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Souvenirhändler profitieren von Betroffenheit
International 13.01.2015 Aus unserem online-Archiv
"Je suis Charlie"

Souvenirhändler profitieren von Betroffenheit

Schilder mit der Aufschrift "Je suis Charlie" waren überall auf der ganzen Welt in den Medien zu sehen. Der Schöpfer der Grafik hat davon nichts.
"Je suis Charlie"

Souvenirhändler profitieren von Betroffenheit

Schilder mit der Aufschrift "Je suis Charlie" waren überall auf der ganzen Welt in den Medien zu sehen. Der Schöpfer der Grafik hat davon nichts.
AFP
International 13.01.2015 Aus unserem online-Archiv
"Je suis Charlie"

Souvenirhändler profitieren von Betroffenheit

Millionenfach ist das Logo "Je suis Charlie" von Joachim Roncin geteilt worden - im Internet, auf Kaffeetassen, T-Shirts und Babystramplern. Der Schöpfer des Logos ist nicht damit einverstanden, dass sein Werk kommerziell ausgeschlachtet wird.

(vb) - Millionenfach ist das Logo "Je suis Charlie" von Joachim Roncin geteilt worden - im Internet, auf Kaffeetassen, T-Shirts und Babystramplern. Der Schöpfer des Logos ist nicht damit einverstanden, dass sein Werk kommerziell ausgeschlachtet wird.

Im Laufe weniger Stunden ist der Schriftzug "Je suis Charlie" auf schwarzem Grund um die Welt gegangen. Millionen Facebook-Nutzer benutzen es als Profilbild, Demonstranten hielten es auf Schildern in die Höhe. Was als Symbol der Solidarität gedacht war, lässt auch die Kasse von allerlei Souvenirhändlern klingeln. T-Shirts, Kaffeetassen und Aufkleber mit dem Logo verkaufen sich seit letzter Woche wie warme Semmeln. Händler wie zum Beispiel T-Shirt-Druckereien und Online-Händler verdienen damit gutes Geld.

Joachim Roncin kann sich nicht über diesen Erfolg freuen. Er wollte das Logo nicht schützen lassen und verzichtet damit auf Einnahmen, die ihn in der Zwischenzeit wahrscheinlich zu einem reichen Mann gemacht hätten. "Weil ich keine Worte fand, habe ich das Bild gemacht", sagt Roncin, der als Artdirector bei der Modezeitschrift "Styliste" arbeitet. Es habe nur eine Minute gedauert, bis das Logo fertig war. Weiße Schrift auf schwarzem Grund, dazu das Wort "Charlie" in Lettern, die auch das Satiremagazin verwendet - mehr braucht es nicht für einen weltweiten Erfolg.

Dieser wird dem Grafiker nun unheimlich. "Ich bedaure die kommerzielle Ausnutzung", schreibt er auf Twitter. Er unterstützt die Organisation "Reporter ohne Grenzen", die T-Shirts mit seinem Logo für 10 Euro verkaufen. Der Erlös geht vollständig an die Redaktion von Charlie Hebdo.