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Spanien bietet „Open Arms“ Balearen als sicheren Hafen an
International 19.08.2019

Spanien bietet „Open Arms“ Balearen als sicheren Hafen an

Die Open Arms liegt seit Donnerstag vor Lampedusa, darf dort aber nicht einlaufen.

Spanien bietet „Open Arms“ Balearen als sicheren Hafen an

Die Open Arms liegt seit Donnerstag vor Lampedusa, darf dort aber nicht einlaufen.
Foto: AFP
International 19.08.2019

Spanien bietet „Open Arms“ Balearen als sicheren Hafen an

Die spanische Regierung hat dem Rettungsschiff „Open Arms“ im Ringen um eine Lösung für die 107 Migranten an Bord die Balearischen Inseln als sicheren Hafen angeboten.

(dpa) - „Die spanische Regierung hat der "Open Arms" angeboten, den nächstliegenden spanischen Hafen anzufahren“, teilte die Regierung in Madrid am Montag mit. In Frage kommt neben der Insel Menorca das etwas weiter entfernt liegende Mallorca. Die spanische NGO Proactiva Open Arms hatte ein Angebot vom Sonntag, den andalusischen Hafen Algeciras anzusteuern, mit der Begründung zurückgewiesen, die Lage an Bord sei zu prekär, um weitere fünf Tage auf See zu verbringen.  


TOPSHOT - One of the twenty-seven unaccompanied minors aboard the Guardia di Finanza boat arrive at Italian island of Lampedusa on August 17, 2019 after being evacuated off the Spanish migrant NGO rescue ship Open Arms, moored off the coast of the island. - Twenty-seven unaccompanied minors have been authorised to leave a migrant rescue vessel in limbo off Italy, the Spanish charity operating the ship said. Italian Far-right Interior Minister Matteo Salvini wrote in a letter to Prime Minister Giuseppe Conte that he could authorise the "alleged" minors to leave the Open Arms ship despite such a move being "divergent to my orientation." (Photo by Alessandro SERRANO / AFP) / Italy OUT
Lage auf der „Open Arms“ eskaliert
Der Kapitän der „Open Arms“ hatte vor einer tickenden Zeitbombe gewarnt - nun haben erste Migranten auf dem Schiff die Nerven verloren. Nach zweieinhalb Wochen auf See sprangen sie ins Meer, um Land zu erreichen.

Die „Open Arms“ ist seit vergangenem Donnerstag in unmittelbarer Nähe der italienischen Insel Lampedusa, darf wegen der harten Haltung des rechten Innenministers Matteo Salvini die Menschen aber dort nicht an Land bringen. Algeciras ist etwa 1800 Kilometer weit weg. Die Balearen liegen mehr als 1000 Kilometer von Lampedusa entfernt.

Menorca und Mallorca sind die nächstliegenden spanischen Anlaufstellen. Deshalb habe Vizeregierungschefin Carmen Calvo die Regionalbehörden der Balearen gebeten, einen der beiden Häfen zu öffnen, berichteten spanische Zeitungen unter Berufung auf Regierungskreise in Madrid. Regionalpräsidentin Francina Armengol habe dem zugestimmt, meldet das „Diario de Mallorca“.

Unmenschliche Zustände


Das Rettungsschiff der Open Arms Foundation.
„Land in Sicht“: Rettungsschiff „Open Arms“ vor Lampedusa
Das Rettungsschiff „Open Arms“ ist mit 147 Migranten an Bord in die italienischen Territorialgewässer gefahren, nachdem ein Verwaltungsgericht in Rom ein Verbot des italienischen Innenministers aufgehoben hatte.

Proactiva forderte, Italien und Spanien müssten in diesem Fall „die notwendigen Mittel“ zur Verfügung stellen. „Unser Boot liegt nur 800 Meter vor der Küste von Lampedusa und jetzt wollen die europäischen Staaten, dass eine kleine NGO wie unsere nach 18 Tagen Wartezeit noch einmal (...) drei Tage auf See verbringt, bei schlechten Wetterbedingungen und mit 107 erschöpften Menschen an Bord“, schrieb die Organisation. Medien zufolge möchte Proactiva, dass die Migranten auf ein anderes, schnelleres Schiff umgeladen werden, um die Überfahrt zu meistern.

Die Lage auf der „Open Arms“ war am Sonntag nach zweieinhalb Wochen auf See kurzzeitig eskaliert. Migranten sprangen ins Meer - offenbar um nach Lampedusa zu schwimmen. Helfer brachten sie zurück an Bord. Das spanische Fernsehen zeigte am Montag Bilder der resignierten Menschen. Einige hatten Weinkrämpfe und wurden von Psychologen betreut.    


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