Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Spur der Pariser Attentäter führt nach Belgien
International 14.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Polizeirazzia mit Festnahme

Spur der Pariser Attentäter führt nach Belgien

Der belgische Staatsanwalt Jean-Pascal Thoreau vor der Presse.
Polizeirazzia mit Festnahme

Spur der Pariser Attentäter führt nach Belgien

Der belgische Staatsanwalt Jean-Pascal Thoreau vor der Presse.
FOTO: REUTERS
International 14.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Polizeirazzia mit Festnahme

Spur der Pariser Attentäter führt nach Belgien

Lebten einige der Pariser Attentäter zuletzt in Belgien? Gibt es dort eventuell sogar noch Täter auf der Flucht? Eine Polizeirazzia in Brüssel am Samstagabend wirft Fragen auf. Die belgische Staatsanwaltschaft spricht von Amtshilfe für die Pariser Kollegen.

(dpa) - Eine Spur der Attentäter von Paris führt nach Belgien. Bei einer Razzia der Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek wurden am Samstag nach Justizangaben mehrere Personen festgenommen. Eine von ihnen soll sich am Freitagabend in der französischen Hauptstadt aufgehalten haben.

Details zu den Ermittlungen und eine genaue Zahl der Festgenommenen nannte die Staatsanwaltschaft bei einer kurzen Pressekonferenz zunächst nicht. Sie verwies lediglich darauf, dass die Pariser Behörden in vier konkreten Fällen in Brüssel um Amtshilfe gebeten hätten. Unter anderem sei es dabei um Informationen zu einem in Belgien angemeldeten Mietwagen gegangen, der in der Nähe der Pariser Konzerthalle „Bataclan“ gefunden worden war.

In Belgien immatrikulierte Fahrzeuge

Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft benutzten die Attentäter bei den Anschlägen mindestens zwei Autos - einen schwarzen Seat und einen ebenfalls schwarzen Polo mit belgischem Kennzeichen. Letzteres Fahrzeug soll von einer Person mit französischem Pass ausgeliehen worden sein, die zuletzt in Belgien lebte. Die Person sei am Samstagmorgen bei einer Routinekontrolle an der Grenze in einem dritten Auto kontrolliert worden, berichtete der französische Staatsanwalt François Molins. In dem Wagen hätten weitere Personen mit Wohnsitz in der Region Brüssel gesessen.

Belgien gilt als eines der am stärksten durch Terrorismus gefährdeten Länder Europas. Hintergrund ist unter anderem die relativ hohe Zahl von Menschen, die als Dschihadisten in das Bürgerkriegsland Syrien gezogen sind. Nach Schätzungen von Sicherheitsbehörden stammen rund 500 Kämpfer in dem Krisengebiet aus Belgien.

Häufig Terroralarm in Belgien

In dem Land hatte es in den vergangenen Monaten bereits häufiger Terroralarm gegeben. Zu Jahresbeginn erschossen Sondereinsatzkräfte der Sicherheitsbehörden in Verviers zwei mutmaßliche Dschihadisten. Im Mai 2014 hatte ein Islamist bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen getötet.

Der Stadtteil Molenbeek war nach Anschlägen schon häufiger Schauplatz von Polizei-Razzien, etwa nach dem Anschlag auf einen Thalys-Hochgeschwindigkeitszug im August.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Er war einer der meistgesuchten Männer Europas. Nun sitzt der mutmaßliche Paris-Attentäter Abdeslam in Belgien hinter Gittern. Unklar ist, was er noch im Schilde führte.
Abdeslam wird vorerst im Hochsicherheitsgefängnis von Brügge festgehalten.
Die Ereignisse überschlagen sich. In Belgien wächst die Terrorangst. Nach Hinweisen auf einen Anschlag - wie in Paris - gilt in Brüssel die maximale Warnstufe. Die Vereinten Nationen sollen im Kampf gegen den IS ein Bündnis schmieden. Hier ein Überblick.
Ein Soldat auf der Grande Place in Brüssel. Kulturelle und sportliche Events sind derweil in Brüssel abgesagt.
Keine U-Bahnen, keine Konzerte, das Atomium geschlossen und abgesagte Fußballspiele: Brüssel steht an diesem Samstag still. Nach den Pariser Anschlägen führen die Spuren auch nach Belgien. Die Behörden haben die Terrorwarnung für die Hauptstadt Brüssel auf die höchste Stufe angehoben.
Das Atomium, das Wahrzeichen der Stadt, blieb ebenfalls geschlossen.
Angriff auf Kaserne bei Namur
Ein Angriff auf einen Militärstützpunkt bei Namur versetzt Sicherheitskräfte in Belgien in Alarmbereitschaft. Wollte der Täter einen Terroranschlag verüben? Medieninformationen nach ist der Verdächtige geistig verwirrt.
Möglicherweise befindet sich Sprengstoff in dem Wagen.