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Spanien, Russland und Türkei im Kampf gegen das Wetter
International 2 Min. 14.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Brände, Hitzewelle und Überflutung

Spanien, Russland und Türkei im Kampf gegen das Wetter

Rauch steigt von einem Feuer im Bergpark Catillo in der Nähe von Tivoli auf, während ein Löschflugzeug darüber Wasser abwirft.
Brände, Hitzewelle und Überflutung

Spanien, Russland und Türkei im Kampf gegen das Wetter

Rauch steigt von einem Feuer im Bergpark Catillo in der Nähe von Tivoli auf, während ein Löschflugzeug darüber Wasser abwirft.
Foto: LaPresse via ZUM
International 2 Min. 14.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Brände, Hitzewelle und Überflutung

Spanien, Russland und Türkei im Kampf gegen das Wetter

Extremwetter macht den Einsatzkräften in diesen Tagen heftig zu schaffen. In Spanien könnte am Samstag sogar der Hitzerekord fallen.

(dpa) - In der Umgebung der italienischen Hauptstadt Rom hat die Feuerwehr am Freitagabend weiter gegen Waldbrände gekämpft. Die Einsatzkräfte löschten die Feuer von zwei Fronten, wie die Feuerwehr am Abend mitteilte. 

Im Einsatz seien auch ein Löschflugzeug und zwei Helikopter. Die Flammen brannten im Naturschutzgebiet Monte Catillo nördlich von Tivoli. Die Stadt im Osten Roms ist für ihre UNESCO-Welterbe-Villen Villa d'Este und Villa Adriana bekannt.

Staatspräsident Sergio Mattarella begutachtete unterdessen die Lage auf Sardinien. Beim Besuch der Luftwaffe in Alghero überflog der 80-Jährige auch das Waldbrandgebiet in der Provinz Oristano im Westen der Insel. „Die Verwüstung durch die Brände zu sehen, lässt einen das enorme Ausmaß der Schäden für das Leben der betroffenen Kommunen verstehen“, sagte Mattarella. In der Süd-Region Kalabrien brannten am Freitag viele Feuer in der Gegend um den Aspromonte Nationalpark. Dort gab es bislang vier Tote im Zusammenhang mit den Waldbränden.

Hinter vielen Feuern vermuten die Behörden Brandstiftung.
Hinter vielen Feuern vermuten die Behörden Brandstiftung.
Foto: LaPresse via ZUM

Auf Sizilien und Sardinien stufte der Zivilschutz die Waldbrandgefahr für Samstag in vielen Provinzen zurück. Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit begünstigen seit Ende Juli die Flammen. Hinter vielen Feuern vermuten die Behörden Brandstiftung.


Rescue workers ride on a rubber boat following heavy rain that flooded and claimed the lives of at least 33 people earlier in the week, in the city of Zhengzhou, in China's Henan province on July 23, 2021. (Photo by Noel Celis / AFP)
Mindestens 300 Tote nach Überschwemmung in China
Wie die Behörden am Montag mitteilten, stieg die Zahl auf mindestens 300 an.

In Spanien brachte die bisher schlimmste Hitzewelle des Sommers Millionen Menschen ins Schwitzen. Am Freitag kletterten die Werte in vielen Gebieten des Landes deutlich über die 40-Grad-Marke, auch in der Hauptstadt Madrid. Wie der Wetterdienst Aemet mitteilte, wurden am Freitagnachmittag in der andalusischen Provinz Córdoba 46,1 Grad gemessen. Damit war der im Juli 2017 in Córdoba erfasste Landesrekord von 46,9 Grad in greifbarer Nähe. „Samstag wird der schlimmste Tag sein. Nicht ausgeschlossen, dass der Rekord dann auch gebrochen wird“, sagte ein Aemet-Sprecher.

Aemet rief vor allem für mehrere Gebiete in Andalusien bis Montag Alarmstufe Rot aus. Die extreme Hitze setzte auch den spanischen Winzern zu. In der Region Kastilien-La Mancha mussten sie die Weinernte - die normalerweise im September beginnt - am Freitag vorzeitig beginnen. Die Trauben seien schon sehr reif, hieß es.

40.000 Quadratkilometer in Russland abgebrannt

Die Waldbrand-Katastrophe in Russland spitzt sich nach Angaben von Umweltschützern dramatisch zu. „Die Lage ist diesmal viel schlimmer als 2020 und im Jahr davor“, sagte Grigori Kuksin von der Organisation Greenpeace der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. In der am stärksten betroffenen Teilrepublik Jakutien im Osten Sibiriens „sprechen wir bereits von einem Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Russland“, erklärte der Brandschutzexperte.

Ein Waldbrand mit einer Fläche von 200 Hektar im Bezirk Danilovka.
Ein Waldbrand mit einer Fläche von 200 Hektar im Bezirk Danilovka.
Foto: dpa

Bis heute hat das Feuer eine Fläche von etwa 16,5 Millionen Hektar erfasst. Nicht alles davon ist Wald, nicht alles ist komplett abgestorben“, sagte Kuksin von Greenpeace in Russland. 

Er geht davon aus, dass bislang etwa sechs Millionen Hektar Wald vernichtet wurden. Die Forstschutzbehörde spricht dagegen von aktuell etwa vier Millionen Hektar (40.000 Quadratkilometer) brennender Fläche. Das entspricht etwa der Größe der Schweiz.

Überschwemmungen in Türkei fordert Menschenleben

In der türkischen Schwarzmeerregion kamen 38 Menschen in Zusammenhang mit Überschwemmungen ums Leben. Zwölf Menschen würden im Krankenhaus behandelt, teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad am Freitag mit. 

Betroffen sind vor allem die drei Provinzen Bartin, Kastamonu und Sinop. Präsident Recep Tayyip Erdogan reiste am Freitag nach Kastamonu und sagte, die zerstörten Orte würden durch „bessere“ ersetzt.  


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