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Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe für Ex-Präsident Sarkozy
International 08.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe für Ex-Präsident Sarkozy

Sarkozy am Dienstag beim Verlassen des Gerichtsgebäudes.

Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe für Ex-Präsident Sarkozy

Sarkozy am Dienstag beim Verlassen des Gerichtsgebäudes.
Foto: AFP
International 08.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe für Ex-Präsident Sarkozy

Das Verfahren gilt als einmalig, denn einen Korruptionsvorwurf gegen einen Ex-Staatschef gab es in der 1958 gegründeten Fünften Republik Frankreichs bisher nicht.

(dpa) -  Im spektakulären Prozess wegen vermuteter Bestechung und unerlaubter Einflussnahme hat die Anklage eine Haftstrafe von vier Jahren für den französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy gefordert. Zwei davon sollen zur Bewährung ausgesetzt werden, wie französische Medien am Dienstagabend übereinstimmend berichteten. Der Konservative Sarkozy regierte von 2007 bis 2012 im Élysée-Palast.


dpatopbilder - 23.11.2020, Frankreich, Paris: Nicolas Sarkozy (M), ehemaliger Pr�sident von Frankreich, trifft zur Er�ffnungsverhandlung seines Prozesses wegen Bestechung im Gerichtsgeb�ude ein. Dem Politiker wird vorgeworfen, 2014 �ber seinen Rechtsbeistand versucht zu haben, von einem Generalanwalt beim Kassationsgericht geheime Informationen zu erlangen Foto: Bertrand Guay/AFP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ex-Präsident auf der Anklagebank: Sarkozy vor Gericht
Nicolas Sarkozy ist als erster ehemaliger Staatschef Frankreichs vor Gericht erschienen. Das Korruptionsverfahren wurde allerdings nach Beginn für drei Tage unterbrochen.

Dem 65-jährigen Politiker wird vorgeworfen, 2014 über seinen Rechtsbeistand versucht zuhaben, von Gilbert Azibert, einem damaligen Generalanwalt beim Kassationsgericht, Ermittlungsgeheimnisse zu erfahren. Sarkozy hat die Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen.

Zum Prozessbeginn im November hatte es geheißen, dass den Angeklagten Sarkozy, dessen langjährigem Anwalt Thierry Herzog und Azibert jeweils Haftstrafen von bis zu zehn Jahren und eine Geldbuße von einer Million Euro drohen. Für Herzog und Azibert wurde nun die gleiche Strafe wie für Sarkozy gefordert.

Kein Rachefeldzug

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft ihr Vorgehen gerechtfertigt. „Keiner hier will sich an einem früheren Präsidenten der Republik rächen“, sagte der Chefermittler der Finanzstaatsanwaltschaft, Jean-François Bohnert, der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge.


26.11.2020, Frankreich, Paris: Nicolas Sarkozy, ehemaliger Pr�sident von Frankreich, verl�sst mit Mund-Nasen-Schutz den Gerichtssaal. Frankreichs ehemaliger Pr�sident Sarkozy steht wegen vermuteter Bestechung und unerlaubter Einflussnahme in Paris vor Gericht. Foto: Bertrand Guay/AFP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sarkozy weist vor Gericht Vorwürfe zurück
Der ehemalige Staatschef Frankreichs, Nicolas Sarkozy, bestreitet vor Gericht die Vorwürfe wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme.

Das Verfahren gilt als einmalig, denn einen Korruptionsvorwurf gegen einen Ex-Staatschef gab es in der 1958 gegründeten Fünften Republik Frankreichs bisher nicht. Sarkozy muss sich auch wegen mutmaßlich unerlaubter Einflussnahme verantworten. Ihm wird vorgeworfen, nach Ende seiner Amtszeit 2014 über seinen Rechtsbeistand versucht zu haben, an geheime Ermittlungsergebnisse zu gelangen.     

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