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Spanien meldet zwei Affenpocken-Tote
International 2 Min. 30.07.2022
Erste Todesfälle in Europa

Spanien meldet zwei Affenpocken-Tote

Erste Todesfälle in Europa

Spanien meldet zwei Affenpocken-Tote

Symbolbild: Al Diaz/Miami Herald via ZUMA Pr
International 2 Min. 30.07.2022
Erste Todesfälle in Europa

Spanien meldet zwei Affenpocken-Tote

Vor einer Woche wurde der Affenpocken-Ausbruch zur „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Nun meldet Spanien die zwei ersten Toten in Europa im Zusammenhang mit einer Infektion.

(dpa) - In Spanien sind die zwei ersten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Affenpocken-Infektion gemeldet worden. Nachdem das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend vom Tod eines mit dem Affenpockenvirus (MPXV) infizierten Patienten berichtet hatte, wurde am Samstag ein zweiter Todesfall mitgeteilt. Der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien berichteten, es handle sich um die ersten MPX-Todesfälle in Europa. Beide seien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU-Kommission gemeldet worden, schrieb das Gesundheitsministerium.

Nach Angaben der zuständigen regionalen Behörden wurden der erste Fall in der Region Valencia im Osten und der zweite in Andalusien im Süden des Landes registriert. Beide Patienten waren demnach mit einer durch die Infektion bedingten Gehirnentzündung in Krankenhäuser eingewiesen worden. Die WHO meldete zum aktuellen Affenpocken-Ausbruch bislang fünf Tote - alle in Afrika.


Eine Krankenschwester bereitet im Krankenhaus Ramon y Cajal in Madrid einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus vor. Der Erreger wurde inzwischen in mehr als 20 Ländern nachgewiesen.
Insgesamt 23 Affenpocken-Fälle in Luxemburg festgestellt
Innerhalb der vergangenen Woche wurden im Großherzogtum neun Affenpocken-Infektionen festgestellt. Damit steigt die Zahl der Fälle auf 23.

Das Gesundheitsministerium der Region Valencia teilte am Freitagabend mit, der Tod des Patienten dort sei „durch eine infektionsbedingte Enzephalitis (Gehirnentzündung) verursacht“ worden. Der Fall werde weiter „analysiert, um die Ursache endgültig zu bestätigen“. Die Regionalzeitung „Levante“ schrieb am Samstag, es handele sich um einen „etwa 40 Jahre alten Mann“, der auf der Intensivstation in einem Krankenhaus der Stadt Alicante lag.

In Andalusien gab das regionale Gesundheitsministerium am Samstag bekannt, bei dem zweiten Todesopfer handele es sich um einen 31-Jährigen, der mit einer durch die Infektion verursachten Meningoenzephalitis auf die Intensivstation des Universitätskrankenhauses in Córdoba eingeliefert worden sei.

Begleiterkrankungen unklar

Die Todesfälle könnten möglicherweise auf Vorerkrankungen zurückgehen. Ob Begleiterkrankungen vorlagen, war jedoch in beiden Fällen unklar. Die Zeitung „El País“ schrieb, das medizinische Institut „Instituto de Salud Carlos III“ in Madrid werde Gewebeproben untersuchen, um die Ursache der Todesfälle besser zu verstehen.

Spanien ist eines der von der Infektionskrankheit am stärksten betroffenen Länder weltweit. Bei den bisher etwa 4.300 erfassten Fällen habe es etwa 120 Krankenhauseinweisungen gegeben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Luxemburg meldete bis Freitag 23 Fälle.


HANDOUT - 29.06.2001, Berlin: Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren, koloriert (Bestmögliche Bildqualität). Die Zahl der Affenpocken-Nachweise steigt in aller Welt. Ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einberufener Notfall-Ausschuss tagt deshalb an diesem Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen. (zu dpa: «WHO-Alarm wegen Affenpocken? Experten erneut beraten in Genf») Foto: Andrea Männel/Andrea Schnartendorff/RKI/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Affenpocken-Ausbruch ist nun internationale Notlage
Weil die Affenpocken sich plötzlich ausbreiten, wo sie nie vorkamen, zündet die WHO die höchste Alarmstufe.

Auch Brasilien meldete am Freitag einen ersten möglichen Todesfall im Zusammenhang mit Affenpocken. Allerdings habe es sich um einen Patienten mit weiteren Erkrankungen gehandelt, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília mit.

Angesichts der schnellen Verbreitung der Affenpocken hatte die WHO am vorigen Wochenende die höchste Alarmstufe ausgerufen. Der Ausbruch sei eine „Notlage von internationaler Tragweite“, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die internationale Verbreitung der Infektionskrankheit ist ungewöhnlich. Bisher war sie im Wesentlichen auf sechs afrikanische Länder beschränkt.

Nach jüngsten WHO-Zahlen wurden bisher weltweit knapp 22.000 Affenpocken-Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist demnach die Region Europa mit mehr als 14.000 Fällen.

Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides schickte am Mittwoch einen Brandbrief an die zuständigen Minister der EU-Staaten. Die EU sei das Zentrum der entdeckten Fälle, hieß es darin. Angesichts der von der WHO erklärten Notlage sei es unter anderem wichtig, dass die EU-Staaten solide Systeme zur Überwachung der Lage und zum Melden neuer Fälle hätten.


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