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Spezialbagger "frisst" Atomkraftwerk bei Koblenz
International 5 01.04.2019

Spezialbagger "frisst" Atomkraftwerk bei Koblenz

Eine ferngesteuerte Spezialmaschine knabbert sich durch den Beton des 162 Meter hohen Kühlturms des AKW Mülheim-Kärlich.

Spezialbagger "frisst" Atomkraftwerk bei Koblenz

Eine ferngesteuerte Spezialmaschine knabbert sich durch den Beton des 162 Meter hohen Kühlturms des AKW Mülheim-Kärlich.
Foto: Thomas Frey/dpa
International 5 01.04.2019

Spezialbagger "frisst" Atomkraftwerk bei Koblenz

In der nuklearen Euphorie vor 50 Jahren entstehen etliche Atommeiler. Nach dem Schock von Fukushima sollen sie in Deutschland wieder verschwinden. Beim einzigen Kernkraftwerk von Rheinland-Pfalz läuft der Rückbau.

(dpa) - Immer wieder stürzen Betonbrocken in die Tiefe. Hoch oben ragen freigelegte Enden von Stahlstangen in den Himmel. Der gewaltige Kühlturm des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich bei Koblenz verliert Woche für Woche an Höhe. Längst übertrumpft seine nun unregelmäßige kreisrunde Mauerkrone nicht mehr den Kölner Dom. Runde um Runde frisst dort eine ferngesteuerte Spezialmaschine mit einer zackenbewehrten Zange an einem Greifarm spiralförmig den Beton ab. Von unten wirkt der umgebaute Bagger auf Rädern winzig.

Schon seit 2004 läuft der Abriss des Meilers Mülheim-Kärlich – und er wird sich laut Planung noch fast zehn Jahre hinziehen. Ziel ist die grüne Wiese. Umgerechnet 3,5 Milliarden Euro hat der AKW-Bau in Mülheim-Kärlich einst gekostet. In Betrieb war der Reaktor nur 13 Monate. Bereits 1988 ging er nach einer Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom Netz. Bei den Planungen wurde die Erdbebengefahr nicht ausreichend berücksichtigt. Die Abrisskosten veranschlagen die Verantwortlichen auf eine Milliarde Euro. Der Energiekonzern RWE zahlt – indirekt aber auch die Stromkunden. Auch im hessischen Biblis schreitet der Abbau des AKW voran.

Der Turmabriss in Mülheim-Kärlich begann statt wie geplant 2017 erst 2018 und geht weiterhin nur langsam voran. „Pro Runde verschwinden drei Meter, dafür brauchen wir etwa eine Woche“, erklärt RWE-Sprecherin Butz. „Jetzt sind wir bei etwa 110 Metern Höhe, in ungefähr zehn Wochen demnach bei 80 Metern.“ Anschließend werde auf konventionellen Rückbau mit einem am Boden postierten hohen Bagger umgestellt: „Dann muss keiner mehr in der Höhe arbeiten.“ 



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