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Spaniens Diktator Franco aus dem Grab geholt
International 6 1 2 Min. 24.10.2019

Spaniens Diktator Franco aus dem Grab geholt

Familienmitglieder tragen den Sarg mit den sterblichen Überresten des spanischen Diktators Francisco Franco aus dessen Mausoleum.

Spaniens Diktator Franco aus dem Grab geholt

Familienmitglieder tragen den Sarg mit den sterblichen Überresten des spanischen Diktators Francisco Franco aus dessen Mausoleum.
Foto: AFP/Juan Carlos Hidalgo
International 6 1 2 Min. 24.10.2019

Spaniens Diktator Franco aus dem Grab geholt

Exhumierung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen: Der Sarg mit den Überresten des spanischen Gewaltherrscher Francisco Franco hat am Donnerstag das Tal der Gefallenen verlassen. Franco soll nun in Madrid begraben werden.

(dpa) - Der spanische Diktator Francisco Franco ist fast 45 Jahre nach seinem Tod für eine Umbettung aus dem Grab geholt worden. Die streng abgeschirmte Exhumierung des Gewaltherrschers (1892-1975) fand am Donnerstag im Mausoleum im „Tal der Gefallenen“ nordwestlich von Madrid statt. 

Sie wurde von Demonstrationen begleitet. Viele Menschen riefen immer wieder „Viva Franco!“ und hoben den rechten Arm zum faschistischen Gruß. Der Leichnam wurde mit einem Hubschrauber der Streitkräfte zum Friedhof El Pardo-Mingorrubio am Nordrand der Stadt geflogen, wo auch Francos Witwe begraben liegt. 

Im spanischen Fernsehen war zu sehen, wie der Helikopter genau vor dem 150 Meter hohen Kreuz, das über dem Mausoleum thront, in den blauen Himmel stieg.

Die Umbettung war von der sozialistischen Regierung beschlossen worden, um den Wallfahrten von Rechtsextremen zum gigantischen Mausoleum ein Ende zu bereiten. 

Der Franquismus spaltet bis heute die spanische Gesellschaft. Während auch ranghohe Politiker des konservativen Spektrums Widerstand leisteten und Anhänger von „Grabschändung“ sprachen, feierten Linkspolitiker und Vertreter der Opfer einen „historischen Tag“. 

Bei der Exhumierung durften nur 22 Mitglieder der Familie Franco und Justizministerin Dolores Delgado anwesend sein. Zunächst musste dabei eine tonnenschwere Steinplatte gehoben werden, unter der der Machthaber begraben war. Auf Wunsch der Angehörigen sollte Franco trotz Schäden im gleichen Sarg umgebettet werden, in dem er seit November 1975 ruht, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise. Auf dem Friedhof war eine Messe im engsten Kreis geplant.

Die Öffentlichkeit war von der streng abgeschirmten Umbettung ausgeschlossen. Die Regierung wollte um jeden Preis vermeiden, dass die umstrittene Exhumierung zu einem Medienspektakel wird. 

Foto: AFP/Juan Carlos Hidalgo

Das Grab befand sich bisher in einer riesigen Basilika, die von Zwangsarbeitern noch zu Lebzeiten Francos in den Fels getrieben wurde und eine Pilgerstätte für Anhänger des faschistischen Diktators ist. 

Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte kurz nach seiner Amtsübernahme im Juni 2018 trotz vieler Proteste auch aus den Reihen der konservativen Parteien angekündigt, die Gebeine an einen anderen Ort bringen lassen zu wollen.

Umbettung kostet 63.000 Euro

Nach monatelangen Debatten hatte das Oberste Gericht in Madrid im September grünes Licht für die umstrittene Umbettung gegeben. Seit dem Wochenende wurde schweres Gerät zu der Grabstätte gebracht, mit dem das von einer tonnenschweren Steinplatte bedeckte Grab geöffnet wurde. Die Familie wollte anschließend auf dem Friedhof El Pardo-Mingorrubio, auf dem auch Francos Witwe Carmen Polo begraben liegt, eine Messe abhalten. 

Die Regierung bezifferte die Kosten für die Umbettung auf rund 63.000 Euro.

10. Juni 1971: Francisco Franco mit dem späteren spanischen König Juan Carlos.
10. Juni 1971: Francisco Franco mit dem späteren spanischen König Juan Carlos.
Foto: AfP

General Franco hatte 1936 gegen die Regierung der spanischen Republik geputscht. Es folgte ein fast dreijähriger Bürgerkrieg, den Franco 1939 gewann. Er regierte Spanien bis an sein Lebensende im November 1975. 

Nach seinem Tod leitete König Juan Carlos den Übergang zur Demokratie mit ersten freien Wahlen 1977 ein.

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