor unzugänglich. 

Das schlechte Wetter führte zu Behinderungen auf mehreren Autobahnabschnitten, darunter auch auf der A26 in Richtung Genua, Italiens größtem Hafen und Hauptstadt der Region Ligurien. Auch der Zugverkehr war gestört, mit Verspätungen von teilweise mehr als zwei Stunden, vor allem wegen umgestürzter Bäume. Der Große St. Bernhard-Tunnel an der Grenze zur Schweiz wurde für den Schwerlastverkehr gesperrt. 

Auch der Süden Italiens bereitet sich auf Wetterkapriolen vor. Insbesondere in der Region Neapel werden starke Regenfälle erwartet. Auch Rom hatte am Montag mit starken Regenfällen zu kämpfen, die von Gewittern und von starkem Wind begleitet wurden. 


TURIN, ITALY - DECEMBER 15: A homeless person wearing a protective mask poses for a photo while wishing happy holidays on December 15, 2020 in Turin, Italy. Italy is preparing for the holiday period and while Covid-19 contagions lower, the Italian National Institute of Statistics warns of over 73,000 businesses closures, among which 13,000 are unlikely to open again due to the Covid-19 pandemic. (Photo by Stefano Guidi/Getty Images)
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Die Covid-Pandemie hat in Italien verheerende soziale Auswirkungen: Trotz massiver staatlicher Hilfen drohen bis Ende Jahr weitere 5 Millionen Menschen in die relative Armut abzugleiten.

Auf der Insel Sardinien galt eine Sturmflutwarnung. Dort berichteten die Behörden von einem getöteten Feuerwehrmann: Der 54-Jährige sei bei der Absicherung einer Stromleitung im Einsatz verunglückt. Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese drückte der Familie des Mannes ihr Beileid aus.

Vorkehrungen in Venedig

In der bei Touristen besonders beliebten Stadt Venedig fuhren die Behörden die Flutschutztore wegen des gestiegenen Meeresspiegels hoch. Der Wasserstand wurde am Montagvormittag bei 130 Zentimetern über dem Normalwert erwartet. Eine ähnlich hohe Flutwelle sagte die Kommune für den kommenden Mittwoch vorher. Das Flutschutzsystem „Mose“ verhindert, dass das salzige Wasser etwa in die historische Altstadt in der Lagune eindringt.

Auf der Brennerautobahn floss der Verkehr am Vormittag zwischen Österreich und Italien weitgehend normal. Es wurde jedoch vor starken Schneefällen gewarnt.  

Sturm „Bella“ tobt in Frankreich

In Frankreich sorgt ein Wintereinbruch ebenfalls für Probleme. Tausende Menschen sind wegen des Wintersturms „Bella“ weiter ohne Strom. Am Montagabend waren rund 25.000 Haushalte im Zentrum des Landes und an der Atlantikküste betroffen, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Ein Grund sei der heftige Schneefall. Der Betreiber ist mit mehr als 1.500 Beschäftigten im Einsatz, um die Schäden zu beheben.

In der Nacht auf Montag hatte sich das Sturmgeschehen von der Normandie und der Bretagne weiter in die zentral gelegenen Regionen Auvergne und Limousin verlagert.

Sturm Bella tobt an der Küste von Penmarch in Westfrankreich.
Sturm Bella tobt an der Küste von Penmarch in Westfrankreich.
Foto: AFP/Loic Venance

Von Nordfrankreich bis zur Atlantikküste über das Zentralmassiv wurden viele Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt, wie der Sender BFMTV berichtete. Es habe zahlreiche Einsätze der Feuerwehr gegeben. 

In Ajaccio auf Korsika lief ein Schleppschiff auf Grund, nachdem sich dessen Taue aufgrund des Sturms gelöst hatten. In der Folge liefen etwa 3.000 bis 4.000 Liter Heizöl aus dem Schiff.

Frankreichs Wetterdienst Météo France warnte am Montag vor Schneefall in Teilen des Landes sowie vor erheblichen Einschränkungen im Straßenverkehr. Den Meteorologen zufolge soll „Bella“ nach Süden weiterziehen und dort für heftige Winde im Mittelmeerraum sorgen.

In Luxemburg könnte ein Tiefdruckgebiet in der Nacht auf Dienstag ebenfalls für Schneefall sorgen. In höheren Lagen könnten einige Zentimeter Schnee liegen bleiben.

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