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Spanien will Hauptstadt Madrid zum Teil abriegeln
International 01.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Spanien will Hauptstadt Madrid zum Teil abriegeln

Isabel Diaz Ayuso, Präsidentin der Regionalregierung von Madrid, wehrt sich gegen die teilweise Abriegelung des Corona-Hotspots Madrid durch die Zentralregierung

Spanien will Hauptstadt Madrid zum Teil abriegeln

Isabel Diaz Ayuso, Präsidentin der Regionalregierung von Madrid, wehrt sich gegen die teilweise Abriegelung des Corona-Hotspots Madrid durch die Zentralregierung
Foto: dpa
International 01.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Spanien will Hauptstadt Madrid zum Teil abriegeln

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen will Spanien neben Madrid neun weitere Städte in Teilen abriegeln. Doch das ruft Proteste in den Rathäusern hervor.

(dpa) - Die spanische Zentralregierung hat am Donnerstag gegen den Willen der Regionalregierung die teilweise Abriegelung des Corona-Hotspots Madrid angeordnet. Eine entsprechende Anordnung des Gesundheitsministers Salvador Illa wurde im Amtsblatt veröffentlicht. 

Der regionale Gesundheitsminister Enrique Ruiz Escudero kündigte jedoch an, die Stadt werde die Maßnahme nicht umsetzen, da sie rechtswidrig sei, wie die Zeitung „El País“ berichtete. Von der Anordnung sind nach den aktuell vorliegenden Corona-Zahlen neben Madrid auch noch neun weitere Städte im Umland der Hauptstadt betroffen. Die Zeitung „La Razón“ ging davon aus, dass die Regionalregierung den Obersten Gerichtshof anrufen könnte.

Mit Ganzkörperanzug geschützt, reinigt ein Mitarbeiter einer Spezialeinheit ein Kulturzentrum in Madrid.
Mit Ganzkörperanzug geschützt, reinigt ein Mitarbeiter einer Spezialeinheit ein Kulturzentrum in Madrid.
Foto: AFP

Der Anordnung zufolge sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte eingeschränkt werden, wenn in einer Stadt binnen 14 Tagen die Zahl der Neuinfektionen über 500 je 100.000 Einwohner liegt, mindestens zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und die Intensivbetten zu mehr als 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind. Gelten soll die Regelung nur für Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern.

Madrider Regionalpräsidentin kündigt Widerstand an

Illa hatte am Vorabend gesagt, die Regelung sei beim Treffen des Interterritorialen Gesundheitsrates mit großer Mehrheit angenommen worden. Seine Ankündigung kam überraschend, denn zuvor hatte es geheißen, zur Annahme müssten alle 17 Regionen zustimmen. 


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Gegen die Pläne der Zentralregierung votierten neben Madrid auch Katalonien, Galicien und Andalusien. Dagegen war auch Murcia, das sich aber - statt mit Nein zu stimmen - aus Versehen der Stimme enthielt.

Die konservative Regionalpräsidentin Madrids, Isabel Díaz Ayuso, weigert sich wegen der Folgen für die Wirtschaft, die Stadt abzuriegeln. Bisher sind 45 Gebiete Madrids teilweise abgesperrt. Experten halten diese Maßnahmen allerdings für unzureichend.


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