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Soldaten bekämpfen Flammen im brasilianischen Regenwald
International 2 Min. 25.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Soldaten bekämpfen Flammen im brasilianischen Regenwald

Damit nicht noch mehr Natur im Amazonasgebiet verbrennt, soll nun das Militär in den betroffenen Gebieten beim Löschen der Flammen helfen.

Soldaten bekämpfen Flammen im brasilianischen Regenwald

Damit nicht noch mehr Natur im Amazonasgebiet verbrennt, soll nun das Militär in den betroffenen Gebieten beim Löschen der Flammen helfen.
Foto: dpa
International 2 Min. 25.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Soldaten bekämpfen Flammen im brasilianischen Regenwald

Lange hat er gezaudert, jetzt schickt Präsident Bolsonaro das Militär in die Schlacht gegen die Feuersbrunst.

(dpa) - Nach der internationalen Kritik am Zögern der brasilianischen Regierung im Kampf gegen die verheerenden Feuer im Amazonasgebiet greift nun das Militär ein: Zwei Löschflugzeuge vom Typ Hercules starteten am Samstag von Porto Velho im Bundesstaat Rondônia aus zu ihren Einsätzen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auf Videos war zu sehen, wie die Piloten über den Waldbrandgebieten Tausende Liter Wasser abwarfen. Darüber hinaus stehen Zehntausende Soldaten zur Unterstützung bereit.


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Sechs von den Bränden betroffene Bundesstaaten haben bereits um Unterstützung der Streitkräfte gebeten, wie die brasilianische Regierung bekanntgab. Die Soldaten können ab sofort in Rondônia, Roraima, Pará, Tocantins, Acre und Mato Grosso bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern helfen.

Insgesamt stünden in der Region über 43.000 Soldaten zur Verfügung, sagte Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt. „Der Einsatz wird vor allem in der Verhütung und Verfolgung von Umweltverbrechen sowie der Unterstützung bei den Löscharbeiten bestehen“, sagte Azevedo.

Mehr als 72.000 Brände registriert

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu. Insgesamt wurden über 72.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer werfen dem rechten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klar gemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.

Thema beim G7-Gipfel

Wegen seiner umstrittenen Umweltpolitik geriet Bolsonaro zuletzt international in die Kritik. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzte das Thema wegen der globalen Bedeutung des Regenwaldes für den Klimaschutz auf die Tagesordnung beim G7-Gipfel in Biarritz und nahm die ganze Welt in die Pflicht. „Das Amazonasgebiet ist unser Gemeingut“, sagte er. Einige europäische Länder stellten die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur und der EU in Frage. Erst Ende Juni war nach jahrelangen Verhandlungen eine politische Einigung über den Aufbau der größte Freihandelszone der Welt erzielt worden.


25.08.2019, Frankreich, Biarritz: Frankreichs Präsident Emanuel Macron (M hinten), spricht bei der ersten Arbeitssitzung beim G7-Gipfel während daneben (r im Uhrzeigersinn), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Kanadas Premierminister Justin Trudeau, der britische Premierminister Boris Johnson, EU-Ratspräsident Donald Tusk, der amtierende Premierminister Italien, Giuseppe Conte, Japans Premierminister Shinzo Abe und US Präsident Donald Trump sitzen. Der G7-Gipfel findet vom 24.-26. August in Biarritz statt. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Auch in den Nachbarländern Bolivien, Peru und Paraguay wüten zahlreiche Brände, wie auf Satellitenbildern der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu sehen war. Die bolivianische Regierung setzte am Wochenende einen sogenannten Supertanker im Kampf gegen die Flammen ein. Die umgebaute Boeing 747 eines US-Unternehmens unterstütze die Löscharbeiten in der Region Chiquitanía im Osten des Landes, teilte Präsident Evo Morales mit. Das Flugzeug kann rund 75 000 Liter Wasser abwerfen.

„Wir planen vier Löscheinsätze pro Tag“, sagte Boliviens Verteidigungsminister Javier Zavaleta der Zeitung „La Razón“. „Wir werden den Kampf gegen das Feuer gewinnen.“ In Bolivien sollen über 700.000 Hektar Land betroffen sein. „So etwas gab es hier noch nie“, sagte Martín Carrillo vom Bürgerkomitee der Ortschaft Roboré. „Seit 40 Tagen kämpfen wir schon gegen die Brände.“


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